ZSC Lions

Das sind die vier ZSC-Baustellen

Bengt-Ake Gustafsson hat beim ZSC noch einiges zu tun, bis sich der Traditionsverein stabilisieren wird.

Bengt-Ake Gustafsson will nach Olympia wieder einen Klub coachen

Bengt-Ake Gustafsson hat beim ZSC noch einiges zu tun, bis sich der Traditionsverein stabilisieren wird.

Der ZSC stolpert in dieser Saison von Niederlage zu Niederlage. Nun soll Trainer-Star Bengt-Ake Gustafsson die verunsicherten ZSC-Spieler wieder auf die Erfolgsspur bringen und wir zeigen die drängendsten Probleme.

Das hat sich ZSC-Sportchef Edgar Salis bestimmt anders vorgestellt. Der Zürcher Traditionsverein bleibt seit Saisonbeginn unter den Erwartungen und produziert in zehn Partien lediglich 20 Punkte.

Die Folge: Die ZSC-Verantwortlichen ziehen die Notbremse, entlassen Trainer Colin Muller fristlos und holen dafür Trainer-Legende Bengt-Ake Gustafsson an die Bande. Eine Analyse der aargauerzeitung.ch zeigt, um welche Baustellen sich der Schwede beim ZSC kümmern muss.

Baustelle Abwehr

Jahrelang gehörte diese Abteilung zu den Stärken der ZSC Lions. Mark Streit, Beat Forster, Severin Blindenbacher und Radoslav Such sorgten dafür, dass die ZSC-Defensive zur uneinnehmbaren Festung wurde.

Der Erfolg blieb denn auch nicht aus. Die ZSC Lions gewannen 2008 dank Forster, Blindenbacher und Suchy ihren sechsten Titel. Nun kehrten die Teamstützen dem Verein den Rücken und hinterliessen in der Abwehr eine klaffende Lücke. Das Problem: Weil der Verteidiger-Markt in der Schweiz faktisch ausgetrocknet war, ging ZSC-Sportchef im Ausland auf Spielersuche und verpflichtete die beiden Verteidiger Cory Murphy (32) und Duvie Westcott (33).

Allerdings konnten die beiden Nordamerikaner das Vakuum in der Defensive nicht beheben - im Gegenteil: Westcott widmet sich lieber den Schlägereien und der Strafbank, als der Mannschaft eine Stütze zu sein. Damit bleibt die Verantwortung bei Mathias Seger (32) hängen.

Der ZSC-Captain ist unbestritten der beste ZSC-Verteidiger und spielt wie ein zusätzlicher Ausländer. Nichtsdestotrotz kann der Schweizer Nationalspieler allein die Schwächen in der Abwehr nicht wett machen.

So muss Gustafsson dafür sorgen, dass sich Westcott endlich auf das Wesentliche konzentriert und mehr auf dem Eis als auf der Strafbank anzutreffen sein wird.

Baustelle System

Einziger Lichtblick der Misere in der ZSC-Verteidigung ist, dass mit dem neuen Trainer ein Verteidigungs-Experte zum Traditionsverein gestossen ist. Bengt-Ake Gustafsson ist ein Verfechter des defensiven Eishockeys und führte mit diesem System die schwedische Nationalmannschaft 2006 zum Olympiasieg in Turin und wenig später zum Weltmeistertitel.

Die letzte Partie gegen Servette hat denn auch gezeigt, dass die Implementierung des neuen Systems höchste Priorität hat. Seit Wochen basiert der Aufbau der ZSC Lions mehr auf Improvisation und Zufall.

Dies wird sich in den nächsten Spielen kaum ändern, denn Gustafsson ist erst kurz im Amt und hatte erst einige Trainings Zeit, um den Spielern seine Philosophie klar zu machen.

Baustelle Verletzungspech

Thierry Paterlini (32) - eine der Neuverpflichtungen - hätte ein Sinnbild für Kampfgeist und Emotionen beim «neuen» ZSC werden sollen. Allerdings ist Paterlini gar nicht dazu gekommen, seine Stärken einzubringen. Der Nationalspieler fällt seit Wochen verletzt aus.

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Zudem verspürt Sturmkollege Adrian Wichser (30) seit Wochen wieder Schmerzen im Rücken und Patrick Bärtschi (26) fällt nach seiner dritten Hirnerschütterung gegen Servette aus. Besonders der Ausfall von Bärtschi kommt dem neuen Trainer ungelegen, da dieser mit fünf Toren der erfolgreichste Schweizer im Zürcher Dress ist.

Baustelle Transfers

Vor dem Saisonstart galt der ZSC als Transfersieger. Doch die Neuverpflichtungen sorgen bei den Verantwortlichen mehr für schlaflose Nächte als für Freudentänze.

Neben den beiden blassen Verteidigern blieb der NHL-Rückkehrer Andres Ambühl (27) unter den Erwartungen. Der Bandenfräser ist beim ZSC nur ein Schatten seiner selbst und produzierte gerade einmal zwei Tore. Darüber hinaus vermisst der ZSC im Angriff die Erfahrung von Jan Alston, Ryan Gardner und Jean-Guy Trudel.

Gustafsson hat dieses Problem erkannt und bringt gleich einen neuen Ausländer mit. NHL-Saurier Owen Nolan (38) soll in den übrigen acht Partien, in denen er beim ZSC weilt, seinen Teamkollegen zeigen, wo das gegnerische Tor steht.

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