Eishockey
Der EHC Biel ist in der Krise - ist Hockey-Gott Schläpfer unentlassbar?

Der EHC Biel hat im Monat November noch keinen einzigen Punkt einfahren können. Fünf Niederlagen lautet die triste Bilanz. Es stellt sich die grosse Frage: fängt der Stuhl von Kevin Schläpfer plötzlich an zu wackeln?

Klaus Zaugg
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Kevin Schläpfer. Keystone

Kevin Schläpfer. Keystone

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Eine Frage erklärt uns Biels und damit Kevin Schläpfers Drama. Loris Prandi vom Tessiner Staatsfernsehen bestellt vor der Partie bei Biels Manager Daniel Villard schon die Interviewpartner. «Wenn Ambri gewinnt, brauchen wir Martin Steinegger. Sonst nicht.»

So ist das also: Verliert Biel, muss der Sportchef Auskunft geben. Zu einem zentralen Thema: Muss Kevin Schläpfer gehen? Es wäre ein Drama sondergleichen. Am 15. Oktober hatte Kevin Schläpfer im Rahmen einer Medienkonferenz unter Tränen auf den Posten eines Nationaltrainers verzichtet, um seinen Vertrag (bis 2018) in Biel erfüllen zu können. Seither läuft es in Biel nicht mehr. Gestern erlitten die Bieler im 12. Spiel nach der «Tränenkonferenz» bereits die 9. Niederlage. Eine Situation, die jeden Trainer in Verlegenheit bringt.

Aber Kevin Schläpfer, seit 2010 im Amt, geniesst in Biel den Status eines «Hockeygottes». Es gibt keine Autorität, die einen Hockey-Gott entlassen kann. Daniel Villard sagt darum auch: «Natürlich gibt es bei uns intern Diskussionen. Aber niemand spricht von einer Trainerentlassung. Wir haben noch nicht einmal eine ausserordentliche Verwaltungsratssitzung auf der Agenda.» Bevor der Trainer in Frage gestellt wird, gibt es Wechsel beim ausländischen Personal.

Enttäuschende Ausländer - trotzdem will man einen neuen

Martin Steinegger bestätigt, dass ein zusätzlicher ausländischer Stürmer gesucht und Tim Stapleton möglicherweise nach Lugano transferiert wird. «Wir haben eine Anfrage. Wir haben nein gesagt. Vorerst.» Stapleton ist Biels teuerster Ausländer seit dem Wiederaufstieg von 2008 – und hat in 24 Spielen gerademal 5 Tore erzielt. «Die Leistungen unserer Ausländer sind enttäuschend» sagt Daniel Villard diplomatisch.

Und Kevin Schläpfer. «Wir lassen ihn in Ruhe arbeiten» sagt der Sportchef. Er verneint einen Zusammenhang zwischen der Krise und dem Nationalmannschafts-Theater. Villard sagt hingegen: «Seit dieser Angelegenheit läuft es nicht mehr. Das ist eine Tatsache.» Die Verbandsverantwortlichen haben inzwischen auch ein wenig ein schlechtes Gewissen: Sie haben sich bei einem Mittagessen bei der Bieler Klubführung entschuldigt. Das Essen hat der Verband bezahlt.

Aber die sportliche Rechnung bezahlen die Bieler mit einer der grössten Krisen seit dem Wiederaufstieg.