Eishockey-WM

Der wunde Punkt der Kanadier steht im Tor: So muss die Schweiz im Halbfinal auftreten

Torwart Darcy Kuemper gehört zu den Schwachstellen der Kanadier.

Torwart Darcy Kuemper gehört zu den Schwachstellen der Kanadier.

Die Situation schaut ähnlich aus, wie die im Viertelfinal. Die Schweiz steigt gegen Kanada, wie schon gegen Finnland, als Aussenseiter in die Begegnung. Dennoch, die Schweiz muss die Schwachpunkte des Gegners ausnutzen und so auftreten wie gegen Finnland.

Die Schweiz ist, wie schon im Viertelfinal gegen Finnland, auch im Halbfinal gegen Kanada klarer Aussenseiter. Zumindest auf dem Papier. Wie man gegen einen favorisierten Kontrahenten ans Werk gegen muss, zeigten die Schweizer aber gegen die Finnen auf eindrückliche Art und Weise: Voller Energie, mutig, konzentriert, hartnäckig.

Einer der Schlüssel wird sein, die Kanadier früh zu stören, sie zu nerven. Und: ihren Schwachpunkt auszunützen. Auf der Goalieposition sind die Ahornblätter nämlich alles andere als hochkarätig besetzt.

Weder Curtis McElhinney, der bei den Toronto Maple Leafs meistens auf der Ersatzbank sitzt, noch Darcy Kuemper, der das Tor bei einem der schwächsten NHL-Teams, den Phoenix Coyotes, hütet, gehören zur internationalen Spitzenklasse. Das könnte die grosse Chance der Schweizer sein. Was bedingt, dass man resolut in den Abschluss geht.

Defensive Ordnung nicht verlieren

Bei allem Offensivdrang ist es jedoch unabdingbar, dass die defensive Ordnung nicht verloren geht. Denn das, was die Kanadier punkto offensiver Feuerkraft aufs Eis bringen, das ist Weltklasse. Allen voran gilt es, Superstar Connor McDavid irgendwie in den Griff zu bekommen.

Wie schwierig das ist, mussten schon die Russen im Viertelfinal erleben, als McDavid zum 5:4-Sieg der Kanadier nach Verlängerung drei Assists beisteuerte. Vor allem sein Pass beim Siegtreffer von Ryan O’Reilly war eine eindrückliche Kostprobe von McDavids Können.

Dass die Kanadier den Schweizern durchaus liegen, war in den vergangenen Jahren immer wieder ersichtlich. In Paris besiegte die Mannschaft von Patrick Fischer den Rekordweltmeister vor Jahresfrist unter anderem dank zwei Treffern von ZSC-Lions-Stürmer Fabrice Herzog mit 3:2 nach Verlängerung.

2013 gewann die Schweiz auf dem Weg zu WM-Silber in Stockholm mit 3:2 nach Penaltyschiessen. Und 2010 gewann man in Mannheim den Vergleich sogar 4:1. Dazwischen gab es zwei knappe Siege der Kanadier und einen Schlappe beim 2:7 in Prag unter der desolaten Führung von Glen Hanlon.

Genoni oder Berra?

Natürlich können sich die Schweizer von der Vergangenheit nichts kaufen. Aber dieser Rückblick zeigt, dass an einem sehr guten Tag auch gegen eine kanadische Auswahl ein Exploit möglich ist. Offen ist noch, welcher Goalie sich heute Abend McDavid und Co. in den Weg stellen wird. Sowohl der gegen Finnland überzeugende Leonardo Genoni als auch der wiedergenesene Reto Berra sind für Fischer valable Alternativen.

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