Eishockey

Die von Arx Brüder und der HCD: War es das jetzt endgültig?

Reto von Arx (r.) erzielte am Samstag zum dritten Mal das Meistertor für den HC Davos. Doch war es sein letztes?

Reto von Arx (r.) erzielte am Samstag zum dritten Mal das Meistertor für den HC Davos. Doch war es sein letztes?

Der HC Davos feiert seit Samstag den 31. Meistertitel der Vereinsgeschichte. Doch zwei Fragen stellen sich: Was machen Trainer Arno Del Curto und die Brüder Reto und Jan von Arx, wenn sich der Rauch der Meisterzigarren verzogen hat?

Sie sagten es alle anders, aber doch sagten sie das Gleiche – nämlich nichts Konkretes. «Was morgen oder in zwei Wochen ist, sehen wir dann», sagte Reto von Arx. «Ich will jetzt zuerst mit meinen 20 guten Kollegen etwas trinken gehen», sagte Jan von Arx. «Sie können mich fragen, ob ich als Vizepräsident der USA kandidieren werde. Auch das kann ich nicht beantworten», sagte Arno Del Curto.

Die noch zu beantwortende Frage beim Trio, das den HC Davos in den letzten 20 Jahren prägte wie niemand sonst, lautet: «Wie geht es weiter?» Die Situationen sind ähnlich, aber nicht gleich. Bezüglich Jan und Reto von Arx hatte der HCD bereits im Februar mitgeteilt, dass die auslaufenden Verträge nicht verlängert würden. Und dennoch gab es zuletzt wieder Spekulationen, dass es anders sein könnte.

Auch Del Curtos Handschlag-Vertrag ist ausgelaufen, doch wann und ob er VR-Präsident Gaudenz Domenig die Hand erneut für eine Verlängerung reichen wird, liegt in der Entscheidungsmacht des Trainers. Domenig selbst wartet auf Del Curtos rechte Hand. Es wäre die Überraschung seines Lebens, wenn die weitere Zusammenarbeit nicht zustande käme, sagte Domenig nach dem Titel. Doch Del Curto hat sich nach wie vor nicht entschieden.

Titel Nummer sechs, wieder in Zürich

Zumindest in den Fällen von Arx erscheint es realistisch, dass alles bleibt, wie es ist. Dass also beide ihre letzten Spiele in Blau-Gelb absolviert haben. Das letzte Spiel nach fast 20 Jahren und je rund 1000 Spielen mit der Meisterfeier? Fast zu schön, um wahr zu sein. Reto von Arx erzielte am Samstag sogar das Meistertor, so wie er dies schon 2002, ebenfalls in Zürich, und 2009 in Kloten tat. «Das wusste ich gar nicht», sagte er dazu.

«Unglaublich, aber wahr», sagte sein Bruder Jan. Der Titel 2002 in Zürich, dann weitere 2005, 2007, 2009 sowie 2011 und nun Nummer 6 wieder in Zürich. «Der Kreis schliesst sich», sagte Jan von Arx, der zugeben musste, am vergangenen Samstag den emotional speziellsten Titel gewonnen zu haben. «Natürlich war jeder einzelne auf seine eigene Art speziell. Aber dieser jetzt kam schon etwas unerwartet», sagt der jüngere der beiden Brüder. Jan ist 37. Reto 38.

«Der Allerbeste»

Reto von Arx hatte in dieser Saison zuvor erst ein einziges Tor erzielt, das war irgendwann im Oktober gewesen. Und nun also das zweite, ausgerechnet jenes, das die Meisterschaft entschied. Perfektes Timing? «Ja, so gesehen schon», sagte er, ohne aber nicht sofort wieder sich selbst zu werden: «Es war immer egal, wer die Tore schoss, auch dieses Mal.»

Im Jubel, Trubel und der Heiterkeit der feiernden Davoser war zumindest einer mit der Bescheidenheit von Reto von Arx nicht einverstanden. Als Beat Forster die Sache mit den drei Meistertoren aufschnappte, griff der Verteidiger energisch ins Interview ein: «Drei Mal? Das ist eben ein wahrer Champion. Der beste Spieler, der je auf Schweizer Eis spielte. Schreiben Sie das! Der Allerbeste! Jetzt müssen auch wir mal ein wenig hochstapeln!» Forster zauberte damit seinem Kollegen ein Lächeln auf die Lippen. Der Ernst wird bald genug wieder einkehren. Dann, wenn sich die Brüder endgültig entscheiden werden, wie es weitergeht. Zuvor aber wird gefeiert.

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