Eishockey WM

Die Gelassenheit des Jungstars: Nico Hischier an der Eishockey-WM

Nico Hischier übernimmt als 20-Jähriger eine Leaderrolle im Schweizer Team: Er ist sich nichts anderes gewohnt. Der junge Center trug schon in den U-18 und U-21-Auswahlen viel Verantwortung. Inzwischen steht der NHL-Spieler unter besonderer Beobachtung. Kann er dem Druck standhalten?

Um 12.15 Uhr beginnt für die Schweizer Nationalmannschaft in Bratislava mit dem Spiel gegen Aufsteiger Italien das WM-Turnier. Im Mittelpunkt steht dabei aufseiten der Auswahl von Nationaltrainer Patrick Fischer vor allem ein Mann: Nico Hischier. Der 20-Jährige ist in Abwesenheit der letztjährigen Silberhelden Timo Meier und Nino Niederreiter der grosse Hoffnungsträger in der Offensive der Schweizer.

Der Nummer-eins-Draft von 2017 hat sich bereits im jugendlichen Alter in der NHL, der besten Liga der Welt, etabliert. Jetzt läuft er zum ersten Mal für die Schweiz an einer WM auf höchster Stufe auf. An seinem Rollenverständnis ändert das nichts. Er ist es sich gewohnt, dass er in seinen Teams zu den grossen Zugpferden gehört. Das war schon in den U18- und U20-Auswahlen so.

Das war schon bei den Halifax Mooseheads in der kanadischen Juniorenliga so. Und das ist auch bei den New Jersey Devils so. Entsprechend sagt er mit der Gelassenheit eines Jungstars vor dem Auftakt zum WMTurnier: «Ich versuche einfach, meine Rolle so wie immer zu spielen und sowohl offensiv wie defensiv meine Aufgaben zu erledigen.»

Nico Hischier ist kein Mann der grossen Worte. Aber es ist sein Schicksal, dass er zusammen mit Roman Josi zu den Schweizer Spielern gehört, die vor allem für die ausländischen Medien von allergrösstem Interesse sind. Aber er ist sich auch in dieser Beziehung nichts anderes gewohnt.

Seit dem Tag, als er im Juni 2017 im NHL-Draft von den New Jersey Devils an erster Stelle ausgewählt worden war, steht er unter besonderer Beobachtung. Auch deshalb muss man sich aus Schweizer Sicht keine Sorgen machen, dass Nico Hischier an seiner ersten WM am Erwartungsdruck zerbricht. Er betont denn auch: «Ich freue mich sehr auf das Turnier. Aber nervös bin ich überhaupt nicht. Wenn, dann kurz vor dem ersten Spiel. So, wie immer.»

Andrighetto kommt am Sonntag

Nico Hischier wird im Spiel gegen Italien mit den beiden Flügelstürmern auflaufen, die er schon während der Vorbereitung an seiner Seite hatte: Kevin Fiala und Vincent Praplan. Das Trio bildet die nominell erste Sturmlinie der Schweizer. Der zweite Sturm wird vom noch um ein Jahr jüngeren Philipp Kuraschew angeführt. Er wird zusammen mit Lino Martschini und Grégory Hofmann eine Linie mit extrem viel Offensivpower bilden.

Andres Ambühl und Simon Moser stürmen neben Gaetan Haas. Und die nominell vierte Reihe bilden Tristan Scherwey, Christoph Bertschy und Noah Rod. Damien Riat und Alessio Bertaggia werden mit einem Platz auf der Tribüne vorliebnehmen müssen. Am Sonntag stösst mit Sven Andrighetto (Colorado Avalanche) ein weiterer NHL-Spieler zum Team. Er dürfte aber mit grösster Wahrscheinlichkeit erst am Dienstag gegen Österreich erstmals zum Einsatz kommen.

In der Verteidigung sind nach der Absage von Dean Kukan personell keine Fragen mehr offen. Der wegen einer Krankheit mit einem Tag Verspätung nach Bratislava gereiste Raphael Diaz trainierte am Freitag voll mit. Er dürfte gegen Italien wieder in der Mannschaft stehen – an der Seite von Youngster Janis Moser. Die anderen Defensivpaare heissen Roman Josi/Yannick Weber, Lukas Frick/Michael Fora sowie Romain Loeffel/Joel Genazzi.

Noch nicht ganz aufgegeben hat man die Hoffnung, dass Nino Niederreiter noch einen Weg an die WM findet. Das wird aber nur der Fall sein, sollten die Carolina Hurricanes in vier Spielen gegen die Boston Bruins ausscheiden. Und das ist doch eher unwahrscheinlich. Die Schweizer tun gut daran, nicht mit dem Churer zu rechnen. Mit Nico Hischier haben sie ja jetzt eine andere Kraft aus den Alpen.

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