NLB
EHC Olten erlebt turbulentes Derby

Der EHCO führte gegen Langenthal 2:0, holte einen späten Rückstand auf, vergab den Matchpuck in der Verlängerung und musste schliesslich doch als Verlierer vom Feld.

Marcel Kuchta
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Strahlt nicht immer Ruhe aus: Matthias Mischler.

Strahlt nicht immer Ruhe aus: Matthias Mischler.

Hansruedi Aeschbacher

Es ist eine der berühmtesten Fragestellungen: «Ist das Glas nun halb voll oder doch halb leer?» Beim EHC Olten stellte man sich diese Frage nach der Derbyniederlage gegen Langenthal ebenfalls. Schaut man auf die Punktverteilung – ein Zähler für die Solothurner, deren zwei für die Oberaargauer – dann ist die Antwort eindeutig: Das Glas ist eher leer. Nimmt man den Spielerverlauf zurate, dann neigt man ebenfalls dazu, die Variante leer zu wählen.

Der EHC Olten hatte es nämlich durchaus in der Hand, sein erstes Heimspiel der Saison 2015/2016 erfolgreich zu gestalten. In der 36. Minute führte die Mannschaft von Trainer Heikki Leime mit 2:0 und durfte während 52 Sekunden mit zwei Mann mehr Powerplay spielen. Aber das wohl vorentscheidende 3:0 fiel nicht. Justin Feser traf nur den Pfosten, ehe die schlechten Dinge aus Sicht der Oltner ihren Lauf nahmen und die 4567 Zuschauer auf die Achterbahn der Gefühle geschickt wurden. Die Langenthaler, die eigentlich schon angezählt waren, kamen mit einem Doppelschlag noch vor dem Drittelsende ins Spiel zurück und gingen zehn Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit nach einem Lapsus von EHCO-Goalie Matthias Mischler gar 4:3 in Führung.

Verschossener Penalty in Verlängerung

Um ein Haar wären die Oltner am Ende also sogar mit leeren Händen dagestanden. Roman Pargätzi sicherte seiner Mannschaft mit dem späten Ausgleich zum 4:4 (58.) immerhin noch einen Punkt – oder eben ein halb volles Glas, welches wieder halb leer wurde, als Marco Truttmann in der Verlängerung einen Penalty verschoss, und halb leer blieb, weil auch seine Teamkollegen im entscheidenden Penaltyschiessen allesamt nicht ins Langenthaler Tor trafen.

Heikki Leime hielt nach einem spannenden, bisweilen emotionalen und spektakulären, weil fehlerhaften Derby fest: «Wir sind noch nicht dort, wo wir sein wollen. Aber nach lediglich zwei Spielen ist das keine Überraschung.» Der Finne mochte mit seiner Mannschaft, die noch alles andere als sattelfest wirkte und sich immer wieder unerklärliche Aussetzer leistete, nicht allzu hart ins Gericht gehen: «Klar bin ich nicht happy, dass wir zum zweiten Mal verloren haben. Aber insgesamt bin ich zufrieden mit dem Auftritt. Ich habe eher das grosse Bild im Kopf. Die Saison ist noch lange.»

"Dann werden wir sehr bald gewinnen"

Positiv war aus Sicht der Oltner sicher zu vermerken, dass man sich von der physischen Spielweise der Langenthaler nicht einschüchtern liess und körperlich dagegenhielt. Die beiden NLA-Neuzugänge Stefan Hürlimann und Reto Kobach glänzten mit zwei Zauberpässen auf Philipp Wüst (zum 2:0) und Martin Wüthrich (zum 3:2). Goalie Matthias Mischler durfte am Ende ebenfalls eine «Halb-leer-/halb-voll-Bilanz» ziehen: Bei zwei Gegentoren sah die neue Nummer eins der Oltner nicht gut aus, zeigte auf der anderen Seite aber auch mindestens drei spektakuläre Paraden.

Wichtig wäre nun – vor allem für die Psyche – aber ein Vollerfolg. Leime macht sich diesbezüglich keine Sorgen: «Wenn die Mannschaft so weiterspielt, dann werden wir sehr bald gewinnen.» Die nächste Gelegenheit bietet sich am Dienstag im Heimspiel gegen La Chaux-de-Fonds.

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