Eishockey NLA

Der Traum vom nächsten Schritt: Ist der EHC Biel reif dafür?

Der EHC Biel ist im Hoch.

Der EHC Biel ist im Hoch.

Dem EHC Biel gelingt der Playoff-Auftakt gegen Ambri nach Wunsch. Die Seeländer bezwingen die Tessiner in der ersten Viertelfinalpartie mit 3:1. Sind die Bieler weiter als letzte Saison?

Die Stimmung rund um die Bieler Tissot-Arena ist an diesem ersten Playoff-Abend der Saison geprägt von Zuversicht. Das schmucke Stadion ist bis auf den letzten Platz ausverkauft. Der Gästesektor gefüllt mit einer stimmgewaltigen, in blau-weissen Farben eingekleideten Truppe von Ambri-Fans. Die Zuschauer auf den Sitzplätzen wurden mit Klatschkartons ausgerüstet. Gemeinsam mit der Bieler Fankurve versuchen sie, der blau-weissen Armada aus Ambri Paroli zu bieten.

Unten auf dem Eis sind die Kräfteverhältnisse je länger das Spiel dauert, umso eindeutiger. Der EHC Biel hat das Überraschungsteam aus Ambri mit Ausnahmen weniger Phasen bestens im Griff. Auch wenn ganz am Ende, als Jannick Fischer 15 Sekunden vor der Schlusssirene der Anschlusstreffer zum 1:2 gelingt, noch einmal ein Hauch von Spannung zurückkehrt, so gibt es keinenZweifel, welches das bessere der beiden Teams ist.

Eindrückliche Werte

Man sollte sich in den Playoffs hüten, schon nach einem Spiel ein erstes Urteil zu fällen und gross darüber zu philosophieren, wie sich eine Serie entwickeln wird. Es gibt jedoch Tendenzen,die darauf hindeuten, dass der EHC Biel ein eigentlicher Angstgegner des HC Ambri-Piotta ist. In der Qualifikation gingen die Leventiner in vier Anläufen leer aus gegen die Seeländer.

17:2 lautetedas Torverhältnis zugunsten der Bieler. Rechnet man das erste Playoff-Duell dazu, dann lautet die Saisonbilanz aus Sicht des EHC Biel: Fünf Spiele, fünf Siege, 20:3 Tore. Das sind eindrückliche Werte.

Das erste Playoff-Spiel bot aus Sicht von Ambri-Piotta nicht gerade viele ermutigende Aspekte, dass sich in absehbarer Zeit eine Trendwende ergeben könnte. Was vor allem auffällig ist: Die Bieler haben mindestens einen Gang mehr in ihrem Motor. Läuferisch trennen die beiden Mannschaften Welten.

Die Biancoblu hatten wegen der massiven Speed-Differenz riesige Mühe, Zugriff auf das Spiel zu bekommen. Die Schnelligkeit gepaart mit der spielerischen Klasse ist für den EHC Biel ein riesiger Vorteil im Vergleich zu den zähen Kämpfern aus dem Tessin.

Zumal Ambris beste Sturmlinie um Topskorer Dominik Kubalik gegen die sehr diszipliniert und konsequent verteidigenden Bieler kaum Land sah. EHCB-Verteidigungsminister Beat Forster durfte nach dem ersten Playoff-Duell zufrieden feststellen, dass «wir uns an unser Konzept gehalten haben».

Sprich: Wenn die talentierten, bisweilen etwas leichtsinnig und verspielt auftretenden Seeländer auch ihre defensiven Pflichten hundertprozentig erledigen, dann sind sie für jeden Gegner ein unbequemer Kontrahent.

Auf dem Papier noch stärker

Aber ist dieser EHC Biel auch reif für einen nächsten Schritt auf der Erfolgsleiter? Im vergangenen Jahr wurde die Mannschaft von Trainer Antti Törmänen auf dem Weg in den Playoff-Final jäh gebremst.

In der Halbfinal-Serie gegen Lugano hatte man die ersten beiden Vergleiche gewonnen und führte im dritten Duell vor heimischem Publikum bereits mit 3:0. Ehe ein Gegentor im Powerplay die Luganesi aus dem Nichts ins Spiel zurückbrachte und schliesslich die ganze Serie kippen liess. Auf dem Papier ist die aktuelle Ausgabe des EHCB klar stärker einzuschätzen als jenedes Vorjahrs. Ergo müsste logischerweise auch eine Steigerung im Bereich des Möglichen sein.

Zu weit vorausblicken mag man bei den Bielern aber natürlich nicht. Beat Forster sagt, angesprochen auf den Reifeprozess, welche die Mannschaft durchgemacht hat: «Natürlich helfen die Erfahrungen, die wir im vergangenen Jahr gemacht haben. Aber wir müssen uns auf das Hier und Jetzt konzentrieren. Und das heisst für uns: Auch am Dienstag so auftreten wie im ersten Spiel. Dann kommt es gut.»

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