Spengler-Cup

Damien Brunners späte Ankunft am Spengler-Cup

Damien Brunner jubelt mit dem HC Lugano über den Auftaktsieg.

Damien Brunner jubelt mit dem HC Lugano über den Auftaktsieg.

Damien Brunner ist zum zweiten Mal am Davoser Turnier dabei. Nach der Teilnahme 2012 als Gastspieler für den HCD spielt sprunger diesmal mit dem HC Lugano, seinem eigenen Team. Zum Auftakt gab es eine furiose Aufholjagd.

Der HC Lugano hat mit Spengler-Cup-Eishockey die 89. Austragung des Turniers eröffnet. 6:3-Sieg gegen Adler Mannheim nach 0:3-Rückstand: Spektakel-Herz, was willst du mehr? Damien Brunner stellt darum danach mit breitem Grinsen die für ihn rhetorische Frage: «Wie viele haben nach dem 0:3 wohl noch auf uns gewettet?»

Der 29-jährige Stürmer beteiligte sich selber an der munteren Aufholjagd und schoss das 2:3-Anschlusstor kurz vor der zweiten Pause. Nicht nur, aber auch darum galt gestern: Damien Brunner ist definitiv am Spengler-Cup angekommen. Schon drei Jahre vorher, 2012, war Brunner Teil des Turniers. Damals, als Spieler des EV Zug, war er einer der Verstärkungsspieler von Gastgeber Davos. Aber irgendwie wollte es da nicht so recht klappen in der Beziehung Brunner und Spengler-Cup.

Null Skorerpunkte und eine persönliche Minus-4-Bilanz lauteten die nackten Zahlen. Brunner erinnert sich noch gut: «Rückblickend war es schwierig. Mir waren von Zug nur drei Einsätze erlaubt worden. Zwei waren dann gegen das Team Canada und damit Spiele, die beide nach einem Drittel gegen uns entschieden waren. Das dritte war gegen das tschechische Team, und da führten wir schon früh im Mitteldrittel 5:1.» Genossen habe er die Teilnahme dennoch: «Wir kamen in den Final. Und mit dem Lockout in der NHL war es eine einmalige Sache für die Zuschauer.»

Auch Brunner war ein «Lockout-Spieler», eigentlich hätte er in jener Saison weder für Davos noch für Zug auflaufen sollen, sondern ausschliesslich für die New Jersey Devils. Tempi passati. Längst hat Brunner den Traum von der langen NHL-Karriere begraben. Er verdient nun in Lugano sein Geld.

Erstmals mit dem eigenen Team

Und im zweiten Anlauf am Spengler-Cup, dem ersten mit dem eigenen Team, hat Brunner Ambitionen: «Es ist eine Ehre, eingeladen zu sein. Ich hatte schon 2012 eine Riesenfreude. Und wir sind nicht hier, um abgeschossen zu werden.» Um zu verdeutlichen, wie ernst es dem HC Lugano in Davos sei, gewährt Brunner einen Einblick in die Garderobe während der ersten Drittelspause, als sein Team 0:2 zurücklag: «Es wurde laut, die Spieler waren wütend. Und dann kam Trainer Shedden und sprach eine letzte Warnung aus. Unsere Reaktion danach war ein Indiz, dass wir die Sache Ernst nehmen.»

Tatsächlich: Was danach folgt, entzückt den Grossteil der 6300 Zuschauer in der Vaillant-Arena und bringt die erstaunlich hohe Anzahl aus Mannheim angereister Fans zum Schweigen: Lugano spielt sich Chance um Chance heraus und lässt sich auch nicht durch das schnelle 0:3 verunsichern.

Lugano formstark

Das passe zu seiner Mannschaft und den Ereignissen in der NLA, in der Lugano zuletzt zwölf von 16 Spielen gewann, sagt Brunner: «Wir bleiben auch bei einem 0:3 ruhig.» Die Wende überrascht darum nicht, Lugano erzwingt Tor um Tor. «Ich denke, wir waren bereits die bessere Mannschaft, als das 0:3 fiel.

Der Rest danach war wirklich verdient», sagt Brunner. Doch wie kann ein Auftakt in ein Turnier dermassen in die Hosen gehen? «Im ersten Drittel schliefen wir. Wir sind läuferisch besser als Mannheim. Doch davon war zu jenem Zeitpunkt nichts zu sehen.»

An einer unseriösen Vorbereitung kann es nicht gelegen haben, versichert Brunner. Der Klub habe zwar geschaut, dass die Spieler sich in Davos wohlfühlen würden: Die Familien sind in Davos, am Freitagabend stand das gemeinsame Weihnachtsessen auf dem Programm. «Aber», betont Brunner, «es blieb bei jedem Spieler bei einem oder sogar bloss einem halben Glas Wein.

Alle gingen früh schlafen, wir standen schon um 6.40 Uhr auf und begaben uns ins Stadion.» Alle würden die Spengler-Cup-Stimmung in Davos geniessen wollen, sagt Brunner. «Aber sobald wir das Stadion betreten, ist es Business.»

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