Basketball
Ein ungleicher Vergleich: Die Starwings gewinnen die Cuppartie beim Drittligisten Frauenfeld klar mit 124:46

Wenn ein „Riese“ zu Besuch kommt, freut sich der „Kleine“, die ausländischen Profispieler bewundern zu dürfen. Diesen Gefallen konnte der A-Ligist dem Ostschweizer Drittliga-Verein nicht bieten…

Georges Küng
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CVJM Frauenfeld

CVJM Frauenfeld

zvg

Am 9. Oktober 1978, lang ist es her, brachte im Fussball-Cup (1/32-Finale) der Drittligist La Rondinella, ein Gastarbeiter-Verein aus La Neuveville (Neuchâtel), das grosse Servette arg in Verlegenheit.

Bis zur 93. Minute führten die Italo-Neuenburger sensationell mit 1:0 – und erst ein geschenkter Elfmeter hielt Servette, damals in etwa der FC Basel der heuti­gen Zeit, im Spiel. Nach 120 Minuten hatten die „Grenats“ dann mit 4:1 gewonnen.

Frauenfeld gegen Starwings war in etwa so ein Vergleich. Doch im Basketball gibt es bei fünf Klassen Unterschied keine Wunder. Und auch keine Fast-Sensastionen. Der Unter­schied ist, in jeder Hinsicht, zu gross.

Fast mehr Verletzte als Aktive...

Dafür garantieren schon die ausländischen Profi­spieler des A-Ligisten. Auf diese musste aber der CVJM Frauenfeld, seit Jahrzehnten mit dem „Cevi“ Birsfelden befreundet, verzichten.

Allyn Hess, dieser begnadete US-Flügelspieler, hat eine Bänderverletzung verletzt. Und dürfte den Kampf mit der Zeit für das Erzrivalen-Derby am Sonntag gegen Central Luzern verlieren. Petar Babic hat Rückenbeschwerden und eine Fussblessur, da der Kroate in sei­ner ganzen Laufbahn noch nie auf harten Schweizer Hallenboden gespielt hat.

Selbst in ärmeren, dafür grösseren Basket-Nationen, wird auf Parkett gespielt. Last-Minute-Zuzug Brunelle Tutonda, dieser Top-Athlet aus der Romandie, welcher in der Schweiz vergessen ging, ist nicht nur krank, sondern hat eine Schulterverletzung.

Und seit dem letzten Sonn­tag, welche mit der 47:68-Niederlage in Massagno endete, beklagt sich Alexis Herrmann (ex-Boncourt) über Adduktorenbeschwerden. Ein Quartett, das man sich durchaus im Stammquintett vorstellen könnte.

Kurz mit einem Profi-Duo

Verblieben also der serbische Center Nemanja Calasan (34, 204 cm) und der Deutsche Riese Björn Schoo (37, 213 cm). Wir gehen davon aus, dass man in Frauenfeld, zumin­dest auf dem Spielfeld, noch nie so einen grossen Menschen gesehen hat.

Calasan und Schoo hatten so Überblick und „freie Sicht“, denn der grösste Frauenfelder war um mehr als einen Kopf kleiner... und Roland Pavloski, Cheftrainer der „Wings“, konnte sein Profi-Duo bereits ab dem zweiten Viertel schonen. Im Alter machen sich Beschwerden schneller bemerkbar...

So verblieb das Quintett Branislav Kostic, Alessandro Verga, Robert Devcic, Guillaume Grédy und Luca Streich. Drei Eigengewächse (Kostic, Verga, Streich), wovon zwei ehema­lige Nachwuchs-Internationale (Kostic, Verga) und ein aktueller U18-Nationalspieler (Streich).

Dazu Zuzug Grédy (ex-Boncourt) und Rückkehrer Devcic, welcher in den letzten zwei Jahren wegen seines Berufes nicht mehr spielen konnte. Dieses Quintett, angeführt von Kostic, spielte flott auf – und liess den inferioren Rivalen mitspielen. Mit dem Unter­schied, dass die Unterbaselbieter fast jeden Angriff erfolgreich abschlossen, das Heim­team hierfür jedoch ein paar Versuche mehr benötigte.

Alle Frauenfelder spielten

Auch Frauenfeld, einst mit dem Männerteam und seiner Damen-Equipe in na­tionalen Ligen (1. Liga) spielend, war auch ein Gewinner. Ein zahlreiches, Applaus-freudi­ges Publi­kum hatte Freude am unterhaltsamen Match.

Vor dem Anpfiff war jeder Spieler mit einem Präsent beschenkt worden – eine feine, grosszügige Geste. Und Frauenfeld-Trainer Marko Radulovic konnte all seine zwölf Kaderspieler einsetzen. Ein Luxus, von dem Gasttrainer Pavloski mit seinem Lazarett nur träumen kann...

Beim Gastgeber ent­deckte man mit Livio Häberli einen Mann, der einst – als er in Basel studierte – bei den ... Starwings (in der 2. Mannschaft; U23-Team) in der 1. Liga gespielt hatte. Gekannt hat er vom Gastteam aber wohl nur Trainer Pavloski.

Jeder „Cevi“-Akteur genoss diesen Vergleich mit dem „Riesen“ aus Birsfelden. Ein A-Ligist, der nach drei Runden bereits zu einem Drittel reduziert wurde. Was Anlass zu Sorgen gibt. Denn am Sonntag, gegen Luzern (die auch verletzte Profispieler beklagen), dürften das Birstaler Kombinat, bei gleicher Formation, das Frauenfeld vom Dienstagabend sein...

Schweizer Cup, 1/16-Finale: CVJM Frauenfeld (3. Liga) – Starwings 46:124 (20:61)

Kantonsschule. - 125 Zuschauer. - SR: Haag/Brunner.

Frauenfeld: Häberli (10), Reiser 6), Eisenegger (11), Bär (6), Saljihi; Seda, Danzi (2), Meseret (2), Galijasevic (5), Schwetzer (2), Tafoshi, Staehelin (2).

Starwings: Kostic (29), Verga (19), Devcic (22), Calasan (12), Schoo (15); Grédy (16), Streich (11).

Bemerkungen: Starwings ohne US-Profi Hess, den kroatischen Spielmacher Babic sowie Herr­mann und Tutonda (alle verletzt). - Viertelsresultate: 10:32, 10:29 (20:61); 15:35 (35:96) und 11:28 (46:124). - Fouls: Frauenfeld 15, Starwings 10.