Generalversammlung

Alle 10 Verwaltungsräte einstimmig gewählt – Marc Thommen ist der neue EHCO-Präsident

Die EHC Olten AG hat Unternehmer Marc Thommen einstimmig zum neuen VR-Präsidenten gewählt. Der 48-jährige Unternehmer übernimmt das Amt von Benvenuto Savoldelli. Weniger positiv: Der EHCO schliesst das Geschäftsjahr mit einem Verlust von 271000 Franken ab.

Gespannt waren die EHCO-Aktionäre auf den ersten grossen Auftritt des angehenden Präsidenten Marc Thommen. 6197 Aktionärsstimmen (Total: 9375) wurden schliesslich an der zeitlich ungewöhnlich angesetzten ordentlichen Generalversammlung der EHC Olten AG über den Mittag gezählt – so viele wie noch nie in der Klubgeschichte.

Bereits im Vorfeld der Wahl wurde unter EHCO-Anhängern heiss diskutiert, welche Absichten Marc Thommen mit einer Wahl zum EHCO-Präsidenten denn verfolge.

Überwiegt etwa ein gewisses Selbstinteresse? Der 48-jährige Unternehmer stellt zu Beginn seiner Vorstellungsrunde fest: «Ich war überrascht über den grossen Rummel. Ich kann Ihnen versichern: Es ist nicht mein Ziel, im Rampenlicht zu stehen, die Bühne soll der Mannschaft gehören und nicht dem Präsidenten», so Thommen, der bekräftigte, kein Sprintrennen zu bestreiten. «Wir sehen unsere Mission nicht als kurzfristig an, wir wollen den EHC Olten über mehrere Jahre erfolgreich führen.»

Es vermochte die EHCO-Aktionäre zu überzeugen: Sowohl Thommen, wie auch der gesamte, zehn Mann starke Verwaltungsrat mit Fabian Aebi, Jürg Brupbacher, Max Feuz, Marius Studer, Rolf Riechsteiner, Christian Werner sowie der drei bisherigen Roger Rettenmund, Urs Hagmann und Yannick Erb, wurden einstimmig gewählt.

Wichtig sei nun, Vertrauen zu schaffen, meint Thommen. «Vertrauen ist nicht selbstverständlich. Es muss durch überzeugende Taten gewonnen werden. Dies ist mir offenbar bislang in der Wirtschaft gelungen. Das soll auch beim EHC Olten so sein», so der Architekt.

In einer authentischen Dankesrede gab sich Marc Thommen kämpferisch. Er ging hierfür sinnbildlich auf die Karl-May-Filme mit der zentralen Figur um Winnetou ein und strich ein teamorientiertes Vorgehen heraus.

Er bekräftigte, am längst beschlossenen Dreijahresplan festzuhalten und den Aufstieg in die NLA weiter verfolgen zu wollen. Doch das Credo gelte weiterhin: Nicht mehr Geld auszugeben als eingenommen wird. «Finanzielle Risikospiele wird es keine geben.»

Nebst der Verbesserung der Strukturen will die neue Führung die Juniorenbewegung wieder stärken. Den Junioren soll wieder eine zentrale Rolle im Verein zukommen, sodass mittelfristig wieder Eigengewächse auf höchstem Niveau spielen können.

Savoldelli ehrenvoll verabschiedet

Emotional wurde es schliesslich bei der Verabschiedung von Präsident Benvenuto Savoldelli. Es sei schwierig, Worte zu finden, die dem Handeln ihres langjährigen Präsidenten gerecht würden, sagte Geschäftsführer Peter Rötheli mit feuchten Augen, schluckte leer, atmete tief durch und ergänzte: «Danke für alles, lieber ‹Benvi›, was Du für diesen Verein getan hast.» Savoldelli, der 21 Jahre für den Verein ehrenamtlich tätig und 2004 massgeblich an der Rettung beteiligt war, erhielt zum Dank ein (Militär-)Velo sowie einen Reisegutschein, während die Aktionäre minutenlang applaudierten.

Es wartet nun viel Arbeit auf die neue EHCO-Führung. Der EHC Olten hat mit dem GV-Tag Gutes getan, wieder auf die erfolgreiche Spur zu gelangen.

Thommen: «Ich freue mich, mit einem motivierten Team das Schiff auf Kurs zu halten und einige Sachen zu verbessern. Aber es sind sicher auch Fragezeichen vorhanden, ich weiss noch nicht alles. Es gilt nun, sich ein Bild zu machen. Bereits Ende August wird mit dem EHCO-Cup die neue Saison lanciert», so Thommen.

In diese startet man aller Voraussicht nach ohne Sportchef. Man habe einen Wunschkandidaten im Hinterkopf, der jedoch nach wie vor aktiv spiele. Das Amt soll als Übergangslösung weiterhin von Geschäftsführer Peter Rötheli zusammen mit Trainer Bengt-Ake Gustafsson ausgeführt werden.

Erneuter Geschäftsverlust

Die sportliche durchzogene Saison 2016/2017 hat sich auch in den Büchern niedergeschlagen. Finanzchef Stefan Scherer musste ein Defizit von 271'097 Franken präsentieren. Der Verlust ist hauptsächlich auf die geringe Anzahl Heimspiele in den Play-Offs zurückzuführen (lediglich 2 gegenüber 7 in der Vorsaison).

In der Qualifikation verfolgten im Schnitt 3426 (minus 251 gegenüber Vorsaison) Zuschauer die 24 Heimspiele, in den Playoffs lag der Zuschauerschnitt in den 2 Heimspielen bei 4782 (minus 411 gegenüber Vorsaison). Die Aktionäre genehmigten ausserdem die Schaffung von neuem Aktienkapital im Nennbetrag von Fr. 468'700.00.

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