Ausgerechnet Mark Bell gelang das wichtigste Tor des Abends. Nach genau zwölf Minuten lenkte der 30-jährige Kanadier während des ersten Powerplays des Spiels einen Schuss von Romano Lemm ab. Goalie Marco Bührer berührte den Puck noch, er vermochte den ersten Berner Rückstand seit dem dritten Spiel der Serie aber nicht mehr zu verhindern. Mark Bell, der Torschütze, galt zuletzt als Sündenbock, weil er in den Spielen zuvor entscheidende Berner Tore von der Strafbank aus miterlebt hatte.

Überzahltore hatten bei Berns Aufholjagd (vom 0:3 zum 3:3) eine wichtige Rolle gespielt. Dass Kloten das Spiel 7 nun dank eines Powerplaytreffers für sich entschied, war schon fast Ironie des Schicksals. Zuvor hatten die Flyers mit einem Mann mehr auf dem Eis nichts, aber auch rein gar nichts zu Stande gebracht. 20 Powerplaychancen hatte Kloten bis zu Bells "goldenem" Tor nicht mehr nützen können.

Als zweite grosse Klotener Figur erwies sich neben Mark Bell Torhüter Ronnie Rüeger. Rüeger feierte im wichtigsten Spiel mit 24 Paraden den ersten Playoffshutout. Die besten Paraden gelangen ihm gegen Martin Plüss (29.), gegen Christian Dubé (39.) und in den Schlussminuten gegen Travis Roche (59.) und nochmals Plüss.

Insgesamt boten sich dem SC Bern aber nicht viele grosse Chancen. Kloten dominierte die Partie - nicht nur optisch, sondern auch gemessen an der Anzahl Torschüsse (29:24). Die Flyers erwiesen sich im Gegensatz zu den vorherigen Partien sogar als physisch mindestens ebenbürtig. Die 7624 Zuschauer honorierten die starke Klotener Leistung schon im ersten Abschnitt erstmals mit einer "standing ovation".

In den Final gegen Qualifikationssieger HC Davos steigt Kloten trotz des starken letzten Spiels gegen Bern aber als Aussenseiter. Die Davoser verloren in dieser Saison bis anhin noch kein Playoffspiel und werden nach 4:0-Siegen gegen Fribourg (Viertelfinal) und Zug (Halbfinal) ab Donnerstag völlig ausgeruht und mit vollen Batterien auflaufen. Davos und Kloten stehen sich zum fünften Mal in den letzten neun Jahren in einer Playoffserie gegenüber. Davos gewann drei Serien; die Flyers setzten sich aber vor einem Jahr im Viertelfinal in sechs Spielen gegen das Team von Arno del Curto durch.

Das Telegramm:

Kloten - Bern 1:0 (1:0, 0:0, 0:0). - Kolping. - 7624 Zuschauer (ausverkauft). - SR Kurmann/Massy, Arm/Küng. - Tor: 12. Mark Bell (Romano Lemm/Ausschluss Kwiatkowski) 1:0. - Strafen: je 3mal 2 Minuten. - PostFinance-Topskorer: Santala; Dubé.

Kloten: Rüeger; Du Bois, Blum; Welti, von Gunten; Winkler, Sidler; Nicolas Steiner; Mark Bell, Liniger, Luomala; Stancescu, Romano Lemm, Bodenmann; Bieber, Santala, Rintanen; Walser, Kellenberger, Jacquemet.

Bern: Bührer; Roche, Philippe Furrer; Jobin, Kwiatkowski; Krueger, Beat Gerber; Stettler; Vigier, McLean, Reichert; Gardner, Dubé, Déruns; Vermin, Martin Plüss, Rüthemann; Neuenschwander, Froidevaux, Pascal Berger; Scherwey.

Bemerkungen: Kloten ohne DuPont, Jenni, Hamr und Denis Hollenstein (alle verletzt), Bern ohne Gamache und Goren (beide überzählige Ausländer). - Pfostenschuss Mark Bell (20.). - Timeout Bern (59:03).