Champions-League-Playoffs
«Einfach scheisse»: Salzburgs Champions-League-Fluch trotz Brause-Millionen

RB Salzburg ist zum neunten Mal in der Qualifikation zur Champions League gescheitert. Die Enttäuschung nach dem nächsten Tiefschlag ist riesig.

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Valon Berisha zieht mit RB Salzburg den Kürzeren und verpasst die Qualifikation für die Champions League.

Valon Berisha zieht mit RB Salzburg den Kürzeren und verpasst die Qualifikation für die Champions League.

Keystone

Die Millionen fliessen seit Jahren, doch Österreichs Fussball-Meister RB Salzburg hat seinen Champions-League-Fluch auch im neunten Anlauf in Serie nicht bannen können. Nach dem abermaligen K.o. in den Playoffs gegen Kroatiens Champion Dinamo Zagreb war beim ebenfalls von Brause-Milliardär Dietrich Mateschitz aufgepumpten Schwester-Klub von Bundesliga-Emporkömmling RB Leizig die Enttäuschung wieder einmal grenzenlos.

«Es ist hart, wenn man sich anschauen muss, dass es am Ende wieder nicht gereicht hat», meinte Jungstar Valentino Lazaro nach dem ernüchternden 1:2 nach Verlängerung (Hinspiel: 1:1): «Es gibt nichts schönzureden, das ist einfach scheisse!»

Traurige Normalität

Seit der Klub 2005 vom Mateschitz-Konzern Red Bull total umgekrempelt wurde, ist der Einzug in die Champions League das erklärte Ziel - und das Scheitern traurige Normalität. Durch die Pleite gegen Zagreb wird es auch trotz grosser Investitionen auch in dieser Saison wieder nichts mit den erträumten Duellen mit den wirklich grossen Klubs wie Real Madrid, FC Barcelona, Manchester United oder Bayern München.

Statt Glamour in der Königsklasse wartet auf die ambitionierten Bullen international nunmehr erneut nur die Tristesse der zweitklasigen Europa League. «Jetzt müssen wir schauen, dass wir dort für Furore sorgen», sagte RB-Profi Martin Hinteregger trotzig.

Bei etwa 50 Millionen Euro liegt der Jahresetat der Salzburger und ist damit etwa doppelt so hoch wie das Budget des potentesten Rivalen in Österreich. Auch im internationalen Vergleich ist der Salzburger Finanzrahmen zumindest gegenüber Klubs aus kleineren Länder ein stattliches Budget - doch scheinbar immer noch nicht genug. «Der Fussball war unfair zu uns», sagte Trainer Oscar Garcia. Vielleicht aber schiesst Geld tatsächlich doch nicht immer auch Tore.

Bittere Tränen

Dabei hatte Salzburg gegen Dinamo nach Lazaros Treffer (22.) lange vom Ende seiner schwarzen Serie träumen dürfen. Doch Zagreb rettete sich drei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit mit dem Ausgleich durch den Ex-Leverkusener Junior Fernandes (87.) noch in die Verlängerung und siegte schliesslich dank El Arbi Hillel Soudani (95.) sogar noch.

Künftig könnte es für Salzburg noch schwerer werden, erstmals die Champions League zu erreichen: Der Namenspatron legt den finanziellen Fokus dem Vernehmen nach immer stärker auf den deutschen Ableger Leipzig, das in dieser Saison erstmals in der Bundesliga spielen wird.

«Wir hoffen, dass wir das Ganze einfach bald vergessen können. Aber es wird schwer, uns wieder aufzurichten», sagte Lazaro. Seine Mitspieler vergossen bittere Tränen und sassen fassungslos auf dem Rasen, zumal den Platzherren ein eindeutiger Handelfmeter verweigert worden war. In den vergangenen beiden Jahren war Salzburg an Malmö FF aus Schweden gescheitert, davor unter anderem am luxemburgischen Meister F91 Düdelingen und dem israelischen Vertreter Maccabi Haifa.

Das neuerliche Aus für die Königsklasse dürfte vor allem Mateschitz wurmen. Der Geldgeber sass im eigenen Stadion natürlich auf der Tribüne, doch musste Salzburs Mäzen die Arena ohne die erhoffte Party wieder verlassen.

Nun kann sich sein Verein zunächst wieder auf die eintönige österreichische Bundesliga konzentrieren. Die Herausforderung ist überschaubar: In den vergangenen zehn Jahren gewann Salzburg siebenmal den Titel wurde dreimal Vizemeister. Am Sonntag beginnt das Unternehmen Titelverteidigung im Duell mit Rekordchampion Rapid Wien.