In Lulea, im hohen Norden Schwedens, da ist die Sonne derzeit nur eine Teilzeitarbeiterin. «Im November war es am schlimmsten. Da war es nur etwa sechs Stunden pro Tag hell», erzählt der Verteidiger der Schweizer Nationalmannschaft, der in der höchsten schwedischen Liga bei Lulea spielt. Mental ist die oft herrschende Dunkelheit für Kukan keine Challenge, umso mehr spürt er aber die physischen Folgen. «Man ist viel öfter müde. Und um das fehlende Tageslicht zu kompensieren, müssen wir Vitamin-D-Tabletten schlucken», erzählt der 21-Jährige, der sein Eishockey-Einmaleins beim EHC Urdorf erlernte.

In seiner mittlerweile vierten Saison beim schwedischen Traditionsklub gehört Dean Kukan mittlerweile zum Stammpersonal. Doch er muss weiterhin um seinen Platz im Team kämpfen. Der neue Trainer Joakim Fagervall hat Kukan nach einem Durchhänger auch schon zweimal auf die Tribüne gesetzt. «Ich habe seiner Meinung nach zu weich gespielt», erklärt Kukan. Inzwischen ist er aber wieder eine fixe Grösse im Abwehrdispositiv der Nordschweden und erhält zwischen 17 und 20 Minuten Eiszeit pro Spiel. «Unser alter Trainer war lauter und hat uns viel mehr gepusht. Das war gut für mich. Jetzt versuche ich im Training, selber mehr Intensität zu schaffen», sagt Kukan, dessen Mannschaft es in der Meisterschaft nicht sonderlich gut läuft – nach 30 Runden ist man nur auf Platz 9 klassiert. Dafür steht Lulea in der Champions Hockey League im Halbfinal. Die neue, europäische Liga geniesst in Lulea im Gegensatz zur Schweiz einen hohen Stellenwert: «Die Vereinsverantwortlichen betonen immer wieder, wie wichtig dieser Wettbewerb für uns ist», erzählt Kukan.

Vorderhand gilt Dean Kukans Fokus aber nur der Schweizer Nationalmannschaft. Fernziel des stämmigen Verteidigers ist es, sich wieder einen Platz im WM-Aufgebot zu sichern. Auch deshalb sind unter den Augen des neuen Nationaltrainers Glen Hanlon zwei gute Auftritte in Arosa notwendig. «Ich will mich für höhere Aufgaben empfehlen», macht der ehemalige Urdorfer deutlich. Schliesslich ist für Dean Kukan, der in Lulea noch einen Vertrag bis zum Ende der Saison 2015/16 besitzt, ein Engagement in Nordamerika immer noch ein Fernziel. Und es gibt kaum ein besseres Schaufenster für in Europa engagierte Spieler als die WM. An Konkurrenz mangelt es für Kukan im Nationalteam nicht – besonders dann, wenn im Frühling aus der NHL Verstärkungen anrücken sollten. Die würden ihm im wahrsten Sinne des Wortes vor der Sonne stehen.

Zurück in die Dunkelheit

An Weihnachten wird Dean Kukan bereits wieder in Nordschweden weilen. Die Meisterschaft wird über die Festtage nicht unterbrochen. Seine in Zürich wohnhafte Familie besuchte er kurz vor dem Nationalmannschafts-Zusammenzug. Schon am Sonntag taucht Kukan wieder in die Dunkelheit ab.