Norway - Switzerland | Highlights | #IIHFWorlds 2017

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5:4 nach Penaltyschiessen gegen Slowenien. 3:0 gegen Norwegen. Der WM-Auftakt ist der Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft auf dem Papier geglückt. Allerdings nicht ganz ohne Störfeuer. Denn eigentlich hätte das Team von Nationaltrainer Patrick Fischer nach diesen zwei Spielen sechs Zähler auf dem Konto haben müssen. Gegen Slowenien verspielten die Schweizer aber auf peinliche Art und Weise eine 4:0-Führung und mussten am Ende froh sein, dass sie sich im Penaltyschiessen noch den Zusatzpunkt sichern konnten. Es war ein Sieg, der sich moralisch wie eine Niederlage anfühlte.

32 Stunden später herrschte deshalb eine grosse Unsicherheit, wie die Schweizer mit diesem mentalen Rückschlag umgehen würden. Die Norweger hatten ihr Startspiel gegen Frankreich mit 3:2 gewonnen und gingen entsprechend mit einem moralischen Vorteil in den Vergleich gegen die Schweiz. Die jüngere Statistik sprach ausserdem ebenso gegen die Eisgenossen. Drei der letzten vier WM-Duelle gegen die Schweizer hatten die Skandinavier zu ihren Gunsten entschieden.

Saubere Defensivarbeit

Doch der Mannschaft von Patrick Fischer gelang es erstaunlich gut, die Partie mit einer sauberen Defensivleistung erst einmal in sichere Bahnen zu lenken. Das Ziel war klar: hinten keine Fehler machen, und vorne mit Geduld auf die eigenen Chancen warten. Das erste Drittel war dementsprechend geprägt von grosser Vorsicht. Die Schweizer hatten in Überzahl ihre besten Momente, doch die Zielstrebigkeit ging ihnen zumeist ab.

Es dauerte bis zur 33. Minute, ehe den Schweizern der erlösende Führungstreffer gelang. Cody Almond erkämpfte sich an der Bande den Puck, Roman Loeffel spielte einen präzisen Querpass auf den alleine vor dem Tor stehenden Reto Schäppi, der zum 1:0 traf. Knapp zwei Minuten später schloss der gestern starke Cody Almond (1 Tor, 2 Assists) einen bilderbuchmässig herausgespielten Konter via Ramon Untersander und Thomas Rüfenacht zum 2:0 ab. Es war der verdiente Lohn für eine Schweizer Mannschaft, die im zweiten Drittel die Initiative resolut an sich gerissen hatte und die Norweger auch in der Schussstatistik klar dominierte: 17:4 lautete diesbezüglich die Bilanz zugunsten der Rotweissen.

Genonis wertvoller Shutout

Wie das Schweizer Team die Führung dann über die Runden brachte, war eine reife Leistung. Pius Suter gelang mit einem herrlich herauskombinierten Powerplaytreffer die Entscheidung. In der Defensive liess man auch in der Schlussphase kaum mehr eine gefährliche Aktion der immer müder wirkenden Norweger zu. Goalie Leonardo Genoni feierte in seinem ersten WM-Einsatz gleich einen Shutout und dürfte damit auch im Hinblick auf das nächste Spiel der Schweizer die besten Karten haben, im Tor zu stehen. Es ist hinlänglich bekannt, dass ein Torhüter, der voller Selbstvertrauen auftritt, auf diesem Niveau die entscheidende Differenz ausmachen kann.

Am Dienstagabend (20.15 Uhr) haben die Eisgenossen den nächsten Test zu bestehen. Sie treffen auf Gastgeber Frankreich, welcher sich gestern mit einem sensationellen 5:1-Sieg gegen den amtierenden Vize-Weltmeister Finnland eindrücklich für die Auftaktniederlage revanchierte. Das Duell gegen die Franzosen wird für den weiteren Turnierverlauf wegweisend sein. Mit einem Sieg würden die Chancen auf einen Viertelfinal-Einzug deutlich steigen. Nach der reifen Vorstellung gegen die Norweger dürfen die Fischer-Boys dieser Aufgabe mit einem guten Gefühl entgegenblicken. Dieses 3:0 war Balsam für das angespannte Nervenkostüm.