Eishockey

Die KHL in Davos auf Promotions-Tour

SKA St. Petersburg lädt zu einem KHL-Spiel - in Davos

SKA St. Petersburg lädt zu einem KHL-Spiel - in Davos

Heute Abend ist Davos Schauplatz einer Meisterschafts-Partie der Kontinental Hockey League KHL. SKA St. Petersburg «empfängt» in der Vaillant-Arena Spartak Moskau.

Erst seit 2008 ist die russische Liga in ihrer heutigen Form organisiert und setzt in Europa vermutlich mit Abstand am meisten Geld um. Gleichwohl ist die KHL als Gegenpol zur NHL an einer marktstrategischen Ausweitung interessiert. "Wir wollen unsere Liga in der ganzen Welt promoten. Als wir sahen, dass es vom Spielplan her machbar ist, haben wir uns zur Durchführung entschieden", erklärte der SKA-Geschäftsführer Wadim Fisko.

Mit dem von SF produzierten Live-Event wird (theoretisch) ein riesiger Kreis von 25 Millionen russischen TV-Konsumenten erreicht. Für den Standort Davos ist die internationale Übertragung selbstredend eine Win-Situation. Die Bilder aus dem tief verschneiten Kurort werden wohl weitere zahlungskräftige Touristen aus dem Osten anlocken.

Auch national stösst die spezielle Begegnung trotz der letzten NLA-Runde vor dem Jahreswechsel auf beträchtliches Interesse: Aus der HCD-Geschäftsstelle war zu vernehmen, dass alle Tickets für die Sitzplätze vergriffen seien. Gegen 5500 Zuschauer werden erwartet und für die gewünschte Atmosphäre sorgen. "Das Schweizer Publikum ist dafür ja bekannt", meinte CEO Fisko.

Die beiden Spengler-Cup-Teilnehmer verbinden die Kür quasi mit der profanen Pflicht. Spartak stand am Tag vor der Flugreise ins Bündnerland noch beim Stadtderby gegen ZSKA im Einsatz. Der 3:0-Erfolg verminderte die Turbulenzen der letzten Tage (mit dem dritten Trainerwechsel) etwas.

Als "Gastgeber" tritt der SKA, die gegenwärtige Nummer 3 der West-Konferenz, auf. Die Promotions-Übung lässt sich der russische Top-Klub eine Stange Geld kosten. Rund 200 000 Franken haben die St. Petersburger den Davoser Organisatoren zu überweisen. Entsprechend hohe Ansprüche meldeten sie - offenbar fast stündlich - an.

Alles steht vollumfänglich unter dem KHL-Patronat; auch die Eisfläche und die Banden werden nach russischen Auflagen beworben. Eine kleine Episode am Rande belegt das Selbstverständnis der russischen Gäste. Als die acht (!) Material-Verantwortlichen St. Petersburgs am Dienstagabend die Vaillant-Arena erreichten, wollten sie sofort die Kabine beziehen. Dass Ambri die Garderobe während der NLA-Partie gegen den HCD benötigte, interessierte die Osteuropäer nicht gross. Noch ehe die Tessiner das Stadion verlassen hatten, "besetzten" die Russen ihr gemietetes Territorium.

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