Unihockey
Ein Machtwechsel steht an

Die Saison war für den jahrelangen Überflieger Wiler-Ersigen früh vorbei. Iim heutigen Superfinal duellieren sich die Grasshoppers und Köniz.

Mira Güntert
Drucken
Teilen
Für den SV Wiler-Ersigen ist die Saison gelaufen.

Für den SV Wiler-Ersigen ist die Saison gelaufen.

Hans Peter Schläfli

Ein erfolgsverwöhnter Klub, der Saison für Saison mindestens einen Titel aus dem Ärmel schütteln kann. Eine Attitüde, die jahrelang dem SV Wiler-Ersigen anhaftete. Über die Unihockey-Szene hinaus machten sich die Emmentaler als «Der FC Basel des Unihockeys» einen Namen. Doch in dieser Saison wurde der gefürchtete Meister früh überholt. Quasi auf der Überholspur lief die Mannschaft von Floorball Köniz dem SVWE den Rang ab.

Zwar schloss der jahrelange Dauerbrenner die Qualifikationsrunde nach 22 Spielen noch auf dem zweiten Rang sechs Punkte hinter Köniz ab, doch schon eine Runde später in den Playoff-Viertelfinals fiel für den Titelverteidiger der Vorhang auf der nationalen Bühne. Die gefrässigen Alligatoren aus Malans zerfleischten das grippegeschwächte Kader des SVWE in sieben intensiven Partien. Die Schmach nach dem Aus in der Meisterschaft und dem Ausscheiden im Cup-Halbfinal gegen den späteren Cupsieger Köniz könnte für die noch amtierenden Könige im Schweizer Unihockey grösser nicht sein.

Die Krone von Wiler-Ersigen hat ein paar Zacken verloren. Doch kann die Saison, noch bevor ein neuer König nach dem heutigen Superfinal in der Klotener Swiss-Arena Platz auf dem Thron genommen hat, als simpler Ausrutscher abgehakt werden oder läutet das frühe Aus das Ende einer Ära ein? «Unsere Ära ist nicht vorbei. 2013 kamen wir auch nicht über den Viertelfinal hinaus und haben uns in den zwei Folgejahren trotzdem den Pokal geholt», sagt Matthias Hofbauer. Es fällt dem langjährigen Captain schwer, zu resümieren, warum es heuer nicht zur Titelverteidigung gereicht hat. «Wir hatten zu Saisonbeginn zwar viele Wechsel, doch es wäre zu einfach, das Scheitern damit zu erklären. Wir haben eigentlich schnell eine gute Mischung gefunden», sagt Hofbauer. «Wir hatten teilweise zwei verletzte Ausländer. Eine Grippewelle hat zudem viele unserer Spieler flachgelegt.»

Demnach ein klarer Ausrutscher? Oder haben die lange Zeit unterworfenen Teams die Luft für die Emmentaler massiv dünner werden lassen? Hofbauer ist überzeugt: «Es haben mittlerweile viele Teams Chancen auf den Superfinal. Es ist nicht so, dass ein gesundes Wiler-Ersigen allein auf weiter Flur stehen würde.» Zudem hätten die Emmentaler kein grösseres Budget als ihre Konkurrenz.

Altbekannter kehrt auf den Trainerposten zurück

Doch obwohl Hofbauer überzeugt ist, dass die Emmentaler in der nächsten Saison wieder «die Alten» sein werden, gerät nach einer misslungenen Saison natürlich immer der Trainerstaff ins Zentrum der Diskussion. «Es wird fürs neue Sportjahr definitiv Änderungen geben», sagt Hofbauer. Eine ist diese Woche bereits eingetroffen. Mit Thomas Berger kehrt ein Altbekannter als Cheftrainer zurück ins Emmental. Bis 2011 hatte der heute 47-Jährige acht Jahre lang den SVWE trainiert. Die Kaderplanung hat Wiler-Ersigen noch nicht abgeschlossen. Es wird sich zeigen, mit welchem Geschütz der König sein Herrschaftsgebiet zurückerobern will.

Aktuelle Nachrichten