Die Sicherheit ist in Zeiten der allgemeinen Terrorgefahr bei jedem Grossanlass ein Hauptthema. Das ist an einer Eishockey-WM nicht anders. Im vergangenen Jahr waren die Sicherheitsvorkehrungen am Austragungsort Paris so scharf wie noch nie zuvor.

Es wurde sogar auf die traditionelle Fanzone rund um das Stadion verzichtet, weil der Aufwand für den Schutz der jeweils von Tausenden von Eishockeyfans belagerten Zone in keinem Verhältnis gewesen wäre.

In Dänemark ist heuer nicht mehr viel von übermässigen Sicherheitsvorkehrungen zu spüren. Wobei es interessanterweise grosse Unterschiede gibt zwischen den beiden Spielorten. In der Millionen-Metropole Kopenhagen sind die teilweise mit Maschinengewehren bewaffneten Polizisten primär in der Fanzone präsent.

Oder während den Spielen auf den – mit Hindernissen und Bodenschwellen «verlangsamten» – Strassen rund um die Royal-Arena, um die Zuschauerströme im Auge zu behalten. Die Eingangskontrolleure wollen einen Blick in die mitgebrachten Taschen und Rucksäcke werfen, tun dies allerdings mit einer Mischung aus Halbherzig- und Nachlässigkeit. Streng ist auf jeden Fall anders.

Umso überraschter ist man, wenn man am WM-Zweitspielort in Herning, diesem Provinzstädtchen mit 50 000 Einwohnern, das Stadion betritt. Empfangen wird man hier von Polizisten, die einen auffordern, den Rucksack doch bitte geöffnet auf den Boden zu stellen. Worauf der Bomben-Schnüffelhund auftaucht und seine Arbeit erledigt.

Welch ein Unterschied zu den legeren Kopenhagenern. Warum das so ist, frage ich einen der wachhabenden Polizisten leicht irritiert. «In diesem Gebiet Dänemarks wohnen viele Muslime», erklärt mir der Gesetzeshüter freundlich. Worauf ich mich wieder an jene Mohammed-Karikaturen erinnere, die die Zeitung «Jyllands-Posten» (Jütland-Post) 2005 abdruckte und die für heftige Reaktionen in der arabischen Welt gesorgt hatten. Auch Herning liegt in der Provinz Jütland. Und plötzlich macht alles Sinn. Leider.