Die 1:2-Niederlage des Tabellenletzten EHC Kloten am vergangenen Sonntag gegen den Spitzenreiter SC Bern war eigentlich nur eine Randnotiz. Viel wichtiger aus Sicht der Flughafenstädter war die klare Aussage ihres wichtigsten Spielers, Denis Hollenstein, dass er seinen bis 2020 laufenden Vertrag zu erfüllen gedenke.

Der 28-Jährige wurde so in mehreren Medien zitiert. Dass der Sohn von Kloten-Legende Felix «Fige» Hollenstein ein klares Bekenntnis zu seinem aktuellen Arbeitgeber abgibt, war nach Wochen voller Spekulationen über einen Wechsel zu den ZSC Lions Balsam auf die Wunden der sportlich gebeutelten Flieger.

Knallhart gelogen?

Zwei Tage nach seinem verbalen Treueschwur tauchten aber plötzlich Meldungen auf, wonach der Transfer von Denis Hollenstein zu den Lions nun doch perfekt sei. Hat der Nationalstürmer also knallhart gelogen, als er sich auf seinen laufenden Vertrag in Kloten berufen hat?

Sein Agent Georges Müller mag sich zu den Spekulationen nicht äussern. Es sieht jedoch danach aus, als ob der Wechsel des Klotener Eigengewächses zum Kantonsrivalen schon längst feststeht. Nur mag es niemand offiziell bestätigen. Was für alle beteiligten Parteien bemühend ist. Und – im Fall von Denis Hollenstein – möglicherweise auch in einer Notlüge endete.

Wieso dieser Eiertanz?

Klar ist: Für den EHC Kloten hätte der Verlust des wichtigsten Spielers gravierende sportliche Folgen. Aber: Präsident Hans-Ulrich Lehmann hat zuletzt keine Gelegenheit ungenutzt gelassen, zu betonen, dass er die schräge Finanzlage des Klubs eher früher als später in den Griff bekommen möchte.

Dass da ein Spieler wie Denis Hollenstein mit einem geschätzten Jahresgehalt von 600 000 Franken nur schwerlich ins Budget passt, liegt auf der Hand. Aber wieso dann dieser Eiertanz? Wieso kommuniziert man nicht deutlich, wohin die Reise geht?

Klassenerhalt ist das höchste aller Gefühle

Es ist klar, dass der Verlust von Hollenstein sämtliche sportlichen Ambitionen des EHC Kloten beerdigen würde. Zumal auch die Abgänge von Nationalstürmer Vincent Praplan (möchte in die NHL) und jener von Daniele Grassi (zum SCB) schon so gut wie sicher sind. Mit der Vertragsauflösung von Denis Hollenstein würde man dem ganzen Umfeld in Kloten signalisieren, dass der Klassenerhalt in Zukunft das höchste aller Gefühle sein wird.

Aus Sicht von Hans-Jürg Lehmann mehr als konsequent. Aber für die Fans, Sponsoren und Gönner des Traditionsklubs wäre es ein Schock, den man erst einmal verdauen müsste.
Deshalb ist auch Denis Hollenstein im Kloten-Dilemma gefangen. Die Wahrheit wäre sehr schmerzvoll.