Am 5. Januar 2013 hatte Damien Brunner sein letztes NLA-Meisterschaftsspiel bestritten. Mit dem EV Zug unterlag er damals dem SC Bern mit 0:4. Einen Tag später wurde das Ende des NHL-Arbeitskampfs beschlossen und Brunner machte sich auf in Richtung Nordamerika, um sich in der besten Liga der Welt zu etablieren. Was in Detroit gut begann, endete in New Jersey mit einem Missverständnis und schliesslich mit der Rückkehr in die Schweiz zum HC Lugano in der vergangenen Woche.

Gestern nun gab der 28-Jährige im Davoser Eisstadion sein Comeback auf Schweizer Eis. Dort, wo er Ende 2012, wenige Tage vor seinem Abschied in die NHL, während des Spengler-Cups noch in den Farben des HCD aufgelaufen war. Brunner bildete zusammen mit dem finnischen Center Ilari Filppula und Alessio Bertaggia eine Sturmlinie und wurde von Trainer Patrick Fischer gleich zu Spielbeginn aufs Eis beordert. Nach 5 Minuten und 38 Sekunden gab er seinen ersten Schuss auf HCD-Goalie Leonardo Genoni ab.

Es sollte – erstaunlicherweise – der Einzige bleiben im weiteren Verlauf des Abends. Am Ende ging der HC Lugano als 4:3-Sieger nach Penaltyschiessen vom Eis. Damien Brunner durfte unter dem gellenden Pfeifkonzert der Davoser Fans ebenfalls anlaufen, scheiterte mit seinem Versuch aber an Genoni. Es waren die anderen, designierten Leistungsträger der Luganesi, Frederik Pettersson, Linus Klasen und Filppula, die ihre Penalties versenkten und somit für den doppelten Punktgewinn der «Bianconeri» sorgten.

«Ich gebe mir eine 4 bis»

Damien Brunner zeigte sich nach seinem ersten Ernstkampf nach der Rückkehr in die Schweiz, vor allem zufrieden mit dem Resultat – die Luganesi hatten zuvor fünfmal in Serie verloren – und gab sich selbst eine «saubere, genügende Note. Vielleicht eine 4 bis», sagte er lächelnd. In seinen knapp 17 Minuten Eiszeit vermochte Brunner ansonsten keine grossen Akzente zu setzen. Die dünne Davoser Höhenluft machte ihm ebenso zu schaffen wie die Tatsache, dass er noch nicht mit dem richtigen Material spielen konnte.

Die neuen Schlittschuhe wurden dann nach Nordamerika geschickt, als er schon wieder auf dem Weg in die Schweiz war. Auch die Stöcke sind noch nicht die richtigen. «Ich habe meine Beine noch nicht richtig gespürt», fasste er seine Gefühlslage zusammen. «Dafür war dieser Auftakt für mich ideal. Die Davoser kommen immer wie die Feuerwehr. Da ist man sofort gefordert.»

Nervosität verspürte Brunner nach eigenem Bekunden vor dem Spielbeginn kaum. «Ich habe ja schon eine Woche mit der Mannschaft trainiert und ich wusste auch, was mich hier in Davos in diesem Stadion erwarten würde.» Dass er noch nicht geglänzt hat, störte ihn angesichts des positiven Resultats überhaupt nicht. Im Powerplay, in welchem er sehr viel Eiszeit erhielt und an der blauen Linie als «Point-man» eingesetzt wurde, waren die noch fehlenden Automatismen am meisten spürbar. Die beiden schwedischen «Zwillinge» Pettersson und Klasen hatten den Fokus immer noch stark auf sich selbst ausgerichtet und bezogen Brunner kaum ein in ihre Kombinationen. Es dürfte aber nur eine Frage der Zeit sein, bis Damien Brunner seinen Platz findet. Spätestens dann, wenn er seine Beine wieder gefunden hat.