Eishockey NLA

Der EHC Kloten ist gerettet, aber weniger Lohn für Trainer und Spieler

Wohin führt der Weg des EHC Kloten? Jetzt ist klar: Der Investor ist gefunden.

Wohin führt der Weg des EHC Kloten? Jetzt ist klar: Der Investor ist gefunden.

Die Zukunft des EHC Kloten ist gesichert. Unternehmer Hans-Ulrich Lehmann übernimmt den Klub von den bisherigen kanadischen Besitzern. Der teure Ex-Natitrainer Sean Simpson muss gehen.

Der Weg nach Zweidlen, fast an das Ufer des Rheins an der Nordgrenze des Zürcher Unterlands, ist weit. Hier, gut 30 Autominuten von Zürich entfernt, hat Hans-Ulrich Lehmann sein kleines Imperium errichtet: das Seminarhotel Riverside, eine umgebaute, ehemalige Spinnerei. «Ein Spinner kauft eine Spinnerei und plant eine Spinnerei.» So tuschelten die Leute gemäss Lehmann damals, als er 2006 den 140 Jahre alten Komplex erwarb und umzubauen gedachte. 80 Millionen investierte der Selfmade-Millionär in das Projekt. Inzwischen ist das «Riverside» schon fast eine Institution im Zürcher Unterland.

Kloten Flyers gerettet!

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Unternehmer, Hotelbesitzer und SVP-Politiker Hans-Ueli Lehmann übernimmt den EHC Kloten. Mehr Geld gibt es jedoch nicht.

Der Emmentaler wird, geht es nach den Vorstellungen der neuen Besitzer, der einzige Spieler mit laufendem Vertrag sein, der den Klub verlässt. Die restlichen Spieler werden finanzielle Abstriche in Kauf nehmen müssen. Lehmann hat keine Angst, dass weitere Schlüsselspieler abspringen werden. Und kommentiert salopp: «Wer statt 500 000 nur noch 300 000 Franken verdient, ist immer noch kein Sozialhilfe-Empfänger.»

Hat in Kloten neu das Sagen: Hans-Ulrich Lehmann.

Hat in Kloten neu das Sagen: Hans-Ulrich Lehmann.

Hans-Ulrich Lehmann machte an der Pressekonferenz in Zweidlen klar, dass die fetten Jahre beim EHC Kloten nun endgültig vorbei seien: «Der Klub hat jahrelang über seinen Verhältnissen gelebt. Jetzt ist eine neue Denkweise nötig. Der EHC verabschiedet sich vom Mäzenatentum.» Und um der Aussage noch Nachdruck zu verleihen, sagt der Mann, dessen Vermögen auf 200 bis 300 Millionen Franken geschätzt wird. «Ich manage den Klub, aber ich zahle nicht.» In roter Schrift wird im neuen Leitbild der Organisation folgender Satz hervorgehoben. «Es wird nicht mehr ausgegeben, als eingenommen wurde.» Der EHC Kloten soll in Zukunft als überregionales Aushängeschild des Zürcher Unterlands wahrgenommen werden, welches für Werte wie Bescheidenheit, Vernunft und Verlässlichkeit steht.

Die Fans im Schluefweg dürfen weiterhin NLA-Eishockey erleben

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Eine Institution ist im nördlichen Teil des Kantons Zürich auch der EHC Kloten. Und seit gestern Montag, 10 Uhr, ist Hans-Ulrich Lehmann auch Mehrheitsaktionär des Traditionsklubs. Nach wochenlangen, zähen Verhandlungen einigten sich Lehmann und seine Gefolgschaft mit der bisherigen Besitzerin, der Avenir Sports Entertainment Group (ASE). Lehmann kann die Organisation komplett schuldenfrei und ohne Altlasten im Keller übernehmen. Oder wie es der SVP-Politiker ausdrückt: «Ohne Dreck an den Füssen.» Das bisherige Trainerduo Sean Simpson/Colin Muller wurde aus dem noch zwei Jahre laufenden Vertrag herausgekauft. Im Bereich der Spieler wurde der ebenfalls noch zwei Jahre laufende Kontrakt mit Stürmer Peter Guggisberg storniert. Lehmann, der mit allen Akteuren bereits Einzelgespräche geführt hatte, machte dem ehemaligen Nationalspieler klar, dass er in Kloten keine Zukunft habe. «Er war im Team ein Fremdkörper und für das, was er gezeigt hat, viel zu teuer», fand der Unternehmer deutliche Worte zur Personalie Guggisberg.

Lehmanns erste Herkulesaufgabe ist, das Defizit von acht Millionen Franken auf null zu reduzieren. In der ehemaligen Spinnerei in Zweidlen müssen in Zukunft also kräftig Ideen gesponnen werden.

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Grafik: Elia Diehl

CartoDB: Wo in der Nordwestschweiz die Saisonkarten-Besitzer zuhause sind

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