Damit durfte man nicht rechnen: Die Kloten Flyers haben eine ihrer grössten personellen Lücken mit der Verpflichtung eines neuen Sportchefs (endlich) gefüllt. Dass es sich beim neuen starken Mann allerdings um André Rötheli handelt, kommt einer grossen Überraschung gleich. Rötheli setzte sich gegen prominentere und lokal verankerte Konkurrenten wie Jean-Jacques Aeschlimann (bis Ende Saison noch Sportchef bei Ambri-Piotta), Martin Bruderer (Ex-Spieler der Flyers und ehemaliger Geschäftsführer der SCL Tigers) oder Marcel Jenni (Spieler der Kloten Flyers) durch, obwohl er seit dem Ende seiner Spielerkarriere (im Frühling 2007) als Sportchef noch keinerlei Erfahrung sammeln konnte. Der 42-Jährige arbeitete zunächst für einen Eishockeyartikel-Vertrieb, wechselte dann in die Versicherungsbranche, ehe er den Posten des Nachwuchsverantwortlichen beim EHC Olten übernahm und später auch Assistenztrainer des NLB-Teams wurde.

Für den CEO der Kloten Flyers, Wolfgang Schickli, ist Röthelis fehlendes Know-how als Sportchef kein Handicap: «Er erfüllt unser Profil zu hundert Prozent. Er kennt sich im Schweizer Eishockey sehr gut aus und hat uns mit seiner Vision überzeugt.» Trotz Schicklis lobenden Worten muss man allerdings festhalten: Röthelis Wahl mutet seltsam an und macht ein wenig den Anschein, als ob man in Kloten erst auf den Namen und dann auf den «Rucksack» des Bewerbers geschaut hat. Dass in der offiziellen Medienmitteilung die Prominenz des Namens des neuen Sportchefs extra erwähnt wird, stützt diese Wahrnehmung. André Rötheli war als Spieler zweifellos jahrelang eine der grossen Figuren des Schweizer Eishockeys. Als Sportchef sind allerdings andere Qualitäten gefragt.

Muss Kloten eine Ablöse zahlen?

In Olten, dem bisherigen Arbeitgeber Röthelis, nahm man den Lauf der Dinge einigermassen verwundert zur Kenntnis. Die Oltner Verantwortlichen wurden von André Rötheli erst am Mittwochabend vor vollendete Tatsachen gestellt und waren auch von den Kloten Flyers nie kontaktiert worden. Interessant ist nun, wie sich die Ablösemodalitäten entwickeln. Oltens Geschäftsführer Peter Rötheli stellte klar, dass der abtrünnige Mitarbeiter noch über einen bis Ende Saison laufenden, gültigen Vertrag mit dem EHC Olten verfügt. Will heissen: Wollen die Kloten Flyers, dass André Rötheli seine neue Stelle per sofort antritt, dann werden sie ihn bei seinem alten Arbeitgeber aus dem aktuellen Kontrakt herauskaufen müssen. Das kann teuer werden.