Nur Silber? Die knappe Finalniederlage vermag dem grössten Hockey-Wunder seit dem Miracle on Ice vor 33 Jahren, als amerikanische Amateure der russischen Sbornaja Olympiagold vor der Nase wegschnappten, nichts anzuhaben. Die Schweizer bestätigten im Final die vorangegangenen neun Siege. Sie dominierten die ersten acht Minuten (8:1 Torschüsse). Und sie liessen sich später auch vom Rückstand nicht beirren und setzten Schweden weiter unter Druck. Nino Niederreiter und Matthias Bieber verpassten im zweiten Abschnitt den 2:2-Ausgleich nur knapp. Im Schlussabschnitt boten sich nach 44 Minuten nochmals Raphael Diaz und Reto Suri in Überzahl Möglichkeiten zum Ausgleich.

Erst im Finish kam Schweden noch zum klaren Sieg. Kurz nach den letzten Schweizer Ausgleichschancen gelang Simon Hjalmarsson nach einem Puckverlust von Julien Vauclair als hinterster Mann im Nachsetzen das vorentscheidende 3:1 (48.). In der 56. Minute erhöhte Loui Eriksson mit einem weiteren schwedischen Konterangriff auf 4:1. Und nochmals eine Minute später gelang Henrik Sedin mit einem Schuss ins leere Tor das 5:1.

Träumen durften die Eisgenossen im ersten Abschnitt fast vier Minuten lang. Während 3:57 Minuten führten die Schweizer im WM-Final mit 1:0, nach einer brillanten Einzelleistung von Roman Josi, dem besten Verteidiger des gesamten WM-Turniers, der sich gegen die schwedischen Superstar-Zwillinge Daniel und Henrik Sedin durchsetzte und die Schweiz in Führung schoss. Josi erzielte bereits sein viertes Tor im WM-Turnier. Innerhalb von drei Minuten kippten dann aber Erik Gustafsson (1:1) und Henrik Sedin (2:1) für Schweden die Partie.

Trotz der ersten Niederlage nach zwölf Siegen in Serie (inklusive Vorbereitung) kann die SEHV-Auswahl von mehr als einem gelungenem Turnier sprechen. Sie bescherte der Schweiz die erst zweite Silbermedaille an einer WM nach 1935. Zudem war es der erste Podestplatz seit 60 Jahren. Und diese Medaille ist als deutlich höher einzustufen als die bisherigen neun zuvor.

Die Schweden beendeten mit diesem Erfolg den "Heim-Fluch": Erstmals seit 1986 bestiegen wieder die Gastgeber den obersten WM-Thron - damals war in Moskau die Sowjetunion erfolgreich gewesen. Zum Matchwinner der Skandinavier avancierte Henrik Sedin. Der Starstürmer der Vancouver Canucks steuerte zum ersten schwedischen WM-Titel seit 2006 nebst den zwei Toren auch noch den Assist zum 4:1 bei. Es waren für Henrik Sedin in seinem vierten Spiel an dieser WM die Skorerpunkte 7 bis 9. (SI)

Telegramm:

Schweiz - Schweden 1:5 (1:2, 0:0, 0:3)

Globe Arena, Stockholm. - 12'500 Zuschauer (ausverkauft). - SR Jerabek/Olenin (Tsch/Russ), Dedjulia/Wilmot (WRuss/Ka). - Tore: 5. Josi (Walker) 1:0. 9. Gustafsson (Pettersson, Lundqvist) 1:1. 12. Henrik Sedin (Ausschluss Ambühl) 1:2. 48. Hjalmarsson (Landeskog) 1:3. 56. (55:37) Eriksson (Henrik Sedin) 1:4. 57. (56:36) Henrik Sedin (Ausschluss Persson) 1:5 (ins leere Tor). - Strafen: 4mal 2 plus 10 Minuten (Ambühl) gegen die Schweiz, 3mal 2 Minuten gegen Schweden.

Schweiz: Martin Gerber; Seger, Julien Vauclair; Diaz, Josi; Blum, von Gunten; Blindenbacher, Philippe Furrer; Niederreiter, Martin Plüss, Simon Moser; Walker, Trachsler, Bieber; Bodenmann, Cunti, Hollenstein; Suri, Gardner, Ambühl.

Schweden: Enroth; Gustafsson, Tallinder; Granberg, Kronwall; Fransson; Fälth; Eriksson, Henrik Sedin, Daniel Sedin; Hjalmarsson, Persson, Landeskog; Thörnberg, Lindberg, Ericsson; Pettersson, Lundqvist, Danielsson; Axelsson, Järnkrok.

Bemerkungen: Schweiz ohne Berra (Ersatztorhüter), Monnet, Grossmann (beide überzählig), Bürgler und Stephan (beide nicht gemeldet), Schweden ohne Edler (gesperrt). 56. Daniel Sedin verletzt ausgeschieden. Schweiz von 56:27 bis 56:36 ohne Torhüter. - Schüsse: Schweiz 27 (10-7-10); Schweden 27 (7-10-10). - Powerplay-Ausbeute: Schweiz 0/3; Schweden 1/4.

Die Partie im Live-Ticker:

Hiermit beenden wir den Live-Ticker.

23.01 Jetzt werden noch die Fahnen der drei besten Teams an der WM aufgezogen: Schweden, Schweiz und die USA. Die Schwedische Nationalhymne wird gesungen.

22.59 Schwedens Captain Steffan Kronwall nimmt den Pokal entgegen. Abba ertönt: «The Winner takes it all». Die Schweden feiern, die Schweizer sind enttäuscht...

22.56 Jetzt bekommen die Schweden ihre Goldmedaille.

22.50 Die Schweizer gehen zum Handshake und nehmen ihre WM-Silbermedaille entgegen. Bundespräsident Ueli Maurer hängt den Spielern ihre Medaille um.

22.45 Weltmeister ist die Schweizer zwar nicht, aber Auszeichnungen gibt es dennoch: Verteidiger Roman Josi und Julien Vauclair gehören zum Allstar-Team der WM! Und welche Ehre: Roman Josi ist zudem wertvollster Spieler!

22.43 Das Spiel ist aus. Schweden ist Eishockey-Weltmeister 2013! Für die Schweiz bleibt die Silber-Medaille.

59' Richtig bitter, dieses Ergebnis für die Schweizer. Sie haben bis zuletzt gekämpft.

57' 5:1 für Schweden. Henrik Sedin trifft aus grosser Distanz ins leere Tor. Kurz zuvor hat Gerber im Schweizer Powerplay einem sechsten Feldspieler Platz gemacht.

56' Viertes Tor für Schweden. Gerber reklamiert zuerst. Die Schiedsrichter schauen sich die Bilder an und geben dann das OK. Eriksson hat einen Distanzschuss von Henrik Sedin abgelenkt. Dessen Zwillingsbruder Daniel Sedin muss verletzt vom Feld. Bieber checkt den Schweden korrekt, in dem Moment öffnet sich aber die Bandentüre, Sedin fällt hindurch.

55' Bieber kommt zur Schussmöglichkeit.

51' Die Schweizer dominieren das Spiel. Schweden macht das eigene Drittel dicht und spielt quasi nur noch auf Konter.

49' Noch 10 Minuten bleiben, um die beiden Tore aufzuholen.

47' Drittes Tor für Schweden. Landeskog kommt auf den Schweizer Keeper zu, die Scheibe prallt an dessen Beinschoner ab. Hjalmarsson angelt sich den Puck und schiebt ihn an Gerber vorbei ins Tor. Sehr bitter... Ausgelöst wurde die Situation durch einen Fehler von Vauclair an der blauen Linie.

46' Schweden ist wieder vollzählig.

44' Die Schweizer machen im Powerplay ganz schön Druck aufs schwedische Tor. Josi und Diaz kommen zum Abschuss.

42' Strafe gegen die Schweden. Fransson behindert Suri.

41' Das Spiel geht weiter. Das Spiel verschiebt sich zu Beginn des letzten Drittels von der einen Seite zur anderen.

Damit endet das zweite Drittel torlos. Die Schweiz liegt immer noch 1:2 hinten. Noch ist ein Drittel zu spielen, alles liegt noch drin! Die Schweizer müssen jetzt alles geben. Und wir fiebern mit!

39' Uff! Die Schweiz ist wieder komplett. Furrer setzt zum Gegenstoss an. Und dann versuchts Eriksson in den letzten Sekunden nochmals, erfolglos.

37' Strafe gegen die Schweiz. Denis Hollenstein muss auf die Bank. Und das 2 Minuten und 40 Sekunden vor Ende des zweiten Drittels.

35' Die Eisgenossen versuchen alles, den Ausgleichstreffer zu erzielen. Ihre Bemühungen fruchten aber nicht.

31' Die Schweiz macht etwas aus dem Powerplay und erhöht den Druck. Die Mannschaft kommt zu mehreren Chancen, der Puck will aber einfach nicht ins Tor.

29' Daniel Sedin stellt Simon Moser ein Bein und muss dafür eine Strafe absitzen - es ist die erste Strafe für Schweden. Die Chance für die Schweiz!

28' Die Schweizer ziehen im Schnellzug nach vorne. Hollenstein nimmt Landeskog die Scheibe ab und will für Kunti auflegen, die Scheibe kommt aber wieder in Schweden-Hände.

27' Schweden macht weiter Druck. Die Schweizer können Pässe hinter dem Tor zwar blockieren, bringen den Puck aber nicht aus dem eigenen Drittel.

26' Brenzlige Situation vor dem Schweizer Tor. Gerber lenkt einen Schuss ab und kann ihn im letzten Moment hinter dem Goal sichern.

24' Nächster Schuss der Schweden aufs Schweizer Tor.

23' Die Schweizer versuchen, das Spiel aus dem eigenen Drittel herauszuverschieben. Doch der Aufbau gelingt vielmals nicht. Furrer kommt zum Abschuss, Enroth hält.

22' Der Druck aufs Schweizer Tor ist zu Beginn des zweiten Drittels gross. Die Schweiz würde gerne wechseln, darf aber aufgrund eines Icings nicht. Die Schweden bringen direkt die Sedin-Zwillingen.

21' Das Spiel geht weiter. Andres Ambühl muss die letzten Sekunden seiner Strafe absitzen, dann wird er aufs Eis zurückkehren.

Die Spieler sind zurück auf dem Eis.

20' Das erste Drittel ist zu Ende. Die Schweiz geht mit einem 1:2-Rückstand in die Pause. Die Eisgenossen werden im zweiten Drittel gefordert sein. Doch erst einmal: Erholen und Kräfte sammeln!

19' Schon wieder kommts zum Gerangel vor dem Schweizer Tor. Die Schiedsrichter müssen die Spieler auseinander ziehen.

Der Schwung der ersten 10 Minuten ist bei den Schweizern weg. Die Schweden hingegen blühen auf. Jetzt heisst es für die Schweizer: zurück ins Spiel kommen. Sowohl die Schweden wie auch die Schweizer kommen derzeit zu Chancen.

15' Die Schweizer haben das Boxplay ohne einen weiteren Treffer überstanden.

14' Kleines Gerangel beim Schweizer Tor. Landeskog versucht, den Puck noch zu angeln, als ihn Gerber schon unter der Hand hat. Vier Schweizer drängen ihn zu recht weg.

13' Die Schweiz hat sechs Spieler auf dem Eis und muss eine weitere Strafe absitzen.

12' Zweites Tor für Schweden. Dass die Schwedische Mannschaft das gefährlichste Powerplay-Spiel des Turnier hat, bewahrheitet sich einmal mehr. Henrik Sedin trifft zum 2:1. Sein Zwillingsbruder Daniel spielt einen Pass quer vors Schweizer Tor und Henrik hebt den Puck ins Goal.

11' Die Schweiz muss eine Strafe absitzen, wegen eines Checks gegen den Kopf. Andres Ambühl fehlt damit 2+10 Minuten.

10' Simon Moser versucht die Scheibe Backhand am Schwedischen Keeper vorbeizuschieben. Dieser hält.

9' Tor für Schweden. Gustafsson verwertet einen Abpraller und schiesst den Ausgleichstreffer.

9' Schweden kommt mit Eriksson zu einer ersten Chance. Gerber wehrt ab.

Nach einem kurzen Powerbreak kommen die Schweizer schon wieder zu einer Chance.

6' Die Schussstatistik präsentiert sich eindeutig: 7 zu 0 für die Schweizer.

5' Tor für die Schweiz! Die schwedischen Stürmer lassen zu früh nach, Roman Josi holt sich den Puck an der blauen Linie, umspielt die Sedin-Zwillinge und schiesst an Enroth vorbei das Führungstor! Der schwedische Goalie hatte keine Chance, die Scheibe zu sehen.

4' Hollenstein prüft Enroth.

2' Die Schweizer gehen kampfeslustig ins Spiel. Die Schweden kommen vors Schweizer Tor, gefährlich wird die Situation aber nicht. Das Spiel spielt sich mehrheitlich vor dem Schweden-Goal ab.

1' Die Partie beginnt! Plüss schiesst bereits nach knapp einer halben Minute aufs Goal. Allerdings gar kein Problem für Enroth.

Nur noch wenige Minuten und es geht los. Die Spieler sind aufs Eis aufgelaufen. Der Pokal steht gut ersichtlich am Rande des Eisfelds. Wird er am Ende der Partie in Schweizer Händen sein?

So sind die Schweden aufgestellt:

Tor: Enroth

1. Block: Kronwall, Tallinder, Lundqvist, Axelsson, Thornberg

2.Block: Grandberg, Fransson, Hjalmarsson, Oettersson, Persson

3. Block: Gustafsson, Falth, Eriksson, Daniel Sedin, Hendrik Sedin

4. Block: Lindberg, Jarnkrok, Ericsson, Danielsson, Landeskog

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Im Vergleich zur Aufstellung im Spiel gegen die USA wechselt Simpson einzig den Goalie aus. Statt Reto Berra wird wieder Martin Gerber zwischen den Pfosten stehen.

1. Block: Vauclair, Seger, Niederreiter, Plüss, Moser

2.Block: Blum, Von Gunten, Ambühl, Suri, Gardner

3.Block: Diaz, Josi, Cunti, Bodenmann, Hollenstein

4.Block: Blindenbacher, Furrer, Trachsler, Bieber, Walker

Sean Simpson hat Respekt vor der Schwedischen Mannschaft. Vor allem vor den Sedin-Zwillingen, «den besten Spielern der Welt». «Wir werden alles geben», sagt er im Vorfeld des Spiels.

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Es ist ein grosser Tag für den Schweizer Eishockey. Die Eishockeyaner rund um Trainer Sean Simpson könnten den Coup landen. Schon mit dem gestrigen Sieg im Halbfinale gegen die USA erzielten die Eisgenossen den grössten Erfolg in der Geschichte. 1953 holten die Eidgenossen die letzte WM-Medaille (Bronze). Im Finalspiel gegen Schweden wird die Schweiz als Favoritin gehandelt. Die Mannschaften sind an dieser WM schon einmal aufeinander getroffen. Im Startspiel hatte die schwedische Mannschaft das Nachsehen und verlor 2:3. Allerdings waren damals die Zwillinge Daniel und Henrik Sedin noch nicht dabei. Seit die beiden zur Mannschaft gestossen sind, hat Schweden mit einem viel stärkeren 1. Block gespielt.

Gelingt es den Schweizern heute, die Schweden ein zweites Mal an dieser WM zu schlagen und damit den 10. Sieg im 10. Spiel zu holen? Wir drücken die Daumen! Hopp Schwiiz!

Start zur Partie ist um 20.30 Uhr.

Es tickert für Sie Lea Durrer.

Hund in rot-weiss. Hopp Schwiiz!

Hund in rot-weiss. Hopp Schwiiz!