Onlineauktion
Die Irrwege der verschiedenen Teile des Davoser Meisterpokals

Eine Trophäe ist nicht nur eine Trophäe: Wie der Unterteil des Davoser Meisterpokals für kurze Zeit in einer Internetauktion auftauchte. Und warum er bei der Meisterfeier am Samstag in einem Stück dabei sein wird.

Kristian Kapp
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So sah der Pokal aus, nachdem ihn der Materialwart fallen liess.

So sah der Pokal aus, nachdem ihn der Materialwart fallen liess.

Keystone

Dumm, frech oder einfach nur naiv? Was sich die Person dachte, die gestern auf der Internetauktionsplattform «ricardo.ch» einen Teil des Davoser Meisterpokals zum Verkauf anbot, bleibt ihr Geheimnis ... Doch alles der Reihe nach. Es begann am Samstag um 23 Uhr, nachdem der HC Davos im Zürcher Hallenstadion als Schweizer Champion 2015 den Meisterpokal «Twin Skate» überreicht bekommen hatte.

Materialwart Paul Berri hätte nach den Feierlichkeiten auf dem Eis das orangefarbene Ding in die Kabine transportieren sollen. Doch weil Berri den fragilen Pokal dummerweise fallen liess, zerbrach dieser in mehrere Stücke. Geistesgegenwärtig kehrten die vor der Garderobe wartenden Ersatzspieler des HCD Scherben und sonstige Teile zusammen und brachten sie in die Kabine.

In einer Internetauktion konnte man einen Teil des Meisterpokals ersteigern. In einer Internetauktion konnte man einen Teil des Meisterpokals ersteigern.

In einer Internetauktion konnte man einen Teil des Meisterpokals ersteigern. In einer Internetauktion konnte man einen Teil des Meisterpokals ersteigern.

ho

Danach begannen die bei Meisterfeiern üblichen Spielchen: Medienvertreter, Fans und sonstige Personen, die sich via Parkplatz und Hintereingang Zutritt in die Katakomben des Hallenstadions verschafft hatten, wollten zu den feiernden Spielern, viele mit der blossen Absicht, irgendwelche Souvenirs ergattern zu können – HCD-Medienchef Markus Glarner hatte alle Hände voll zu tun, um ungebetene Gäste der Garderobe fernzuhalten.

«Pokal gehört dem HCD»

Nicht schlecht staunte man beim HC Davos aber gestern, als plötzlich auf ricardo» der Unterteil des Pokals zum Verkauf angeboten wurde. Und auch wenn der Verkäufer beteuerte, nichts entwendet, sondern nur «vor der Entsorgung bewahrt» zu haben, passte dies dem Rekordmeister nicht: «Wir haben bei ricardo.ch interveniert, weil wir es geschmacklos fanden», sagte HCD-Präsident Gaudenz Domenig gegenüber der «Südostschweiz».

Kurz darauf wurde das Angebot allerdings wieder von der Seite genommen. Kurz darauf wurde das Angebot allerdings wieder von der Seite genommen.

Kurz darauf wurde das Angebot allerdings wieder von der Seite genommen. Kurz darauf wurde das Angebot allerdings wieder von der Seite genommen.

ho

Beim Online-Auktionshaus wurde umgehend reagiert und der Verkauf gestoppt. ricardo-Mediensprecher Simon Marquard: «Man darf bei uns nur etwas verkaufen, was einem auch gehört. Wir haben uns auf die Darstellung des HC Davos verlassen, dass der Pokal ihm gehört.» Für Domenig ist der Fall damit abgeschlossen: «Den kaputten Unterteil brauchen wir nicht mehr. Wir werden den Pokal komplett neu anfertigen lassen müssen.» Der Hintergrund: Am Samstag steigt die grosse Meisterparty in Davos – am liebsten mit einem ganzen Pokal.

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