Eishockey

Chris McSorleys Goldfund in Nordamerika – aus Solothurn

Ein gewohntes Bild: Eric Walsky bejubelt eines seiner Tore. keystone

Ein gewohntes Bild: Eric Walsky bejubelt eines seiner Tore. keystone

Eric Walsky hat Wurzeln im solothurnischen Kleinlützel und schiesst für Servette in den diesjährigen Playoffs wichtige Tore.

Eric Walsky spricht trotz seines nicht gerade schweizerisch anmutenden Namens Mundart mit einem typisch englischen Akzent. Das hat einen ganz einfachen Grund: Die Mutter des US-schweizerischen Doppelbürgers stammt aus dem Dörfchen Kleinlützel im Kanton Solothurn, wo er auch einen Teil seiner Kindheit verbrachte. «Als Kind habe ich fliessend Schweizerdeutsch gesprochen. Seit meinem Wechsel zu Servette kehrt die Sprache nun langsam wieder zurück.»

Auf dem Eis liess er in den laufenden Playoff-Viertelfinals bisher vor allem die Statistik für sich sprechen. Walsky ist mit vier Treffern und zwei Assists die prägende Figur der Serie gegen den EV Zug. Dass die Genfer trotz gravierender, personeller Ausfälle zweimal gewannen, ist zu einem grossen Anteil das Verdienst des 26-Jährigen: Im ersten Spiel steuerte der rechte Flügel gleich drei Tore zum 8:5-Auswärtssieg seiner Genfer Adler bei. Am letzten Samstag dann entschied er das vierte Spiel mit seinem Tor zum 3:2 in der 17. Minute der Verlängerung.

Walsky wurde am 30. September 1984 in Anchorage, Alaska, als erster Sohn von Buck und Agnes Walsky geboren. Ende der 1980er-Jahre kehrte die Familie Walsky für einige Zeit in die solothurnische Exklave Kleinlützel zurück, wo Klein Eric die Spielgruppe besuchte. Mit dem knapp 1300 Einwohner zählenden Dörfchen verbindet Walsky schöne Kindheitserinnerungen. «Ich habe dort schöne Zeiten erlebt. Alle sind immer sehr nett zu mir gewesen.»

Heute wohnt neben den Grosseltern noch ein Onkel mit seiner Familie in Kleinlützel. «Meine Verwandten besuchen mich auch immer mal wieder an Auswärtsspielen, da sie dann nicht die zeitraubende Anreise nach Genf zu bewältigen haben.»

Die Grosseltern verstehen nicht viel vom Eishockey, weshalb sie die Spiele eher zu Hause im Fernsehen verfolgen. Allerdings lässt sich auch die Grossmutter die Gelegenheit für Wünsche nicht entgehen. «Sie beauftragt meinen Onkel jeweils, er solle mir ausrichten, dass ich doch mal ab und zu in die Kameras winken soll», erzählt Walsky lachend.

Servette-Zampano Chris McSorley stöberte den Stürmer mit der feinen Stockführung in den Niederungen der drittklassigen East Coast Hockey League (ECHL) auf. Damit zauberte der Kanadier einmal mehr eine Trouvaille hervor, die das Ausländerkontingent seiner Mannschaft erst noch nicht belastet.

Der US-Amerikaner musste den Schweizer Pass nach seiner Verpflichtung nur noch beantragen. Für Walsky wurde mit dem Transfer in die Westschweiz ein Traum wahr: «Seit ich Profi geworden bin, habe ich mir gewünscht, dereinst auf Schweizer Eis zu spielen.» Sowohl Servette als auch Walsky selbst mussten den Schritt bisher nicht bereuen. Erst recht nicht, wenn man nun auch noch den EV Zug eliminieren sollte.

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