Richtige Schlüsse
Der EHC Biel schafft mit einem 3:1-Sieg in Davos das sofortige Rebreak in der Playoff-Serie

Am Samstag war die Ernüchterung in Biel noch gross gewesen. Die 2:5-Heimsschlappe gegen den HC Davos zum Auftakt der Viertelfinalserie liess die Seeländer einigermassen ratlos zurück. Sie suchten Antworten darauf, wie sie sich vom Rekordmeister trotz einer frühen 2:0-Führung noch nach allen Regeln der Kunst auseinandernehmen liessen.

Marcel Kuchta
Drucken
Biel-Goalie Jonas Hiller wehrt sich gegen HCD-Stürmer Marc Wieser mit allen Mitteln.

Biel-Goalie Jonas Hiller wehrt sich gegen HCD-Stürmer Marc Wieser mit allen Mitteln.

Keystone

Nun: Trainer Antti Törmänen und sein Coaching-Staff hatten über das Wochenende offensichtlich die richten Antworten gefunden. Die Bieler zeigten sich im zweiten Viertelfinal-Duell in Davos, wo sie seit ihrem Wiederaufstieg in die NLA 19 von 20 Partien verloren hatten, in allen Belangen verbessert. Vor allem in zwei Aspekten: Einerseits zeigte Goalie Jonas Hiller, der im ersten Spiel noch mitverantwortlich für die Wende zu Schlechten gewesen war, eine herausragende Leistung mit mehreren Schlüsselparaden. Unter anderem stoppte er in der letzten Minute, als die Davoser vehement den Ausgleich anstrebten, den alleine auf ihn zustürmenden Marc Wieser. Wieser, der schon kurz vor dem Ende des Mitteldrittels eine Grosschance zum 1:2 vergeben hatte.

Womit wir bei Punkt zwei des Bieler Steigerungslaufs angelangt wären. Antti Törmänen hatte seinen Spielern ein hervorragend funktionierendes Defensivkonzept verpasst. Sie agierten in der eigenen Zone unglaublich kompakt, diszipliniert und zweikampfstark. Die Davoser fanden während der ganzen Spielzeit kaum einmal ein probates Mittel, das Bieler Bollwerk zu überwinden. Und wenn sie es doch mal schafften, dann versagten im Abschluss die Nerven – oder legte der glänzend aufgelegte Hiller sein Veto ein.

Biel's Abwehr-Bollwerk

So genügte den opportunistischen Seeländern in der Offensive zwei Glanzlichter von Spielern, die sonst eher nicht fürs Tore schiessen zuständig sein: Verteidiger Benoit Jecker erzielte schon in der 8. Minute den wichtigen Führungstreffer und sorgte damit dafür, dass sich die Nervosität in Reihen der Bieler legte. Und dann doppelte Stürmer Philippe Wetzel kurz vor Spielmitte nach einem unglücklichen Abpraller von HCD-Goalie Gilles Senn zum 0:2 nach.
Bis zu Broc Littles Anschlusstreffer in der 57. Minute bissen sich die mehrheitlich planlos und fehlerhaft agierenden Davoser am Bieler Abwehr-Bollwerk die Zähne aus.

Auch wenn der HCD dem Ausgleich schliesslich noch bedrohlich nahe kam, so wäre ein Comeback der Bündner diesmal nicht verdient gewesen. Dazu war die Leistung über die gesamte Spieldauer zu schlecht. Oder jene der Bieler zu gut. Auf jeden Fall kann die Mannschaft von Antti Törmänen dem weiteren Verlauf der Serie nun wieder optimistischer entgegenblicken.

Aktuelle Nachrichten