Finale
Der grosse Showdown: Gewinnen die Berner gegen die Löwen?

Die beiden Finalisten SC Bern und ZSC Lions im Vergleich unserer Sportredaktion. Das Fazit ist kurz und knapp - und besagt einen hauchdünnen Sieg der Berner Bären.

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Torhüter:

SCB: Marco Bührer bestreitet seinen vierten Playoff- Final mit dem SC Bern. Zwei Meistertitel (2004, 2010) hat der 32-Jährige bereits gewonnen. Er weiss, was es braucht, um eine Mannschaft auf den Thron zu führen. Seine Konstanz und seine Routine sind wichtige Erfolgsfaktoren für den SCB.
ZSC: 1,13 Gegentore pro Spiel. 95,63 Prozent Fangquote. 8 Starts, 8 Siege: Die Statistiken von Lukas Flüeler suchen ihresgleichen. Der 24-Jährige war seiner Mannschaft bisher ein sehr sicherer Rückhalt. Was ihm noch fehlt, ist die Routine: Er bestreitet seine erste Finalserie als Stammgoalie.

Verteidigung:
SCB: Solide. Dieses adjektiv umschreibt die SCB-Defensive am besten. Die Herren Gerber, Hänni, Furrer, Kwiatkowski, Kinrade und Jobin verkörpern allesamt die Berner Handwerker-Philosophie. Mit einem einfachen, risikolosen Spiel blieb man gegen Kloten und Fribourg erfolgreich.
ZSC: Eigentlich ist die Defensive bei den ZSC Lions ein Gesamtkunstwerk, welches Verteidiger und Stürmer gleichermassen bilden. Im Vergleich zu den Bernern verfügen die Zürcher aber über die kreativeren Elemente mit Severin Blindenbacher und Mathias Seger.
Sturm:

SCB: Die Mischung machts: Beim SC Bern wird im Sturm quasi jeder Teilbereich ideal abgedeckt. Trainer Antti Törmänen kann seine vier Linien bedenkenlos laufen lassen, egal, wer beim Gegner auf dem Eis steht.
ZSC: Wie sein Berner Antipode Antti Törmänen kann auch ZSC-Trainer Bob Hartley auf vier ausgeglichene Sturmlinien zurückgreifen. Die wichtigen Stützen im Zürcher Sturm sind zum richtigen Zeitpunkt in Hochform gekommen.

Trainer:
SCB: Antti Törmänen ist auf diesem Niveau ein Playoff-Neuling. Der Mann, der den entlassenen Cheftrainer Larry Huras beerbt hat, agiert wie ein alter Hase an der Bande und verpasste seiner Mannschaft ein fast perfektes, taktisches Konzept. Macht einen sehr besonnenen Eindruck, kann aber, wenn es sein muss, durchaus auch laut werden.
ZSC: Trainer Bob Hartley hat in Nordamerika schon fast auf allen Leistungsstufen Titel gewonnen. Er hat aus den ZSC Lions in den letzten Monaten in einem teilweise schmerzhaften Prozess eine bestens funktionierende Maschine gebaut, die taktisch auf höchstem Niveau agiert. Auf der Trainerbank sind die Zürcher klar im Vorteil.
Ausländer:
SCB: Jean-Pierre Dumont und Byron Ritchie bilden zusammen mit Goalgetter Pascal Berger die gefährlichste Sturmlinie der Berner. In der Verteidigung spielen Geoff Kinrade und Joel Kwiatkowski eher Nebenrollen. Travis Roche, der Mann, der an der blauen Linie für offensive Duftmarken sorgen könnte, ist dauerverletzt.
ZSC: Jeff Tambellini war in den bisherigen Playoff-Spielen ein vorbildlicher Leader für seine Mannschaft. Steve McCarthy ist der eigentliche Verteidigungsminister, der unauffällige, aber effektive Arbeit verrichtet. Wenn der verletzte Domenico Pittis zurückkehrt (vermutlich am Donnerstag), wird das ZSC-Ensemble noch besser.

Erfahrung:
SCB: In den Reihen der Berner stehen viele routinierte Spieler, die bereits mehrere Meistertitel gewonnen haben - sogar die Jungen wie Berger, Froidevaux oder Scherwey waren schon 2010 beim Titelgewinn dabei.
ZSC: Bob Hartley hat den jungen Spielern wie Schäppi, Kenins, Cunti oder Baltisberger teilweise tragende Rollen im ZSC-Kollektiv übertragen. Ihnen geht, wie Goalie Lukas Flüeler, aber noch die Routine ab, die in den Playoffs oft so wertvoll ist.
Zuschauer:
SCB: Die Postfinance-Arena wird in jedem Finalspiel ausverkauft sein und für die eigene Mannschaft wie eh und je ein enormer Rückhalt sein. Wer sich als Auswärtsteam in diesem Hexenkessel durchsetzen will, braucht gute Nerven.
ZSC: Auch das Hallenstadion dürfte in jedem Finalspiel ausverkauft sein. Im Gegensatz zur tristen Stimmung, die während der Qualifikation oft herrschte, wird der Lärmpegel in der «Halle» während des Finals beträchtlich hoch sein.

Fazit:
Die beiden Teams sind auf dem Papier extrem ausgeglichen. Der Schlüssel zum Erfolg für die Berner könnte die grössere Routine und der Heimvorteil sein - besonders, wenn die Finalserie über die maximale Distanz gehen sollte. Die Zürcher haben vor allem einen Trumpf: Trainer Bob Hartley. Gelingt es dem Kanadier, sein Gegenüber Antti Törmänen auszucoachen, dann können die Lions Meister werden. Sie werden sich ihren Titel und das Glück wieder erkämpfen müssen.

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