Eishockey

Der Krieger mit den schönen Zähnen

Hart in Nehmen, aber auch im Geben

Owen Nolan

Hart in Nehmen, aber auch im Geben

Stürmerstar Owen Nolan gibt heute Abend seine Premiere im Dress der ZSC Lions Eishockey. Nach 1200 Spielen in der NHL soll der 38-jährige Powerforward nun bei den ZSC Lions für mehr Zug nach vorne sorgen.

Wenn Owen Nolan lächelt, dann erblickt man zwei perfekt ebenmässige Zahnreihen – wie in der «Perlweiss»-Werbung. Das Erstaunliche daran? Die Zähne sind echt. «Ehrlich. Die Leute glauben es mir nicht. Ich weiss ja selbst nicht, wie ich das geschafft habe. Es muss Zauberei sein», erklärt Nolan schmunzelnd.

Es ist tatsächlich ein Wunder, dass ein Eishockeyprofi nach einer 20 Jahre dauernden Karriere mit über 1200 NHL-Spielen immer noch über ein komplettes Set eigener Zähne verfügt. Umso mehr, als Owen Nolan kein Spieler ist, der einem Zusammenstoss aus dem Weg geht. Er schaffte sich in Nordamerika den Ruf des klassischen «Powerforward». Eines Stürmers, der immer dorthin geht, wo es wehtut. Nolans Heimat ist der Slot. Jener Raum in der gegnerischen Verteidigungszone, wo die Chance am grössten ist, ein Tor zu schiessen. Dort auch, wo man als Stürmer am meisten Schläge einstecken muss und die Pucks oft gefährlich nah am Kopf vorbeizischen. Dort auch, wo man schnell mal in einen handfesten Faustkampf verwickelt wird. Kurz: Man muss ein Krieger sein, um diese physische Dauerbelastung einigermassen zu ertragen.

Der Traum vom Stanley-Cup-Sieg

Owen Nolan hat in der NHL alles erlebt, aber noch nicht alles erreicht. Der Gewinn des Stanley-Cups, des NHL-Meisterpokals, fehlt noch in seinem Palmarès. Auch mit 38 träumt er noch davon, die begehrte Trophäe dereinst noch mal in die Luft stemmen zu können. Doch dafür müsste er wieder einen Job bei einem der 30 NHL-Teams bekommen.

ZSC: So hart spielt die Neuverpflichtung Owen Nolan

So hart geht Owen Nolan zur Sache

Im Sommer erhielt der in Belfast/Nordirland geborene Kanadier bei seinem letzten Arbeitgeber, den Minnesota Wild, keinen neuen Vertrag mehr. Auch von den anderen Teams gab es keine Angebote. Es erging Owen Nolan damit ähnlich wie vielen anderen NHL-Veteranen. In den meisten NHL-Teams setzt man heuer aus Kostengründen vermehrt auf die eigenen Nachwuchsspieler. «Diese Entwicklung kam auch für mich etwas überraschend», sagt Nolan, der sich aber trotzdem noch Chancen ausrechnet, in absehbarerer Zeit wieder in die beste Liga der Welt zurückzukehren. Er würde dabei auch in Kauf nehmen, bei einem der schwächeren Teams zu unterschreiben: «Nur wenn ich in der NHL spielen kann, habe ich die Chance, mein Traumziel zu erreichen», sagt er lapidar.

Vorderhand stehen für ihn aber erst einmal die ZSC Lions im Mittelpunkt. Sein Vertrag bei den Löwen läuft bis zum 21.November. Sollte sich in Nordamerika nichts ergeben, dann könnte sich Owen Nolan durchaus vorstellen, die ganze Saison in Zürich zu bestreiten. Seine Familie bleibt so oder so im heimatlichen San Diego, wo der rechte Flügelstürmer zwei Sportbars besitzt. Nolan wohnt in den kommenden Wochen in Oerlikon im «Swissôtel».

Auftrag: Tore schiessen

Heute Abend gibt der neue Hoffnungsträger der ZSC Lions gegen Rapperswil sein mit Spannung erwartetes NLA-Debüt. Im gestrigen Training, wo er sich während der Powerplay-Übungen stets vor dem Goalie breitmachte, spielte er zusammen mit Center Domenico Pittis und Mark Bastl. Die Folgen des Jetlags, die am Samstag seine Premiere in Genf verunmöglicht hatten, hat Nolan überwunden. «Ich fühle mich gut», sagte der Routinier nach seiner zweiten Trainingseinheit. Er soll für seine Mannschaft die so dringend benötigten Tore schiessen. In Zürich hofft man auf jeden Fall, dass Owen Nolan schon heute Abend sein allerschönstes Siegerlächeln zeigen darf.

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