«Es ist gut, dass wir gegen einen der Favoriten beginnen können. Ich liebe es, zum Auftakt gegen einen sogenannt Grossen zu starten», hatte Simpson am Tag vor der Partie gesagt. Insgeheim hoffte er auf einen ähnlichen Exploit wir vor einem Jahr, als die SIH-Auswahl im ersten Spiel den späteren Weltmeister Schweden 3:2 bezwungen hatte.

Nach 13 Sekunden war Genoni bezwungen

Davon waren die Schweizer nach einem kapitalen Fehlstart allerdings weit entfernt. Bereits nach 13 Sekunden gerieten sie durch den ersten Schuss der Russen (Sergej Plotnikow) in Rückstand.

Nach 6:34 Minuten und einem Tor des russischen Superstars Alexander Owetschkin im zweiten Powerplay der Osteuropäer stand es gar 0:2.

Noch vor der ersten Pause erhöhte Wadim Schipatschjow mit einem Ablenker auf 3:0. Die Russen benötigten für die drei Tore bloss elf Schüsse.

Bedenkliche Defensivleistung

Mit einer solchen Hypothek ist gegen ein Topteam wie Russland selbstredend nichts mehr zu holen. Das Defensivverhalten der mit sechs WM-Neulingen angetretenen Schweizer war wie bereits beim 0:4 im letzten Test gegen Kanada bedenklich.

Sie gewährten dem spielstarken Gegner viel zu viel Raum, phasenweise herrschte Chaos pur. Zudem war Keeper Leonardo Genoni nicht der erforderliche Rückhalt.

Bekommt die SIH-Auswahl das System nicht schnellstmöglich in den Griff, ist Schlimmes zu befürchten. Dies umso mehr, als die Schweizer derzeit auch in der Offensive weit unter ihren Möglichkeiten spielen.

Es fehlte erneut die letzte Konsequenz: In der 14. Minute beispielsweise scheiterte Simon Moser alleine vor Sergej Bobrowski, und dies gleich zweimal.

Es war die beste Chance des letztjährigen WM-Zweiten. Somit warten die Schweizer mittlerweile seit 215 Minuten auf einen Torerfolg, hatten sie doch nebst Kanada auch davor gegen Deutschland (0:2) zu Null verloren. Insgesamt war es die vierte Niederlage in Serie.

Bereits am Samstag bietet sich der SIH-Auswahl die Chance zur Rehabilitation. Dann trifft sie auf die USA. Vielleicht hilft die Erinnerung ans vergangene Jahr, um endlich wieder auf die Erfolgsstrasse zurückzukehren.

Damals setzten sich die Schweizer im Halbfinal nach einer nahezu perfekten Leistung 3:0 durch. Gegen die Amerikaner steht Reto Berra im Tor.