Eishockey
Auf der Suche nach den Stars von Morgen

Rund 40 Talentspäher beobachten derzeit am internationalen U18-Eishockey-Turnier in Zuchwil das Geschehen. Inge Hammerstrom und seine Kollegen sind auf der Suche nach künftigen "Cracks" - vornehmlich für die nordamerikanische Profiliga NHL.

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Inge Hammerstrom beobachtet die Nachwuchstalente in der Zuchwiler Eishalle.

Inge Hammerstrom beobachtet die Nachwuchstalente in der Zuchwiler Eishalle.

Zur Verfügung gestellt

Es ist immer eine kleine «Hall of Fame», die da im Scout-Sektor bei internationalen Nachwuchseishockey-Turnieren sitzt und steht und beobachtet. Zehntausende von NHL-Spielen, ebenso viele Skorerpunkte und zig Trophäen und Auszeichnungen sind da versammelt. Stanley-Cup-Sieger, Olympiasieger und Weltmeister à gogo. Auch am traditionellen U18-Länderturnier in Zuchwil ist das, wenn auch im kleinerem Rahmen als an einer WM, so. Da sitzt zum Beispiel Kent Nilsson – von 1989 bis 1992 für die Kloten Flyers «on ice». Davor 612-facher NHL-Spieler für Winnipeg, Atlanta, Calgary und Minnesota und 1987 mit Edmonton um Superstar Wayne Gretzky Stanley-Cup-Gewinner.

Der 59-jährige Schwede, der jetzt für die Florida Panthers auf Talentsuche geht, lebt in Zürich. Sein Sohn Robert ist Teil des aktuellen NLA-Leaders ZSC Lions. Auch Nilssons Landsmann, Inge Hammerstrom ist hier. Wieder hier muss man in seinem Fall sagen. Der 68-Jährige hat bis dato jedes U18-Turnier in Zuchwil sowie die Vorgängerturniere in Huttwil live miterlebt. «Ich komme immer wieder gern «, sagt der frühere Stürmer derv Toronto Maple Leafs und St. Louis Blues. In den 80er-Jahren war der Mann aus Sundsvall ein angriffiger Stürmer in der weltbesten Eishockey-Liga NHL.Wenn er dann in Solothurn spazieren gehe, geniesse er die Ruhe. Und: «Ich liebe die St. Ursen-Kathedrale».

Schweizer zu weich

Was die Schweizer am Turnier in Zuchwil angeht ist Hammerstrom der felsenfest überzeugt: «Die kannst Du knicken». Zu klein, zu weich zu soft. Dieser Jahrgang wird sich also offenbar nicht in die Notizbücher der NHL-Scouts spielen und die Liste von derzeit zwölf NHL-Spielern mit Schweizer Pass ergänzen. «Wenn es hochkommt», ist der Routinier unter den Scouts überzeugt, *dann werden es eine Handvoll dieser Spieler, die hier in Zuchwil sind, in den NHL-Draft im Juni schaffen.» An den Event also, wo sich die besten Teams der Welt die Rechte an den besten Junioren der Welt sichern.

Hammerstrom ist einer von 20 Scouts, die weltweit für die Vancouver Cannucks unterwegs sind. «Ich lebe in Schweden und bin vor allem Europa tätig», so der Skandinavier. Rund 100 Mal übernachtet er während des Jahres im Hotel und rund 240 Spiele kommen jährlich zusammen, an denen er vor Ort ist. «Da brauchst Du eine verständnisvolle Frau, um diesen Job zu machen», lacht Hammerstrom. Und eine solche hat er zuhause.

Interessanteste Gruppe

Die Weihnachtstage hat Inge Hammerstrom in Schweden bei seiner Familie verbracht. Auf den ersten Turniertag hin ist er in die Schweiz gereist. «Die Altersgruppe der unter 18-jährigen ist die interessanteste für die NHL», sagt der Schwede. Auch weil da teilweise schon Super-Talente, die noch zwei, drei Jahre jünger sind als ihre Teamkameraden, rumkurven. «Mit Tschechien, Finnland und der Slowakei sind zudem drei der weltbesten Nationen in Zuchwil am Start», sagt Hammerstrom. Selbst wenn sich die Formationen innerhalb dieser Nationalteams bis zur U18-WM im April in Grand Forks USA noch auf etlichen Positionen verändern «gibt das Turnier in Zuchwil einen sehr guten Überblick.»

Von den gut 100 Spielern, die noch bis Mittwoch täglich im Sportzentrum im Einsatz stehen werden zwar nur ganz wenige gedraftet werden, gut die Hälfte davon wird es aber immerhin an die WM schaffen. Das Niveau ist also durchaus sehenswert. Von besonderem Interesse für die Vertreter der NHL sind in heuer die Finnen. «Sehr stark», kann Hammerstrom da nur sagen. Darum steht für ihn ausser Frage, wer das Turnier gewinnt.

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