Swiss League

Der EHC Olten zwischen Reifeprozess und Personalsorgen

Keine guten Erinnerungen: der EHCO verlor das erste Gastspiel in La Chaux-de-Fonds 2:7.

Keine guten Erinnerungen: der EHCO verlor das erste Gastspiel in La Chaux-de-Fonds 2:7.

Der EHC Olten hat an seinen ersten Auftritt in La Chaux-de-Fonds in dieser Saison keine guten Erinnerungen: es setzte eine 2:7-Kanterniederlage. Beim Wiedersehen an gleicher Stelle am Mittwochabend erhofft sich EHCO-Trainer Fredrik Söderström eine bessere Performance seiner Spieler.

Rückblende: Am 21. September trat der EHC Olten beim HC La Chaux-de-Fonds an. Im vierten Meisterschaftsspiel durfte man nach zwei klaren Heimsiegen gegen Langenthal (6:3) und die GCK Lions (7:1) gespannt sein, wie sich die neuformierte Mannschaft der Powermäuse im Neuenburger Jura schlagen würde. «Zwei Drittel lang spielten wir auf Augenhöhe. Nach einem selbstverschuldeten Gegentor zu Beginn des dritten Abschnitts fielen wir auseinander», erinnert sich Oltens Headcoach Fredrik Söderström auch über zwei Monate später noch genau an jene schmerzhafte 2:7-Schlappe, als man in den letzten 20 Minuten noch fünf Tore kassierte.

Im Rückblick ein hilfreicher Rückschlag

Im Nachhinein kann man sagen, dass Rückschläge wie diese der Mannschaft dabei geholfen haben, den richtigen Weg zu finden. «Wir sind seither in jeder Beziehung smarter geworden», umschreibt Söderström den Reifeprozess seiner Spieler mit einem Satz. In der Tat ist es bemerkenswert, wie sich der EHCO nach diesem von Instabilität und grosser Verunsicherung geprägten Saisonstart gefangen und zu einem Spitzenteam in der Swiss League entwickelt hat. Zum Vergleich: der HC La Chaux-de-Fonds, der vor Meisterschaftsbeginn ebenfalls zu den besten Kräften der Liga gezählt wurde, ist immer noch nicht in Tritt gekommen und mitten in den Kampf um die Playoff-Teilnahme involviert.

Entsprechend erwartet Fredrik Söderström am Mittwochabend im TV-Spiel in der Patinoire des Mélèzes einen «verzweifelt kämpfenden Gegner.» Den Neuenburgern steht das Wasser – sinnbildlich gesprochen – bereits bis zum Hals. Bei einer weiteren Niederlage gegen Olten dürfte die Luft für den schwedischen Trainer Mikael Kvarnström langsam aber sicher dünn werden.

Dies muss den EHC Olten allerdings herzlich wenig kümmern. Zumal man, trotz der schönen Bilanz von zuletzt zwölf Siegen in 14 Spielen, selber noch die eine oder andere Baustelle zu beseitigen hat. Zum Beispiel jene des Assistenztrainers. Der Posten ist seit dem überstürzten Abgang von Dennis Hall vor gut drei Wochen immer noch vakant. Die erhoffte Lösung mit Söderströms Ex-Assistenten bei Storhamar, dem Schweden Jeff Jakobs, wird nicht zu Stande kommen, da Jakobs aus familiären Gründen in seiner Heimat bleiben will. Sportchef Marc Grieder, der die Rolle des Interims-Assistenten bisher übrigens zur vollsten Zufriedenheit von Söderström gespielt hat, hat nun allerdings einen (schwedischen) Kandidaten an der Angel, dessen Engagement im Hinblick auf die Nationalmannschaftspause (ab 7. Dezember) zustandekommen könnte.

Im Sturm zeichnet sich Personalnot ab

Ab dann dürfte sich Marc Grieder also endlich wieder vollumfänglich auf seine Kernkompetenz konzentrieren können. Und da geht ihm die Arbeit vorderhand nicht aus. Mit Dominic Weder hat sich im Spiel gegen die Ticino Rockets am letzten Sonntag ein weiterer Spieler verletzt. Der Flügel wurde von einem gegnerischen Schuss an der Hand erwischt und brach sich einen Finger. Das bedeutet wohl einen mehrwöchigen Ausfall und damit eine absehbare Zuspitzung der personellen Situation im Sturm. Sollten nämlich Joel Salzgeber und Keijo Weibel ein Aufgebot für die U20-Nationalmannschaft erhalten, dann würden sie, inklusive WM, einen ganzen Monat fehlen. Was wiederum bedeuten würde, dass Fredrik Söderström nur noch elf gesunde Stürmer zur Verfügung stehen – und das während mehrerer Wochen.

Grieder ist sich bewusst, dass dringender Handlungsbedarf besteht und entsprechend auch seit geraumer Zeit dabei, den Markt zu sondieren. Der gibt momentan aber wenig bis gar nichts her. Die beste Medizin gegen die drohende Personalnot ist sowieso der Erfolg. «Ich bin gespannt, wie wir in La Chaux-de-Fonds auftreten werden», blickt Fredrik Söderström der Rückkehr an den Ort seiner ersten grossen Schlappe mit gemischten Gefühlen entgegen. Der Reifeprozess ist schliesslich noch lange nicht zu Ende.

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