Die Berner erlebten gleich zwei unschöne Premieren: Sie kämpfen erstmals seit der Einführung der Achter-Playoffs in der Saison 1988/89 nicht um den Meisterpokal und sind der erste Titelhalter, der die Playoffs verpasst hat.

Kurz vor der zweiten Pause war es im mit 10'069 Zuschauern gut gefüllten Hallenstadion richtig laut geworden, nachdem die 2:0-Führung von Lausanne in Freiburg eingeblendet worden war. Dies hatte nicht nur mit Schadenfreude zu tun, sondern war auch darauf zurückzuführen, dass Lausanne im Viertelfinal der angenehmere Gegner ist als Bern.

Den Sieg von Lausanne hätten die Lions allerdings gar nicht gebraucht. Dank Toren von Robert Nilsson, der bereits zum 1:1 reüssiert hatte, Mathias Seger, Patrik Bärtschi und Mark Bastl wendete der ZSC innerhalb von 126 Sekunden ein 1:2 (41.) in ein 5:2 (56.). Sämtliche vier Treffer erzielten die Gastgeber im Powerplay, das 2:2 in doppelter Überzahl. Dem SCB wurde eine Fünfminuten-Strafe gegen Geoff Kinrade zum Verhängnis.

Bis zu den Undiszipliniertheiten am Ende hatten die Gäste eine starke Leistung gezeigt, waren sie zweimal in Führung gegangen. Beide Treffer der Berner schoss der während Saison von Lugano zum Team gestossene Hnat Domenichelli.

Eventuell haben die Lions ihren 20. Heimsieg in dieser Saison teuer bezahlt. Im letzten Drittel schied Topskorer Roman Wick aus. Wie schlimm die Verletzung (am Knie?) ist, dazu sagte ZSC-Teamarzt Gerry Büsser nichts. Er wollte sich zunächst die MRI-Bilder anschauen. Der Ausfall von Wick, der eine überragende Saison spielt, wäre ein herber Schlag.

ZSC Lions - Bern 5:2 (0:0, 1:1, 4:1)

Hallenstadion. - 10'069 Zuschauer. - SR Mandioni/Massy, Arm/Küng. - Tore: 23. (22:00) Domenichelli 0:1. 33. Nilsson (Bergeron, Wick) 1:1. 41. Domenichelli (Bertschy, Plüss/Ausschluss Seger) 1:2. 54. (53:51) Nilsson (Shannon, Bergeron/Ausschlüsse Gardner, Kinrade) 2:2. 55. (54:37) Seger (Ausschluss Kinrade) 3:2. 56. (55:40) Bärtschi (Geering, Cunti/Ausschluss Kinrade) 4:2. 56. (55:57) Bastl (Seger, Nilsson/Ausschluss Kinrade) 5:2. - Strafen: 2mal 2 Minuten gegen die ZSC Lions, 4mal 2 plus 5 Minuten (Kinrade) plus Spieldauer (Kinrade) gegen Bern. - PostFinance-Topskorer: Wick; Plüss.

ZSC Lions: Flüeler; Bergeron, Seger; Stoffel, Geering; Blindenbacher, Schnyder; Tabacek; Fritsche, Senteler, Schäppi; Keller, Shannon, Wick; Nilsson, Trachsler, Bastl; Bärtschi, Cunti, Kenins; Baltisberger.

Bern: Bührer; Roche, Gerber; Kinrade, Kreis; Krueger, Grillfors; Wellinger; Pascal Berger, Vermin, Olesz; Loichat, Gardner, Scherwey; Bertschy, Plüss, Domenichelli; Alain Berger, Rubin, Rüthemann; Dostoinow.

Bemerkungen: ZSC Lions ohne McCarthy. Bern ohne Randegger, Furrer, Jobin, Ritchie (alle verletzt), Metropolit und Collenberg (beide überzählig). - Wick im letzten Drittel verletzt ausgeschieden.