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Ein unwürdiger Abschied des FC Basel nach einer grossen Kampagne

Der FC Basel um Silvan Widmer (links) und Fabian Frei scheidet so chancenlos wie deutlich mit 1:4 gegen Schachtar Donezk im Viertelfinal der Europa League aus.

Der FC Basel um Silvan Widmer (links) und Fabian Frei scheidet so chancenlos wie deutlich mit 1:4 gegen Schachtar Donezk im Viertelfinal der Europa League aus.

Der FC Basel ist im Viertelfinale gegen Donezk absolut chancenlos und scheidet nach 1:4 aus der Europa League aus.

Es sind 40 Minuten gespielt in Gelsenkirchen, da ist über die Mikrofone ein Ausruf eines Basler Spielers zu hören. Man solle ihm den Buckel runter rutschen – nur etwas weniger schön ausgedrückt. Eben ist der Abschluss von Marcos Antonio an das Lattenkreuz geknallt, einen Nachschuss kann Raoul Petretta durch eine Fluggrätsche verhindern. Es wäre das 3:0 für Schachtar Donezk gewesen und das endgültige Ende aller Basler Hoffnungen. Wobei diese schon zu diesem Zeitpunkt klein sind. Sie sind dies bereits nach nicht einmal zwei gespielten Minuten.

Denn dann muss Djordje Nikolic, die neue Basler Nummer 1, ein erstes Mal hinter sich greifen. Weil er Sekunden zuvor beim Rauskommen daneben greift, Junior Moraes im Raum zwischen Omar Alderete und Fabian Frei sträflich alleine gelassen wird und per Kopf zum 1:0 trifft. Ähnlich unbeholfen zeigt sich die nach der Sperre Eray Cömerts neu formierte Basler Defensive beim 0:2. Jasper Van der Werff, Cömerts Ersatz, köpft in der Vorwärtsbewegung in die Füsse des Gegners, nach einem schnellen Umschalten, einem cleveren Diagonalpass sowie einem Querpass durch den Basler Strafraum landet das Spielgerät beim ungedeckten Taison. Dieser trifft via Freis Knie zum 2:0.

Gerade einmal 22 Minuten sind zu diesem Zeitpunkt um. Aber bereits da ist für alle Verfolger dieser Partie klar: Dieses Basel wird gegen dieses Donezk keinen Weg zurück finden. Die Ukrainer sind eine Nummer zu gross, zu abgezockt, zu stark individuell sowie zu perfekt eingestellt.

Aber es liegt nicht ausschliesslich an der Qualität des Gegners, der sich noch ein bisschen mehr zum Geheimfavoriten in diesem Finalturnier mausert. Es liegt vor allem auch an der Darbietung des FCB. Sinnbildlich dafür steht Frei. Im Nachgang des Frankfurt-Spiels noch als «Mister Europacup» geadelt, ist er gestern bei den ersten beiden Toren mitschuldig und so früh verwarnt, dass er sich zurück nehmen muss. Nicht nur Frei, sondern alle Basler wirken im Vergleich zu den bisherigen Europacup-Auftritten in dieser Saison nicht so gierig, präsent und auf den Punkt bereit. Die schwächelnde Defensive und die kaum vorhandene Präsenz vor dem gegnerischen Tor ergänzen die Misere.

Es ist zu wenig auf diesem Niveau. Im Spielaufbau sind lange Bälle Alderetes und Energieanfälle Silvan Widmers die einzigen Lichtblicke. Die kleine Leistungssteigerung nach der Pause reicht nicht. Es fehlen Genauigkeit und Ideenvielfalt in den Abschlüssen. Der Anschluss zum 1:4 durch Ricky van Wolfswinkel kommt viel zu spät.

Der Cup als Trostpflaster

Nur wenige Minuten nach dem Ehrentreffer hallt ein Pfiff durch die leere Veltins-Arena. Das Spiel ist zu Ende, und damit auch der Basler Traum vom zweiten Halbfinal-Einzug der Vereinshistorie. Es ist das Ende einer bis zu diesem Spiel grossen Kampagne des FC Basel in Europa. Es ist aber auch das baldige Ende des Schweizer Fussballs auf den grössten Bühnen des europäischen Fussballs. Denn mit dem Ausscheiden im Viertelfinale verbleibt die Schweiz in der Koeffizienzwertung auf Rang 17. Dieser befähigt ab der Saison 2021/2022 nur noch zum Start in der Conference League, Plätze für die Champions sowie die Europa League gibt es nicht mehr. Das ist ein Rückschlag für die Schweiz, ihre Reputation und die Attraktivität der Liga.

Für den FCB bleibt also nur noch der Cup. In diesem stehen die Basler schon im Halbfinal. Es könnte nach einer verpatzten Meisterschaft und einem unwürdigen Abschied in Europa ein versöhnliches Ende werden.

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