Eishockey

Das ganz besondere Jubiläum von «RvA»

Reto von Arx setzt sich am Samstag zum 1000. Mal den HCD-Helm für ein NLA-Spiel auf den Kopf.

Reto von Arx setzt sich am Samstag zum 1000. Mal den HCD-Helm für ein NLA-Spiel auf den Kopf.

Martin Steinegger (1023) hat sie erreicht, Gil Montandon (1069) auch, selbstverständlich auch Rekordmann Ivo Rüthemann (1072). Und kürzlich schaffte sie mit Mathias Seger ein vierter Spieler. Auch Reto von Arx bestreitet morgen sein 1000. NLA-Spiel.

Die magische Tausender-Marke in der Nationalliga A. Aus dem exklusiven Quartett wird ein Quintett: Für Reto von Arx steht morgen NLA-Spiel Nummer 1000 auf dem Programm, er schafft zudem Einmaliges: Als Erster wird der 38-jährige Emmentaler diese Marke ohne Klubwechsel geknackt haben: 1000 NLA-Spiele heisst für ihn 1000-mal HC Davos.

Werfen wir mit Reto von Arx einen Blick auf das HCD-Kader 1995/96, seinem ersten Davoser Team, als er als 19-jähriger Teenager vom Stammklub Langnau zum Rekordmeister wechselte. Auch der Emmentaler kann sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. Mit Ausnahme seiner Selbst und seines Bruders Jan finden sich da Namen von vorwiegend längst zurückgetretenen Akteuren. «Auch daran erkennt man, wie jung wir damals waren», sagt von Arx. Nando Wieser, Sämi Balmer, Beat Equilino. Das seien die damaligen Mitspieler, die ihm spontan in den Sinn kommen, erzählt von Arx: «Sie haben uns in den ersten Jahren unterstützt und nach uns geschaut. An diese Zeit denke ich immer wieder gerne zurück.»

Auch der SCB und Lugano waren im Rennen

Die erste Saison in Davos, das erste NLA-Spiel. Im Detail erinnert sich von Arx nicht mehr daran, es dürfte am 23. September 1995 zu Hause gegen Bern gewesen sein – das zweite Heimspiel folgte schon bald gegen Lugano. Ausgerechnet der SCB und der HCL. Von Arx erinnert sich: «Neben Davos waren nur zwei andere Klubs infrage gekommen: Bern und Lugano.» Den Entscheid habe er alleine mit seinem Bruder treffen dürfen. «Aber auch die Eltern haben uns sanft nach Davos gelotst …» Heute, fast 20 Jahre später, könne er ohne Bedenken feststellen, richtig entschieden zu haben. «In den Momenten, wenn du solche Entscheide triffst, weisst du natürlich nicht, wie wichtig sie sind und welche Folgen sie haben.»

Highlights? Siebte Spiele!

1000 Spiele sind eine Menge. Reto von Arx kann auch nach langem Überlegen nicht das eine Spiel herauspicken. Selbst ein «Top 5» sei nicht möglich. «Ich denke eher an Playoff-Serien, weniger an einzelne Spiele», sagt er. Zwei oder drei seien besonders interessant gewesen. «Zum Beispiel 2002 gegen Bern in der ersten Runde, als wir später den ersten von fünf Meistertiteln gewannen. Das war ein richtiger Knackpunkt, für mich und die ganze Mannschaft. Über diese Serie haben wir noch Jahre später geredet.» Und da waren die acht siebten Spiele, die der HCD zwischen 1998 und 2009 allesamt gewann. «Du kannst alle siebten Spiele in die Top-Liste nehmen, alle sind speziell», sagt von Arx. «Du kommst weiter oder wirst Meister oder hast Saisonende. Wir hatten zu jener Zeit eine unglaubliche Bilanz, wenn wir gegen das Ausscheiden spielten.» Tempi passati, auch wenn der letzte Meistercoup des HC Davos erst vier Jahre zurückliegt. «Damals hatten wir mit der Zeit eine Art Selbstverständnis entwickelt vor diesen siebten Spielen», erinnert sich von Arx und gesteht: «Das ist uns mittlerweile abhandengekommen.» Die letzten drei Jahre mit den Erstrunden-Outs nähmen die fünf Meistertitel natürlich nicht weg. «Schön waren sie dennoch nicht. Du arbeitest die ganze Saison auf nichts anderes hin als auf die Playoffs.»

Verlängert er den Vertrag doch noch?

Heute in Biel wird von Arx zum 999. Mal für den HC Davos auflaufen, morgen im Heimspiel gegen die ZSC Lions steht das Jubiläum an. «Was diese Zahl bedeutet, werde ich erst realisieren, wenn ich nicht mehr spiele», sagt von Arx. Lange sei diese Zahl herumgeschwirrt. «Als ich für Spiel 900 geehrt wurde, war einer meiner Gedanken, dass ich die Tausend gerne erreichen würde. Sie ist eine eindrückliche Zahl.»

Nun, da sie naht, entpuppt sich diese Partie aber immer mehr «als Spiel wie jedes andere auch», sagt von Arx. Er habe seine besten Freunde eingeladen, Eltern, Ehefrau und Kinder werden ebenfalls in der Vaillant Arena sitzen. «Ich selbst muss einfach Eishockey spielen.» Die Davoser Anhänger hoffen, dass morgen der HC Davos und Reto von Arx die Vertragsverlängerung präsentieren. Diese schien im Dezember noch unmöglich, die Trennung Ende Saison praktisch beschlossen. Und auch wenn wieder geredet und verhandelt wird: Auf die frohe Kunde werden die HCD-Fans zumindest morgen noch vergebens warten.

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