Schweizer Cup

Ein Feuerwerk für den Final: Gegen Zürich dreht der FC Basel trotz einem frühen Führungstreffer erst spät so richtig auf

Im Klassiker gegen den FC Zürich erzielen die Basler schon früh den Führungstreffer. Es folgt ein offener Schlagabtausch, erst ganz am Schluss können die Basler den Sack richtig zumachen und das Spiel 3:1 für sich entscheiden. Somit löst der FCB das zweite Finalticket und trifft zum ersten Mal überhaupt in einem Cupfinal auf den FC Thun.

Eigentlich hätte er zu diesem Zeitpunkt gar nicht mehr auf dem Platz stehen dürfen. Aber Zdravko Kuzmanovic ist noch immer da. Es ist die 87. Minute im Cuphalbfinal zwischen dem FC Basel und dem FC Zürich, der vor allem in der Schlussphase unglaublich hitzig wird.

Luca Zuffi legt mustergültig auf den heraneilenden Kuzmanovic rüber, und dieser zieht aus 20 Metern ab. Tor. Der FC Basel steht im Cupfinal. Der FC Zürich ist raus. Trotz gutem Kampf und ebenso guten Chancen. Trotz eines Duells auf Augenhöhe, das wohl niemand so erwartet hätte.

Und vor allem: Weil ein Spieler beim FC Basel für die Entscheidung sorgt, der sieben Minuten zuvor hätte vom Platz fliegen müssen. Stattdessen kann Kuzmanovic zu den Fans rennen, sich feiern lassen. Er ist der Mann des Abends. Aber die Szene davor gibt mehr zu reden. Jene in der 80. Minute.

Brisante Szene

Nach einem Vorstoss der Basler joggt Kuzmanovic zurück und gerät an Alain Nef. Das Zürcher Urgestein stellt sich Kuzmanovic in den Weg, dieser schlägt Nef die Hand ins Gesicht. Und Schiedsrichter Stephan Klossner? Der zückt lediglich die gelbe Karte.

Es ist der Moment, in dem dem Unparteiischen die Partie aus den Händen zu gleiten scheint. Aus einer Tätlichkeit entwickelt sich eine Rudelbildung. Die Emotionen kochen hoch. Die halbe FCB-Bank rennt zur FCZ-Bank rüber, vor der sich die Szene abgespielt.

Zdravko Kuzmanovic spricht über seine Tätlichkeit und sein Tor:

Kuzmanovic spricht über seine Tätlichkeit und sein Tor.

Cuphalbfinal, 25.4.2019

FCB-Coach Marcel Koller mischt eben so mit wie seine Spieler – allen voran Albian Ajeti und Carlos Zambrano – und genau so wie FCZ-Assistenztrainer René van Eck. Dieser lässt sich nur vom herbei eilenden Basler Sportchef Marco Streller beruhigen und fliegt in der Folge auf die Tribüne.

Es sind pure Emotionen, die die Brisanz und die Bedeutung dieses Duells widerspiegeln. Es ist ein Klassiker. Aber nicht nur. Nicht irgendeiner. Es geht für beide Teams darum, die Saison zu retten. Auf der einen Seite die abstiegsbedrohten Zürcher, auf der anderen die titellosen und nicht international spielenden Basler. Es ist der Kampf um den letzten möglichen Titel dieser Saison.

Beidseitiger Chancenwucher

Die Chance, sich diesen zu krallen, hat nur noch der FC Basel, weil er früh die Weichen stellt. Während die FCB-Fans noch ihr Anfangs-Feuerwerk zünden auf der Tribüne, tut dies der FCB auch auf dem Platz. Noah Okafor schlenzt den Ball von der Strafraumgrenze zum Traumtor und zum 1:0 in die weite Ecke.

Die Zürcher Defensive, organisiert in einer Dreierkette an diesem Abend, ist ein erstes Mal bezwungen. Danach kommt der FCZ zwar immer besser ins Spiel, schwächelt aber ausgerechnet dort, wo er zuletzt immer Probleme hatte: beim Tore schiessen.

Was sich entwickelt, ist ein rasantes Auf und Ab mit unzähligen Chancen auf beiden Seiten. Es gibt Phasen, vor allem kurz vor der Pause, als der FCB zu passiv und der FCZ drückend ist. Die beste Chance vergibt Stephen Odey mit dem Pausenpfiff.

Offener Schlagabtausch

Der Spielverlauf nach Wiederaufnahme des Matchs gleicht jenem vor dem Unterbruch: Der FCB beginnt besser, der FCZ braucht Anlaufzeit. Nach zirka zehn Minuten entwickelt sich erneut ein offener Schlagabtausch, ein Feuerwerk im Spiel um den Finaleinzug.

Das grösste Feuer zündet Kuzmanovic in der 87. Minute, Albian Ajeti krönt das Spiel noch mit dem 3:0 in der 92. Minute, Odeys Anschlusstor in der 94. ist lediglich Resultatkosmetik.
Der FC Basel steht also im Cupfinal. Verdient, in den Augen von FCZ-Captain aber etwas zu hoch am Ende.

Und was sagt Hauptakteur Zdravko Kuzmanovic dazu? «Wir haben 3:1 bei ihnen zu Hause gewonnen. Wenn der FC Zürich heute stark war, waren wir noch stärker.» Zu seiner rotverdächtigen Szene kommentiert er nur, dass «ich nur Gelb bekommen habe.»

Ob es eine Tätlichkeit war? «Könnte, wäre ... Es ist egal. Ich bin auf dem Platz geblieben.» Emotionen gehören dazu, sagt er, «vor allem zu einem Derby. Wenn es keine Stimmung geben würde, wäre es nicht so interessant.» Interessant und emotionsgeladen wird es dann am 19. Mai wieder. Dann kämpft der FCB um den ersten Titel seit zwei Jahren.

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