National League

Der ZSC kann Meister – Sie besiegen in einem hochstehenden Spiel Meister Bern

Die ZSC Lions besiegen in einem hochstehenden Spiel Meister Bern 3:2 n.P.

Die ZSC Lions besiegen in einem hochstehenden Spiel Meister Bern 3:2 n.P.

Wie bringt man einen Finnen zum Sprechen? Mit zwei Niederlagen hintereinander. Der SCB hat gegen Langnau (3:5) und Biel (4:5 n.P) zweimal hintereinander nach einer 3:0-Führung verloren. Und nun gestern auch gegen die ZSC Lions (2:3 n.P). Und ihren Trainer zum Sprechen gebracht.

Grosse Trainer reagieren in speziellen Situationen anders als erwartet. Kari Jalonen ist nach der Niederlage im Hallenstadion ausgesprochen guter Laune. Obwohl er erstmals dreimal hintereinander mit dem SCB verloren hat.

Er macht eine Rechnung auf: «Wir haben in den drei letzten Spielen nur zwei Drittel nicht gut gespielt. Also gibt es keinen Grund zur Sorgen.»

Wo er recht hat, hat er recht

Sieben von neun Dritteln gut – wo er recht hat, da hat er recht. Und die Berner haben gegen Biel und die ZSC Lions ohne je einmal in Rückstand zu geraten.

Kari Jalonen sagte, er sei nach der Niederlage gegen Biel am Samstagabend nicht laut geworden. «Ich habe nur die Zeit für die Besammlung am Sonntag für die Abfahrt nach Zürich durchgegeben.»

Ins Gewissen geredet

Am Ende hat es dann allerdings eine Predigt gegeben. «Ich habe zur Mannschaft gesprochen». Auf die Frage wie lange, sagt er nach einigem Überlegen, es seien wohl um die 15 Minuten gewesen.

Als jemand wissen will, ob es denn einen Finnen gebe, der eine Viertelstunde ohne Unterbruch rede, schränkt er ein: «Ich habe nicht nur über das vorangegangene Spiel geredet. Es ging um die ganze Saison und unsere Situation.»

Oder einfacher: Kari Jalonen hat seinen Jungs ins Gewissen geredet. Und war zufrieden. «Die Reaktion in Zürich war gut. Auch wenn das Resultat etwas anderes sagt.»

Nur eine Fussnote

Der Meister hatte gegen die ZSC Lions mit Pascal Caminada im Tor gespielt. Kari Jalonen sagt, das sei schon seit mehr als einer Woche so geplant gewesen.

Und hat der neutrale Beobachter den Eindruck, die Partie im Hallenstadion sei nur eine Fussnote in der Geschichte einer langen Saison.

Für die ZSC Lions stand mehr auf dem Spiel. Während Kari Jalonen in Bern als letztjähriger Meistertrainer uneingeschränkte Autorität geniesst, steht Cheftrainer Hans Wallson bei den ZSC Lions seit seinem Arbeitsbeginn im Herbst 2016 in der Kritik.

Sie können Meister

Die hochstehende, intensive, schnelle Partie gegen den Titelverteidiger hat den Zürchern einen Sieg nach Penaltys, zwei Punkte und einen wichtigen Hinweis beschert: sie können Meister. Sie haben in allen drei Zonen und von Anfang bis Ende auf Augenhöhe mit dem Leader gespielt.

Sie hielten das Tempo und die Intensität ohne Schwierigkeiten aus. Mit ziemlicher Sicherheit könnten die ZSC Lions den SC Bern in einem Playoff-Finale erfolgreich herausfordern. Sie haben dazu alle spielerische und taktische Mittel.

Das Problem wird sein, auf dem Weg ins Finale auch die Teams zu besiegen, die nicht Hockey spielen wie der SCB. Sondern Hockey zu verhindern versuchen.

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