Kommentar

Eine erneute Berner Machtdemonstration

Matthias Glarner lässt sich nach dem Sieg im Schlussgang feiern.

Matthias Glarner lässt sich nach dem Sieg im Schlussgang feiern.

Ein Kommentar über die Rollenverteilung bei der Kränzeverteilung und wieso sich der Nordwestschweizerverband auf eine erfolgreiche Zukunft freuen kann.

Der König ist also erneut ein Berner. Nach Kilian Wenger 2010 und Matthias Sempach 2013 ist Matthias Glarner der dritte König in Folge aus dem Kanton mit dem Bären im Wappen. Das ist: bärenstark! Überhaupt haben die Berner Schwinger mit den meisten Kranzgewinnen an diesem Wochenende erneut eindrücklich bewiesen, dass sie der stärkste der fünf Teilverbände sind.

Dabei wäre die Regentschaft fast zurück in die Nordostschweiz gegangen, deren Verband vor der Berner Glanzzeit viermal hintereinander den König stellte. Doch Armon Orlik unterlag im Schlussgang. Trotzdem ist der erst 21-Jährige ein grosser Gewinn für den Schwingsport. Spektakulär, angriffig – es ist ein Genuss, ihm im Sägemehl zuzuschauen.

Matthias Glarner ist bereits 30 Jahre alt. Er besiegte mit seinem Triumph den Fluch, dass es keinen König geben kann, der bereits 30 Jahre alt ist oder älter. Zuvor war das 1940 der Fall. Umso grösser ist der Respekt vor Glarners Leistung. Er ist ein würdiger König.

Das Eidgenössische Schwingfest hat aber auch gezeigt – nicht nur wegen Orlik –, dass da eine verheissungsvolle neue Generation von Schwingern heranwächst. Und – das ist besonders erfreulich – auch der Nordwestschweizer Verband hat solche Hoffnungsträger.
In Estavayer wurden mit Nick Alpiger (19-jährig), Patrick Räbmatter (24) und David Schmid (26) gleich drei Schwinger aus unserer Region erstmals zum Eidgenossen gekrönt. Das macht Freude!

Insgesamt haben die Nordwestschweizer Schwinger fünf Kränze gewonnen. Das ist zwar im Vergleich mit den Bernern eine andere Liga. Doch es sind mehr als an den letzten zwei «Eidgenössischen» zuvor. Der Teilverband der Aargauer, Solothurner und Basler Schwinger ist auf gutem Weg, den Abstand zu den Bernern zu verkürzen. Ob es 2019 für den Königssturz reicht, ist gewagt zu behaupten. Aber träumen darf man ja.

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