Der neue Hoffnungsträger: Jani Lajunen.

Lajunen (27) ist kein charismatischer Spektakelmacher. Der finnische Mittelstürmer personifiziert den für Lugano untypischen hart arbeitenden Rollenspieler und nicht den für Lugano so typischen überbezahlten Künstler. In der Kabine sorgt er dafür, dass es keine «schwedische Mafia» mehr gibt, die letzte Saison die Entlassung von Trainer Doug Shedden orchestrierte. Nun ist das ausländische Personal mit einem Finnen, Amerikaner, Kanadier und Schweden besser gemischt.

 

Das alte Sorgenkind: Das Lugano-Syndrom. 

Lajunen ist so wichtig, weil Lugano halt nach wie vor das Lugano ist, das bei schönem Wetter während der Qualifikation spielt und singt und lacht und in den Playoffs verstummt. Der Finne kann diese Mentalität wirkungsvoller beeinflussen als die neuen Schillerfalter Luca Cunti (vom ZSC) und Bobby Sanguinetti (von Kloten).

Der Schlüsselspieler: Elvis Merzlikins.

Merzlikins wird spätestens in den Playoffs zum Schlüsselspieler. Der lettische Nationaltorhüter mit Schweizer Lizenz ist ein wilder, athletischer, selbstsicherer moderner Torhüter mit NHL-Potenzial. Er ist erst 23 und hat bereits zweimal in den Playoffs mehr als 93 Prozent der Schüsse abgewehrt.

Elvis Merzlikins muss beim HC Lugano seine Playoff-Tauglichkeit unter Beweis stellen.

Elvis Merzlikins muss beim HC Lugano seine Playoff-Tauglichkeit unter Beweis stellen.

Der Trainer: Greg Ireland.

Seit dem Frühjahr 2006 wartet Lugano auf den nächsten Meistertrainer. Greg Ireland ist im Vergleich zu seinen Vorgängern der «kleinste» Name. Er mahnt mit einem meistens unaufgeregten Wesen und Wirken durchaus an Luganos letzten Meistertrainer Harold Kreis. Der Pragmatiker hat einen Universitätsabschluss in Wirtschaft und Sport. Der kluge Opportunist beruhigte letzte Saison die Kabine, beendete das wilde Spektakelhockey und ordnete die Defensive.

Trainer Greg Ireland ordnete Luganos Defensive.

Trainer Greg Ireland ordnete Luganos Defensive.

Fazit

Lugano hat einmal mehr das Talent, um die Meisterschaft zu gewinnen. Aber seit 2006 ist es nie mehr einem Trainer gelungen, aus diesem Talent einen Meisterpokal zu schmieden. Bisher ruhten die Hoffnungen stets auf grossen Namen. Nun ist es mit Ireland ein kleiner Name für grosse Hoffnungen.

«Nordwestschweiz»-Tipp

4. Rang nach der Qualifikation