Der neue Hoffnungsträger: Magnus Nygren.

Der Schwede steht für so etwas wie den Mentalitätswandel, den HCD-Trainer Arno Del Curto vollzogen hat. Letzte Saison setzte er in der Defensive auf die Dienste von Nygrens Landsmann Daniel Rahimi. Der war ein Mann fürs Grobe. Ein grundsolider Defensivverteidiger, der seinen mehrheitlich jungen Nebenleuten das Einmaleins der Verteidigungsarbeit näher bringen sollte. Nygren ist von seiner Spielweise her das komplette Gegenteil von Rahimi. Er ist ein klassischer Offensivverteidiger mit besonderen Qualitäten im Powerplay. Ob sich diese Eigenschaften mit Arno Del Curtos Ideen des Eishockeys decken, bleibt abzuwarten. Offensivverteidiger fanden beim HCD zuletzt nur selten ihr Glück.

 

Das alte Sorgenkind: Fabian Heldner.

Heldner gehört zu der Gruppe von Davoser Verteidigern, die nach der Meistersaison 14/15 stagnierten und nicht mehr den erhofften Schritt nach vorne vollziehen konnten. Nach den Abgängen von Beat Forster (und des stabilisierenden Rahimis) muss die Verteidiger-Gruppe um die gross gewachsenen Heldner, Paschoud, Jung und Kindschi mehr Verantwortung übernehmen. Ob dieser Schritt gelingt, bleibt abzuwarten. Nimmt man die Leistungen in der Vorbereitung und der Champions Hockey League als Massstab, dann besteht noch grosses Steigerungspotenzial. Besonders im Unterzahlspiel.

Fabian Heldner muss sich in der verjüngten Davoser Verteidigung bewähren.

Fabian Heldner muss sich in der verjüngten Davoser Verteidigung bewähren.

Der Schlüsselspieler: Perttu Lindgren.

Der Finne liess sich im Sommer an den Hüften operieren und wird bald sein Comeback geben. Der finnische Schlüsselspieler in Reihen des HCD war schon in den letzten Playoffs nur noch mit halber Kraft unterwegs. Mit der entsprechenden Auswirkung auf die Performance der ganzen Mannschaft. Der 30-Jährige ist vertraglich bis 2021 (!) an Davos gebunden. Ein Zeichen für die grosse, gegenseitige Wertschätzung. Findet Lindgren wieder zurück zu alter Stärke, wird die stark besetzte HCD-Offensive noch unberechenbarer.

Perttu Lindgren muss die Davoser Offensive orchestrieren.

Perttu Lindgren muss die Davoser Offensive orchestrieren.

Der Trainer: Arno Del Curto.

Der 61-Jährige nimmt heuer seine 22. (!) Saison als HCD-Trainer in Angriff. Trotzdem treibt er seine Mannschaft mit ungebremster Energie voran und hat ein klares Ziel vor Augen: Der Kern mit den absoluten Leistungsträgern des Teams ist vertraglich noch bis zum Ende der Saison 2018/2019 an den Rekordmeister gebunden. Am Ende dieses Zyklus soll der HC Davos – wenn alles nach Plan läuft – zumindest einen weiteren Titel geholt haben.

Ein Monument in den Davoser Bergen: HCD-Trainer Arno Del Curto.

Ein Monument in den Davoser Bergen: HCD-Trainer Arno Del Curto.

Fazit

In der Offensive gehören die Davoser zum Besten, was die Liga zu bieten hat. Ob das reicht, um im Kampf um den Meistertitel ganz bis zum Schluss mitreden zu dürfen, muss man allerdings anzweifeln. Die Verteidigung erscheint momentan noch etwas suspekt. Ebenso muss sich weisen, ob das junge Goalieduo Gilles Senn/Joren van Pottelberghe die guten Eindrücke aus der letzten Saison bestätigen und sich weiter steigern kann. Oder anders ausgedrückt: es muss wirklich alles passen, damit der HCD im kommenden Frühling seinen 32. Meistertitel feiern kann. Damit rechnen, sollte man nicht. Ganz ausschliessen darf man es aber auch nicht.

«Nordwestschweiz»-Tipp

5. Rang nach der Qualifikation