Was für ein Auftakt für die ZSC Lions! Die Mannschaft von Trainer Marc Crawford legte im ersten Finalduell gegen den HC Davos gleich einmal eine taktische Meisterleistung aufs Parkett. 3:0 gewannen die Zürcher und gerieten dabei kaum einmal in Gefahr. Für die Davoser, die nach dem 4:0-Durchmarsch im Halbfinal gegen den SC Bern mit Ambitionen in diese Finalserie stiegen, war dieser erste Auftritt ein herber Rückschlag. Den Bündnern wurden von den Lions die Limiten schonungslos aufgedeckt.

Nach einem ausgeglichenen ersten Drittel gelangen den Zürchern im zweiten Abschnitt zwei Treffer, die Crawford im Nachhinein als "Treffer zu idealen Zeitpunkten" bezeichnete. Erst traf Ryan Shannon, alleingelassen von HCD-Finne Perttu Lindgren, nach schöner Vorarbeit von Robert Nilsson zum 1:0 (26.). Danach hatten die Davoser, die zwischenzeitlich völlig aus dem Tritt geraten waren, ihre beste Phase, schafften es aber nicht wirklich, die Zürcher aus dem Konzept zu bringen. Das HCD-Zwischenhoch verpuffte in der 39. Minute, als Reto Schäppi eine Hereingabe von Morris Trachsler gekonnt volley zum 2:0 vollendete. Nach diesem Gegentreffer gingen beim HCD die Lichter aus. Die Zürcher hatten im letzten Abschnitt keine Probleme mehr, den Sieg über die Runden zu bringen und kamen durch Ryan Keller sogar noch zum 3:0.

Es ist zwar erst eine Finalpartie absolviert. Dennoch muss den Davosern die Art und Weise, wie das Spiel verloren ging, zu denken geben. Über die ganze Spieldauer gesehen kam die Mannschaft von Arno Del Curto zu keiner einzigen klaren Torchance. Den Zürchern gelang es auf geradezu magistrale Weise, die Davoser weit von der eigenen Gefahrenzone fernzuhalten. Die wenigen Schüsse, die auf ZSC-Goalie Lukas Flüeler kamen, waren mehrheitlich harmlos. Und wenn es Abpraller gab, dann war weit und breit kein HCD-Spieler zu sehen, der sie hätte verwerten können. "Wir haben viel zu oft versucht, mit spielerischen Mitteln zum Erfolg zu kommen. So kann man in den Playoffs nicht spielen. Und schon gar nicht gegen die ZSC Lions", formulierte Del Curto seine Kritik eher zurückhaltend.

Der HCD-Coach muss sich nun etwas einfallen lassen, will man die Zürcher am Samstagabend in Verlegenheit bringen. In den bisher sieben Vergleichen der laufenden Saison sind den Davosern gegen die Lions ganze fünf Törchen gelungen. Das sind aus Sicht der Bündner beängstigende Dimensionen, die nichts Gutes verheissen für den weiteren Verlauf der Finalserie. Vor allem dann, wenn die Löwen weiterhin derart konzentriert und abgeklärt zu Werke gehen wie im ersten Spiel. Spielen sie so weiter, dann ist gegen die ZSC Lions kein Kraut gewachsen.