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Ein Präsident in Quarantäne, abgesagte Trainings: Das Corona-Virus beherrscht den Fussball

Dominique Blanc, Zentralpräsident des Schweizerischen Fussballverbandes, ist positiv auf das Corona-Virus getestet worden.

Dominique Blanc, Zentralpräsident des Schweizerischen Fussballverbandes, ist positiv auf das Corona-Virus getestet worden.

Spiele gestrichen, Trainings auf der Kippe und der Bundesliga droht ein Ausfall von dreiviertel Milliarde Euro. Diese Geschichten machten am Wochenende die Runde.

SFV-Präsident Dominique Blanc infiziert

Dominique Blanc, der Zentralpräsident des Schweizerischen Fussballverbandes SFV, ist positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Er hat den Bescheid am Sonntagmorgen erhalten. Der 70-Jährige Blanc liess sich testen, nachdem er Halsschmerzen und einen leichten Husten verspürt hatte. Er befindet sich laut SFV in häuslicher Quarantäne, es gehe ihm den Umständen entsprechend gut.

Der Sitz des Schweizerischen Fussballverbands (SFV), das Haus des Schweizer Fussballs in Muri BE, ist seit Sonntagmorgen bis auf Weiteres geschlossen. Das Personal, das mit dem Präsidenten zuletzt in persönlichem Kontakt war, ist informiert, und wird auf Anweisung der medizinischen Abteilung des Verbandes die nötigen Schritte einleiten.

Auch Winter-EM für die Uefa ein Thema

Für die Uefa ist nach Informationen der britischen Zeitung «Telegraph» die Verlegung der EM in den Winter eine Möglichkeit. Mit einer Austragung im Dezember 2020 könnten die Klubwettbewerbe im Sommer noch zu Ende gespielt werden. Es wird erwartet, dass die Uefa angesichts der Ausbreitung des Corona-Virus am Dienstag Varianten für die EM-Endrunde einbringt. Dass die EM angesichts der Pandemie in zwölf Ländern am 12. Juni beginnt, erscheint unwahrscheinlich.

FC Basel stellt den Trainingsbetrieb ein

Der FC Basel teilt am Sonntagabend mit, dass der Trainingsbetrieb der 1. Mannschaft per sofort und vorerst bis mindestens am 31. März 2020 eingestellt wird. In der Mitteilung heisst es: «Der FC Basel hält sich an die Anordnungen des Bundesrates und folgt den Empfehlungen des Bundesamtes für Gesundheit im Zusammenhang mit der aktuellen Coronavirus-Situation.» (jaw)

Union Berlin verkauft virtuelle Bratwürste

Da das Heimspiel am Samstag gegen Bayern München wie alle andern Bundesliga-Spiele nicht stattfinden konnte, veröffentlichte Union Berlin zur geplanten Anspielzeit den selbst produzierten Aufstiegsfilm «Die Zeit ist nun gekommen» auf der eigenen Plattform «AFTV» und öffnete dazu einen virtuellen Imbisswagen. Der Grund für die besondere Aktion des Klubs mit dem Schweizer Cheftrainer Urs Fischer: «Viele Unioner haben sich in den letzten Tagen gemeldet und gefragt, wie sie den Verein mit einer Spende unterstützen können. Darunter war eine unwiderstehliche Idee: der virtuelle Imbisswagen.» Viele Anhänger machten davon gebraucht und kauften virtuell Bratwürste, aber auch Erbsensuppe oder Panaché.

Bundesliga droht Ausfall von dreiviertel Milliarde Euro

Die deutschen Bundesliga-Klubs müssten im Falle eines Saisonabbruchs mit einem ökonomischen Schaden von rund einer dreiviertel Milliarde Euro rechnen. Diese Summe wurde der deutschen Nachrichtenagentur DPA aus Ligakreisen bestätigt. Ein Versicherungsschutz für die Klubs zum Beispiel für entgangene TV-Einnahmen besteht demnach nicht. Nach der Absage der 26. Runde an diesem Wochenende hatten etwa Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge vor gravierenden Konsequenzen für viele Vereine gewarnt.

Spiele gestrichen, Trainings auf der Kippe

Die Mannschaftsärzte der Serie-A-Klubs sprechen sich nach den jüngsten Virusinfektionen dagegen aus, dass die Klubs den Trainingsbetrieb bald aufnehmen. «Wir, die Ärzte der Serie A, drücken unsere grosse Besorgnis aus für den Fall, dass der Trainingsbetrieb bald wieder beginnen sollte», schrieben die Klubärzte in einem gemeinsamen Communiqué. «Wir empfehlen dringend, eine deutliche Verbesserung der Situation rund um das Corona-Virus abzuwarten.» Die Fussballmeisterschaft in Italien ist bis zum 3. April unterbrochen. Eine Wiederaufnahme direkt nach diesem Datum ist aus heutiger Sicht jedoch nahezu illusorisch. (sda)

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