Eishockey

Der HC Davos sucht den Nachfolger von Arno Del Curto – die Lückenbüsser leiden

René Müller (l.) und Michel Riesen leiten das erste HCD-Training nach dem Abgang von Arno Del Curto.

René Müller (l.) und Michel Riesen leiten das erste HCD-Training nach dem Abgang von Arno Del Curto.

Nach dem Rücktritt vom langjährigen Trainer Arno Del Curto braucht der HCD einen Ersatz. Michel Riesen muss einspringen. Er macht einen Job, den er gar nicht machen will.

Am Dienstag-Vormittag trat Arno Del Curto nach über 22 Jahren als Trainer des HC Davos zurück. Und stürzte damit seinen langjährigen Arbeitgeber wenig überraschend in massive Turbulenzen. Die Suche nach dem Nachfolger solch einer Trainerlegende ist selbstredend ein schwieriges und kompliziertes Unterfangen. Eines, das sich nicht von heute auf morgen lösen lässt.

Nur etwas hat der HC Davos derzeit nicht: Zeit. Der Rekordmeister betont in einer Medienmitteilung, dass man mit Hochdruck an der Zusammenstellung eines neuen Trainer-Stabes bis Saisonende arbeite. Die taumelnde Mannschaft muss sportlich dringend stabilisiert werden. Und so stellt sich nicht nur die Frage, wer das Schiff mittel- bis langfristig wieder auf Kurs bringt, sondern auch, wer als Interimslösung temporär die Trainings leitet und während der Spiele coacht.

Michel Riesen muss einspringen

Am Dienstagabend sprangen im Cupspiel gegen die Rapperswil-Jona Lakers (3:4 n.V.) in der Not die beiden bisherigen Assistenten von Arno Del Curto, Remo Gross und Sandro Rizzi ein. Die beiden engen Vertrauten des abgetretenen HCD-Trainers schlossen einen weiteren Einsatz aber kategorisch aus. Nun muss der Elite-Junioren-Trainer ran: Michel Riesen. Er wird zusammen mit Sportchef René Müller, dessen Hauptaufgabe es zurzeit wäre, einen neuen Headcoach zu finden, die Mannschaft bis und mit den beiden Wochenend-Spielen gegen Genf und in Bern betreuen. Dann, so alles nach Plan läuft, sollte feststehen, wer die Nachfolge von Arno Del Curto antritt.

Wie unpopulär der Job als Interimslösung ist, zeigt allein die Tatsache, dass man im Klub allergrösste Mühe hatte, eine interne Lösung zu finden. Alle Beteiligten sind sich der unschönen Gesamtsituation bewusst. Zumal bei Vielen die emotionale Verbundenheit zu Arno Del Curto immer noch intensiv ist. Wer für den Engadiner einspringt, der begeht gefühlsmässig eine Mischung zwischen Verrat und Gotteslästerung. Michel Riesen, der selber neun Jahre unter Del Curto Spieler war und dabei vier Meistertitel feierte, zog es nach dem Training am Donnerstag vor, zu schweigen. Das Signal ist klar: Ich mache hier einen Job, den ich eigentlich gar nicht machen will. Assistiert wird der Seeländer, der seine Aktivkarriere vor vier Jahren beim EHC Basel beendete, von René Müller.

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