Eishockey
Der Strichkampf ist so spannend wie seit Jahren nicht mehr

Drei Runde vor dem Ende des Qualifikationsmarathons dürfen sich noch fünf Mannschaften Hoffnungen auf zwei Playoff-Plätze machen. So spannend war der Kampf um die Plätze an der Sonne genau zehn Jahre nicht mehr.

Marcel Kuchta
Drucken
Teilen
7. Lausanne (Harri Pesonen) 48 Spiele/64 Punkte. – Restprogramm: Bern (a), Servette (h).
5 Bilder
8. Kloten (Michael Liniger) 47/63. – Restprogramm: Lugano (h), SCL Tigers (h), SCL Tigers (a).
9. HC Ambri-Piotta (Paolo Duca) 48/63. – Restprogramm: Biel (a), Lugano (h).
10. Bern (Martin Plüss) 47/61. – Restprogramm: Servette (h), Lausanne (h), Fribourg (a).
Die Ausgangslage im Strichkampf

7. Lausanne (Harri Pesonen) 48 Spiele/64 Punkte. – Restprogramm: Bern (a), Servette (h).

Keystone

Letzmals spielte sich im Februar 2006 ein ähnliches Drama ab. Damals stritten sich sogar sieben Teams – also über die Hälfte der Liga (!) – um vier verbleibende Slots für den Kampf um den Meistertitel. Den Sprung unter die Top-8 schafften damals unter anderem die Rapperswil-Jona Lakers (4.) und der EHC Basel (!). Der grosse Unterschied von damals zu heute ist, dass 2006 lediglich zwei Punkte für einen Sieg vergeben wurden (heute 3) und somit die Punktabstände per se kleiner waren. Ausserdem wurden lediglich 44 Runden absolviert, was der speziellen Ausgeglichenheit ebenso förderlich war.

In den folgenden Jahren hielt sich das Drama jeweils in engen Grenzen. Oft war das Rennen um die Playoff-Plätze drei Runden vor dem Ende der Qualifikation bereits entschieden, oft balgten sich noch zwei Teams um Platz 8. Im Gegensatz zu früher hat sich das Niveau innerhalb der Liga noch einmal angeglichen. Der Unterschied zwischen den Mannschaften wird tendenziell kleiner. An einem guten Abend kann auch der Tabellenletzte gegen den Leader gewinnen. Die SCL Tigers kämpften sich mit Siegen gegen die Spitzenteams aus Zug und Davos zurück in das Rennen um einen Playoff-Platz. Sie profitierten dabei aber auch vom Umstand, dass die «Grossen» nicht mehr mit aller Ernsthaftigkeit zu Werke gingen.

So verlief der Strichkampf in den letzten 10 Jahren

2005/2006: Drei Runden vor Schluss kämpfen Ambri (41 Punkte), Zug (41), Basel (40), die ZSC Lions (38), Fribourg (38), Kloten (37) und Servette (33) um vier Playoff-Plätze. Ambri, Zug, Basel und Kloten schaffen den Sprung über den Strich, die ZSC Lions müssen in ihrer ersten Saison im renovierten Hallenstadion in die Abstiegsrunde.

06/07: Drei Runden von Schluss ist alles entschieden. Die ZSC Lions qualifizieren sich dank eines 3:1-Siegs in Basel als letztes Team für die Playoffs – und scheitern in der ersten Runde am späteren Meister und Quali-Sieger Davos.

07/08: Eine ähnlich spannende Ausgangslage wie in diesem Jahr: Rapperswil (48/70), Fribourg (47/68), Langnau (47/65) und Lugano (48/64) hoffen auf zwei freie Playoff-Plätze. Die Lakers und Fribourg schaffen es, Lugano muss trotz Schlussspurt sensationell unten durch.

08/09: Nur noch zwei Teams kämpfen in dieser Saison um einen verbleibenden Platz – und tun dies auf dramatische Art und Weise. Der hoch favorisierte EV Zug fängt die SCL Tigers vor allem dank eines 4:0-Siegs im Direktduell in Langnau am vorletzten Spieltag noch ab.

09/10: Null Spannung am Strich in dieser Saison. Der Abstand zwischen dem achtklassierten Lugano und dem neuntklassierten EHC Biel beträgt am Ende acht Punkte.

10/11: Auch in dieser Saison gibt es kein Drama am Strich. Der EHC Biel landet wieder auf Platz neun, acht Punkte hinter dem letzten Playoff-Teilnehmer Fribourg.

11/12: Der EHC Biel behält in einem dramatischen Kopf-an-Kopf-Rennen gegen Servette das bessere Ende. Die Seeländer unterliegen am letzten Spieltag zwar zu Hause gegen den HC Davos, gleichzeitig verliert aber auch Servette in Zürich mit 0:3 und bleibt somit unter dem Strich.

12/13: Wieder ist der EHC Biel in einen packenden Zweikampf verwickelt. Drei Runden vor Schluss der Qualifikation liegen die Seeländer noch zwei Zähler hinter den Kloten Flyers zurück. Mit drei Siegen – darunter einem 7:0 gegen die ZSC Lions – reissen die Bieler aber noch das Ruder herum und sichern sich die Playoff-Teilnahme.

13/14: Wieder kommt es zu einem Duell am Strich. Überraschend dabei ist Meister SC Bern, welcher drei Runden vor Schluss zwei Zähler Vorsprung auf Aufsteiger Lausanne aufweist. Doch die Berner zeigen Nerven und verpassen mit drei Niederlagen in Serie sensationell den Sprung in die Playoffs. Den Lausannern reichen zwei 2:1-Auswärtssiege in Ambri und Fribourg zum grossen Coup.

14/15: So dramatisch die Kopf-an-Kopf-Rennen der vorangegangenen drei Saisons verliefen, so undramatisch war der Strichkampf in der letzten Spielzeit. Schon drei Runden vor Schluss stand fest, dass mit Fribourg und Kloten zwei favorisierte Teams dem Kampf um den Meistertitel zuschauen müssen.

Aktuelle Nachrichten