Flugzeugunglück

Bewegender Abschied von abgestürzten Hockeyanern in Russland

Abschied mit einem Blumenmeer und Tränen: In Jaroslawl haben am Samstag rund 100'000 Menschen an der Trauerfeier für die 43 Opfer des Flugzeugabsturzes teilgenommen. Dabei war fast die ganze Mannschaft eines Eishockey-Spitzenteams ums Leben gekommen.

Viele Fans trugen die Farben des Vereins Lokomotive Jaroslawl. Zur Trauerfeier war auch überraschend Ministerpräsident Wladimir Putin angereist. Er legte an jedem Sarg Blumen nieder, der in der Arena aufgestellt war. An der Zeremonie nahmen auch mehrere Eishockey-Teams der Kontinentalen Hockey Liga (KHL) teil.

Unter den Opfern des Flugzeugunglücks vom Mittwoch waren 36 Spieler und Offizielle von Lokomotive Jaroslawl. Der Verein hatte die Maschine vom Typ Jak-42 gechartert, um zum Auftaktspiel in der KHL nach Minsk zu fliegen. Das Flugzeug stürzte beim Start aus unbekannten Gründen ab.

"Es fällt mir schwer etwas zu sagen, weil ich die Mannschaft so sehr liebte", sagte der um Fassung bemühte slowakische Nationaltrainer Vladimir Vujtek, der zuvor für Lokomotive Jaroslawl gearbeitet hatte. Der KHL-Vorsitzende Wjatscheslaw Fetissow sagte in seiner Rede: "Zum ersten Mal in meinem Leben fällt es mir schwer, eine Eisarena zu betreten. Es ist eine unerklärliche Tragödie."

Zukunft des Vereins unklar

Wie es mit dem Verein weitergeht, darüber wird in Russland derzeit heftig spekuliert. Sogar Präsident Dmitri Medwedew schaltete sich in die Diskussion ein. Die Zukunft des landesweit beliebten Traditionsclubs sollte keinem Russen gleichgültig sein, sagte der Staatschef.

Medwedew berief für diesen Montag ein Treffen mit Sportfunktionären im Kreml ein. Der Präsident hatte bereits am Tag nach dem Absturz an der Unglücksstelle Blumen niedergelegt.

Kein Hinweis auf Absturzursache

Die Absturzursache blieb unklar. Die Auswertung des Flugschreibers habe noch keinen Hinweis gegeben, erklärten die Ermittler. Den Flugdaten zufolge funktionierten alle drei Triebwerke bis zu dem Moment, in dem das Flugzeug in die Wolga stürzte.

Zwei Männer überlebten das Unglück: Der Spieler Alexander Galimow und das Besatzungsmitglied Alexander Sisow. Beide lagen am Samstag in einer Moskauer Klinik in einem künstlichen Koma. Kliniksprecher sagten, ihr Zustand sei kritisch.

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