Schade. Einmal mehr verkaufte der EHC Olten seine Haut gegen einen National-Ligisten teuer. Aber einmal mehr endete der Cup-Vergleich gegen ein oberklassiges Team mit demselben Resultat: Der EHCO verlor und verabschiedete sich somit aus dem Wettbewerb. Wie schon 2015 und 2016 gegen Zug (2:3, 0:3) sowie 2017 gegen Biel (3:4 n.V.). Das Fazit war dabei immer dasselbe: Man war nahe dran. Aber eben nicht nah genug, um dem Favoriten ein Bein zu stellen.

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Dabei wäre die Chance in diesem Jahr so gross gewesen wie noch nie. Denn die Rapperswil-Jona Lakers mögen wohl in der obersten Stärkeklasse spielen. Aber nach zehn Niederlagen in elf Meisterschaftspartien und dabei lediglich zehn erzielten Treffern trat im Kleinholz eine Mannschaft auf, die alles andere als unwiderstehlich agierte. Von einem Klassenunterschied war eigentlich nichts zu merken. Umso ärgerlicher ist es, dass die Oltner die Gunst der Stunde nicht zu nutzen vermochten. Die Spielanalyse lässt sich letztlich auf eine Handvoll Schlüsselmomente reduzieren:

Drei Schlüsselmomente

  • Die fehlende Durchschlagskraft in der Offensive: Vor allem im zweiten Drittel verpassten es die Oltner mehrmals, beste Chancen in Tore umzumünzen. Die Abschlüsse waren in letzter Konsequenz oft zu unpräzis und zu wenig überraschend, als dass sie Lakers-Goalie Melvin Nyffeler aus der Fassung hätten bringen können. Dazu fehlte dem EHCO auch das nötige Abschlussglück. Zum Beispiel, als Diego Schwarzenbach nur die Latte traf.
  • Die Fehler in der Defensive: Die Oltner hatten die gegen vorne ziemlich harmlosen Rapperswiler über weite Strecken gut im Griff. Aber am Ende entschieden dann eben doch zwei, drei Details zugunsten der Lakers. Zwei Beispiele: Beim 0:1 ging Hüsler vor dem EHCO-Tor komplett vergessen (von Tim Grossniklaus). Beim 0:2 bugsierte Simon Barbero einen Abpraller unglücklich ins eigene Tor. Dies, nachdem die Oltner zuvor vehement auf den Ausgleich gedrückt hatten. Ein ganz bitterer Gegentreffer im dümmsten Moment.
  • Die mentalen Aussetzer: Die Aufholjagd, welche durch Daniel Eigenmanns Treffer in doppelter Überzahl kurz vor dem Ende des zweiten Drittels eigentlich hätte lanciert werden sollen, fand im letzten Abschnitt nur noch bedingt statt. Es schien fast, dass die Oltner durch das ständige Anrennen müde wurden. Weniger in den Beinen, aber umso mehr im Kopf. Typisch deshalb auch die Entstehung des entscheidenden 1:3. Der EHCO vermasselte sich erst ein eigenes Powerplay durch einen Wechselfehler. Und dann stand man in Unterzahl Spalier, als Mosimann präzis zum 1:3 traf.

«Die Fakten aufgezeigt»

Entsprechend gross war die Enttäuschung im Lager der Oltner über diese verpasste Chance. «Uns wurden die Fakten aufgezeigt. Hinten waren wir labil und vorne hat uns der nötige Killerinstinkt gefehlt. Und das reicht am Ende halt einfach nicht für einen Sieg», fand Silvan Wyss deutlich Worte. Etwas milder gestimmt war Torschütze Daniel Eigenmann: «Wir haben gesehen, dass wir nahe dran sind. Wenn wir in der Meisterschaft immer so spielen, dann können wir jeden Gegner schlagen.»

Mit seiner Einschätzung lag Eigenmann nicht so weit daneben. Trotzdem bleibt die Erkenntnis, dass eine stabile, von A bis Z mit Selbstvertrauen agierende Oltner Mannschaft dieses Spiel wohl gewonnen hätte. Womit wir bei den EHCO-Ausländern angelangt sind. Weder Cason Hohmann noch Bryce Gervais waren in der Lage, in diesem engen Spiel das Zünglein an der Waage zu spielen. Gervais hat seine Bewährungschance an diesem Wochenende nur bedingt nützen können. Mehr als gute Ansätze und guter Wille war nicht zu sehen. Das ist unter dem Strich zu wenig. Zumal er zusammen mit dem ebenfalls sehr bemühten, aber uneffektiven Cason Hohmann von Headcoach Chris Bartolone viel Eiszeit erhielt. Man darf gespannt sein, ob Oltens Sportchef Marc Grieder nach neuen Ausländer-Alternativen sucht.

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Liveticker: EHC Olten - Rapperswil