Der Eishockey-Verein «Red Lions Reinach» erlebt nach dem Einstieg am grünen Tisch in die 1. Liga einen schwierigen Start. Nach den gesicherten Finanzen suchten die Wynentaler unter massivem Zeitdruck kompetitive Spieler, obwohl der 1.-Liga-Markt unlängst ausgetrocknet ist (wir berichteten).

Nun, am Stichtag des Schweizer Eishockeyverbandes, kommt die Entwarnung in einer Medienmitteilung: «Die Red Lions Reinach sind für das Derby vom kommenden Samstag gegen die Argovia Stars gerüstet und startklar.»

Die personellen Lücken konnten laut Verein «dank der tatkräftigen Unterstützung einzelner Vereine im bis anhin schmalen Kader vollständig geschlossen werden». Konkret sollen die Vereine Rapperswil-Jona Lakers, Bülach und Altstadt Olten den Red Lions geholfen haben, ihr dünnes Kader gerade noch rechtzeitig aufzustocken.

«Ich gehe davon aus, dass wir nicht nur eine komplette, sondern auch eine kampfstarke Truppe stellen werden», wird Trainer Beat Renggli in der Mitteilung zitiert, der den Konkurrenzteams sogleich versicherte, dass Reinach die komplette Saison bestreiten würde.

Auf Anfrage bestätigt der Schweizer Eishockeyverband, dass die Red Lions Reinach fristgerecht sämtliche Auflagen erfüllt hat, in welchen nicht nur die Anzahl Kadermitglieder geregelt wird, sondern auch die Bereiche wie Infrastruktur, Nachwuchsförderung oder Finanzen einwandfrei sein müssen.

Ob die Red Lions jedoch rechtzeitig zum Saisonstart am Samstag gegen die Argovia Stars sportlich konkurrenzfähig sein werden, wird sich weisen. In einem Mail unter Konkurrenzteams, das der AZ vorliegt, kommt heraus, dass man die Situation in der 1. Liga – nicht zuletzt auch nach der Schaffung der höheren «MySports League» – bedauert und dessen Erfolg stark anzweifelt.

«Die Entwicklung ist entscheidend»

Die Red Lions Reinach streichen ihrerseits heraus, dass ihr Projekt nachhaltig sein soll und keine Eintagsfliege sein dürfe, weshalb man über den Saisonstart hinaus noch Zeit brauche, um das Aargauer Hockeywunder seriös zu verwirklichen.

Es sei dem ganzen Verein bewusst, dass man als grosser Aussenseiter gegen arrivierte Konkurrenten antreten müsse. «Entscheidend sind für uns primär nicht die Anzahl Siege und Niederlagen, sondern die Entwicklung. Wir wollen Tag für Tag besser werden.»

Und so starten die Red Lions Reinach am kommenden Samstag mit nur wenig Kredit aus der Eishockeyszene in die erste 1.-Liga-Saison, weshalb es auch selbst beim jungen Klub ganz bescheiden heisst: «Wir haben keine Chance, also packen wir sie.»