Bleibt er, oder bleibt er nicht? Die Frage nach der Zukunft von EHCO-Trainer Heikki Leime war in den letzten Wochen das grosse Thema am Rande der Playoff-Erfolgsserie der Dreitannenstädter.

Eine Antwort gibt es vorerst nicht, obwohl seit der 2:5-Niederlage im alles entscheidenden 7. Finalspiel gegen die SCL Tigers und dem damit verbundenen Saisonende bereits zehn Tage vergangen sind.

Immerhin ist dem Finnen (via Agent) am Mittwochabend offenbar eine erste Offerte zugestellt worden. Über die Details kann und will Sportchef Köbi Kölliker nicht sprechen.

«Das hängt ganz von den Verhandlungen ab», so der Berner, der den jetzigen Zeitpunkt als den genau richtigen für das Zustellen der Offerte erachtet.

«Er weiss, dass wir ihn wollen, das haben wir auch ihm gegenüber immer so kommuniziert. Es war auch so abgemacht, dass die Vertragsverhandlungen nach der Saison aufgenommen werden.»

Leime selber reiste gestern Donnerstag zurück zu seiner Familie in die Nähe von Caen und hatte genügend Zeit, sich Gedanken über die Offerte zu machen.

Bereits einen Tag zuvor bestätigte er einmal mehr, dass er sich seine Zukunft als Eishockeytrainer durchaus in Olten vorstellen könnte; allein, es fehlte ihm, trotz Zusicherung, ein deutliches Signal für eine allfällige weitere Zusammenarbeit.

«Die NLB ist eine gute Liga und Olten ein optimaler Ort, meiner Leidenschaft die nächsten zwei, drei Jahre nachgehen zu können.»

Gleichzeitig schaut er aber auch nach vorne. Mit 53 hat er sich einen grossen Rucksack an Erfahrungen erarbeitet und noch einige Jahre an der Bande vor sich: «Ich bin noch nicht am Ende meiner Karriere, ich kann noch lernen und weiterkommen.»

Alles muss professioneller werden

Er macht denn auch kein Geheimnis daraus, dereinst wieder auf der obersten Stufe coachen zu können. Weshalb den Schritt nicht mit dem EHC Olten vollziehen?

«Eine interessante Aufgabe wäre es», schmunzelt er, sozusagen «der beste Weg, in die NLA zu kommen. Das wäre wirklich grossartig ...» Dazu müssten aber die Rahmenbedingungen stimmen. Angefangen beim Vertragswerk; aus den Worten Leimes ist herauszuhören, dass er sich nicht (nochmals) auf ein kurzfristiges EHCO-Abenteuer einlassen wird.

Zumindest ein 2-Jahres-Vertrag und die damit verbundene Kontinuität müssten dem Finnen wohl vorliegen, damit er die Distanz zwischen Familie und Arbeitsplatz weiter auf sich nehmen würde respektive eine entsprechende Lösung gefunden werden könnte.

Weiter bedarf es bei der Realisierung eines NLA-Aufstiegs, welcher ja auch im 5-Jahres-Plan des Vereins festgehalten ist, einer weiteren Professionalisierung des ganzen EHCO-Apparats.

«Dann müssen alle einen Schritt machen», sagt Leime. «Ich kenne den Club zwar noch nicht so gut, aber wenn es wirklich so weit kommen soll, muss die ganze Organisation mitmachen, dann muss jede Ebene NLA-würdig sein.» Man verfüge aber sicher über einen Standortvorteil: «Olten ist gut gelegen, hat viele Fans, hier liebt man Hockey. Zudem ist das Stadion ziemlich gut, auch wenn noch nicht alles perfekt ist. Die Grundelemente für einen Aufstieg sind in Olten aber sicher vorhanden.»

Führungsspieler machten Differenz

Zumindest am Erfolg geschnuppert haben die Oltner bereits in dieser Saison. Dass die Mannschaft, nach einer durchzogenen Qualifikation, noch derart würde aufdrehen können, damit hatte auch Leime selber nicht unbedingt gerechnet.

«Es war erstaunlich, dass wir, in so kurzer Zeit, noch so viel erreicht haben. Eine kleine Überraschung», so Leime, «war es schon, dass wir so gut gespielt haben.»

Angetan war der EHCO-Trainer vor allem von den ersten fünf Finalspielen seiner Mannschaft. «Viel besser hätten wir da nicht spielen können. Doch dann begann auch der SCL hundert Prozent zu spielen, wir hingegen konnten unser Ding nicht durchziehen.»

Und dann habe man die Differenz klar gesehen, mit den physischen Vorteilen aufseiten des Gegners. «Wir hatten, alles in allem, ein super Team, welches alles gegeben hat. Langnau hatte zusätzlich, mit DiDomenico und Hecquefeuille, zwei absolute Führungsspieler. Sie machten am Ende den Unterschied.»

Verhängnisvolle Kettenreaktion

Gut eine Woche ist das Ausscheiden gegen die Tigers jetzt her, doch er könne mit gutem Gewissen zurückblicken, sagt Heikki Leime. «Natürlich war auch ich nach Spiel 7 enttäuscht. Mit ein wenig Distanz bin ich aber sehr zufrieden mit unserer Leistung.»

Gegen Ende der Saison habe er beinahe jenes Hockey gesehen, welches er in Olten habe spielen wollen. «Wir waren tatsächlich nicht mehr weit weg, hatten ein gutes Forechecking, zudem haben die Spieler die Idee der Kompaktheit auf dem Eis verstanden.»

Etwas, worauf er auch von gegnerischen Coaches mehrfach angesprochen worden sei. Zu verbessern gebe es hingegen das Verhalten in der eigenen Zone.

«Da gingen wir manchmal ‹verloren›», formuliert es der Trainer, «haben die falschen Entscheidungen getroffen. Das hat uns Tore, manchmal das Spiel gekostet.» Wenn einer beginne, sich zu «verlaufen», zögen andere nach und versuchten es zu korrigieren: «Eine Kettenreaktion».