EHC Olten

Der EHC Olten ist auf der Suche nach Emotionen

Bitte mehr Emotionen: Trainer Heikki Leime vermisste zuletzt den Enthusiasmus bei seinen Spielern.

Bitte mehr Emotionen: Trainer Heikki Leime vermisste zuletzt den Enthusiasmus bei seinen Spielern.

Nach zwei durchzogenen Spielen zum Auftakt mit durchaus guten Phasen stimmte beim EHC Olten im dritten Halbfinal-Vergleich mit dem HC Ajoie, zumal auf eigenem Terrain, nicht mehr viel zusammen.

Es war ein Auftritt, welcher doch ein wenig ratlos machte. Dem EHCO gelang es nur noch sporadisch, Akzente zu setzen, das Spiel mitzuprägen. Die Oltner mussten sich vielmehr vom Gast aus der Ajoie dominieren lassen, mit einer empfindlichen 2:5-Niederlage als Konsequenz.

So war es bestimmt kein falscher Entscheid, dass Trainer Heikki Leime der Mannschaft einen freien Mittwoch gewährte. Zeit genug, die eigene Leistung zu hinterfragen, aber auch, abzuschalten, auf andere Gedanken zu kommen.

Die Lösungsansätze, sprich eine Antwort auf das erfolgreich praktizierte Powerhockey des Gegners, gab es gestern Donnerstag vor allem anhand eines längeren Videostudiums. «Natürlich macht Ajoie seine Sache gut», räumt Diego Schwarzenbach ein, «doch auch sie haben ihre Schwächen, welche wir bislang ganz einfach noch zu wenig ausnutzen.»

Das intensive Forechecking, welches die Jurassier betreiben, ist nicht ohne Risiko, weil es dem Gegner automatisch Raum gibt. Genau jenen Raum, auf welchen die Oltner, mit ihrer Spielweise, angewiesen sind. «Wir haben einen Plan für Freitag. Diesen gilt es, umzusetzen und die Möglichkeiten viel besser auszunutzen», hat Schwarzenbach die Hoffnung auf eine Rückkehr in die Serie noch lange nicht aufgegeben.

Vielleicht sei es gerade auch der Druck, welcher die Mannschaft ab sofort zu Höchstleistungen treibe. Und dieser dürfte, nachdem man am Dienstag, erstmals in diesen Playoffs überhaupt, mit 1:2 ins Hintertreffen geraten ist, bei den Spielern jetzt ganz bestimmt zu spüren sein.

Aufmunternde Worte

Schwarzenbach, welcher zusammen mit seinen «hochkarätigen» Linienpartnern Feser und Truttmann wie die ganze Mannschaft kaum ins Spiel fand, sieht den Hauptgrund für den dürftigen letzten Auftritt in den fehlenden Emotionen.

«Solange es uns nicht gelingt, diese in unser Spiel zu bringen, sind wir automatisch immer einen halben Schritt zu spät, dadurch kommen die Pässe nicht an und wir verlieren zu viele Zweikämpfe.» Mit anderen Worten: «Dieses fehlende Element hat das eigene Spiel kaputtgemacht.»

Nicht zufällig stand genau jener Punkt denn auch im Zentrum von Leimes Ansprache an die Spieler. Nach dem Training, dessen Verlauf übrigens nur geringfügige Änderungen für Spiel 4 erwarten lässt, forderte er die Spieler auf, mit mehr Enthusiasmus zu Werke zu gehen – auf dem Eis, aber gerade auch auf der Bank.

«Ihr dürft es einen Kollegen ruhig einmal wissen lassen, wenn ihm etwas gelungen ist», so der EHCO-Coach. «In der Ajoie wird es wieder sehr stimmungsvoll; profitiert davon, saugt diese Emotionen auf. Und: Geht mit Selbstvertrauen ans Werk!» Diesen Punkten dürfte für den weiteren Verlauf tatsächlich entscheidende Bedeutung zukommen: Nur, wenn Freude und Feuer zurück ins Team finden, werden die hartnäckigen Jurassier zu bodigen sein.

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