Eishockey

Den Schweden-Fluch gebannt: Schweizer Junioren stehen im WM-Halbfinal

Der Schweizer Goalie Luca Hollenstein liess sich nicht bezwingen

Der Schweizer Goalie Luca Hollenstein liess sich nicht bezwingen

Die Schweizer Junioren greifen an der U20-Weltmeisterschaft in Vancouver und Victoria nach einer Medaille. Das Team von Trainer Christian Wohlwend gewinnt im Viertelfinal gegen den grossen Favoriten Schweden sensationell 2:0.

Die Schweizer spielten in der Vorrunde in allen vier Partien auf sehr hohem Niveau, dennoch schaute bloss gegen Dänemark (4:0) ein Sieg heraus. Ausgerechnet im Viertelfinal gelang nun aber der fällige Exploit. Und dies ausgerechnet gegen Schweden. Die Nation, die unseren Sportlern im Jahr 2018 so viele bittere Niederlagen beschert hatte (Eishockey WM-Final, Unihockey WM-Final, Fussball WM-Achtelfinal, Curling EM-Final).

Die Highlights des Spiels

Yannick Brüschweiler brachte den Aussenseiter in der 16. Minute mit seinem zweiten Turniertor in Führung. Der Stürmer der GCK Lions konnte ungehindert vom eigenen ins gegnerische Drittel fahren und liess sich die Chance nicht entgehen. In der 34. Minute zeigten sich die Schweizer vor dem schwedischen Gehäuse äusserst hartnäckig und wurden mit dem 2:0 von Luca Wyss belohnt. Der Langenthaler bestritt sein erstes Spiel an dieser U20-Weltmeisterschaft.

Hinten war Luca Hollenstein eine Bank. Der Keeper der EVZ Academy blieb dank 41 Paraden zum zweiten Mal an diesem Turnier ohne Gegentor und weist nach drei Einsätzen eine Abwehrquote von sensationellen 97,75 Prozent aus. Der 18-jährige Hollenstein musste sich einzig den Tschechen zweimal geschlagen geben.

Die Genugtuung war Wohlwend nach der Partie anzusehen. Der Sieg gegen die Schweden ist ein veritabler Coup, erreichten diese doch nach dem Viertelfinal-Out 2006, als sie gegen Finnland (0:1) ebenfalls keinen Treffer zu Stande gebracht hatten, stets die Runde der besten vier. Der zuvor letzte Schweizer Sieg gegen die Skandinavier datiert vom 4. Januar 2003 (5:3). Danach setzte es neun Niederlagen in Folge ab. Am aktuellen Turnier waren die Nordländer zuvor ungeschlagen, bezwangen sie auch Finnland (2:1) und die USA (5:4 n.V.).

Schweizer Freude

Der Sieg der Schweizer ging absolut in Ordnung. Es war von Anfang an zu sehen, dass sie an einen Erfolg glaubten. Bereits 1998 hatten sie im Viertelfinal gegen Schweden gewonnen, damals 2:1 nach Penaltyschiessen und mit dem späteren NHL-Goalie David Aebischer im Tor. Danach holten sie Bronze. Es ist bis heute die einzige Medaille an diesem Anlass. Insofern ist das Weiterkommen gegen die Skandinavier ein gutes Omen.

Seither schafften die Schweizer einzig noch 2002 und 2010 den Einzug in den Halbfinal. Um erstmals den Final zu erreichen, ist ein Sieg gegen Finnland gefordert, das Kanada schlug.

Telegramm:

Schweden - Schweiz 0:2 (0:1, 0:1, 0:0)

Victoria. - 5946 Zuschauer. - SR Anderson/Heikkinen (USA/FIN), Hynek/Nikulainen (CZE/FIN). - Tore: 16. Brüschweiler (Burger) 0:1. 34. Wyss (Sandro Schmid, Verboon) 0:2. - Strafen: 6mal 2 Minuten plus Spieldauer (Bemström) gegen Schweden, 5mal 2 plus 10 Minuten (Verboon) gegen die Schweiz.

Schweiz: Hollenstein; Gross, Le Coultre; Aebischer, Berni; Burger, Moser; Müller, Kuraschew, Eggenberger; Brüschweiler, Sigrist, Nussbaumer; Verboon, Sandro Schmid, Wyss; Leuenberger, Tanner, Lehmann; Gerber. 34.

Bemerkungen: Schweiz ohne Geisser (verletzt), Barandun (nicht eingesetzt), Zaetta (überzähliger Goalie) und Akira Schmid (Ersatztorhüter).

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