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Ein blamabler Auftritt der Zuger – der EVZ verliert gegen die Lakers

Ratlose Blicke bei Dario Simion (Nr. 59) und Santeri Alatalo (Nr. 22).

Ratlose Blicke bei Dario Simion (Nr. 59) und Santeri Alatalo (Nr. 22).

Ein beherzt auftretendes Rapperswil-Jona besiegt den Favoriten aus Zug mit 4:3 nach Verlängerung.

Die Rapperswiler Fans waren aus dem Häuschen, als sich abzeichnete, dass sich ihr Team in die Verlängerung retten konnte. Es war der verdiente Lohn gegen ein wiederum biederes Zug, das sich auch im sechsten Saisonspiel äusserst schwer tat. Und es wurde noch lauter, als Roman Cervenka in der Überzeit nach 49 Sekunden mit einer Einzelleistung das 4:3 erzielte. Die Zuger müssen sich vorwerfen, insgesamt eine blamable Leistung abgeliefert zu haben, auch wenn sie drei Mal einen Rückstand aufholten. «Im ersten Drittel lief gar nichts», analysierte EVZ-Captain Raphael Diaz folgerichtig. Es wurde anschliessend ziemlich laut in der Kabine. Eine Reaktion folgte, doch insgesamt war das zu wenig gegen ein Rapperswil mit seinen bescheidenen spielerischen Möglichkeiten.

Während vieler Jahre zogen die Rapperswil-Jona Lakers sogar den Spott der Hockey-Nation auf sich, weil sie als Punktelieferant der National League galten. Auch die Saison nach dem Wiederaufstieg 2018 endete sportlich mit bloss 32 Punkten enttäuschend. Trotzdem hielt man an Trainer Jeff Tomlinson fest, der seit 2015 an der Bande der St. Galler steht. Das ist insofern bemerkenswert, weil der 49-jährige Deutsch-Kanadier schwer nierenkrank ist. Im nächsten Jahr steht eine Transplantation bevor, der Spender ist sein Bruder. Das Schicksal des Trainers bewegte auch die Fangemeinde der Eisbären Berlins, wo er mit Unterbrüchen zwischen 2004 und 2015 die Junioren und das DEL-Team trainierte. Tomlinson führt die tägliche Dialyse inzwischen selbst durch. Sei es im Büro oder im Bus zu Auswärtsfahrten seines Klubs. Sportlich scheint sich diese Kontinuität inzwischen auszuzahlen. Das Kader wurde zudem verstärkt, aus den ersten vier Spielen hatte Rapperswil bereits acht Punkte erspielt.

Letzte Saison hat Zug diesen Gegner fünf Mal besiegt

Diese Ausgangslage änderte insofern nichts daran, dass die Zuger gestern als Favorit für diese Auswärtspartie anreisten. Fünf Mal (inklusive Cupfinal) wurde dieser Gegner in der vergangenen Saison besiegt, und das mit einem Torverhältnis von 25:6. Doch es waren die Heimfans, die ihrem Team kurz vor der ersten Drittelspause lauten Applaus spendeten. Die Lakers waren das gefährlichere Team. Als die Zuger erstmals verheissungsvoll in der gegnerischen Zone auftauchten, hiess es Sekunden später aber 1:0 für Rapperswil. Grégory Hofmann wollte den mitgelaufenen Verteidiger Miro Zryd anspielen, der dann alleine auf das St. Galler Gehäuse hätte zulaufen können. Doch der Pass war zu ungenau, der Puck wurde abgefangen und der Konter durch Danny Kristo abgeschlossen (11.). Der US-Amerikaner hatte sechs Minuten danach auch noch das 2:0 auf dem Stock, doch er verfehlte das Ziel.

Die Zentralschweizer übernahmen nach der Pause das Spielgeschehen, Lino Martschini erzielte im bis anhin einzigen Überzahlspiel nach einem magistralen Zuspiel von Raphael Diaz das 1:1 (23). In der Folge waren die Zuger drückend überlegen, aber sie hielten das Heimteam dank zwei Strafen im Spiel. Der Kanadier Kevin Clark stellte im Powerplay auf 2:1 (38.). Und so stand Zug im letzten Spielabschnitt mit dem Rücken zur Wand.

Die Reaktion des EVZ erfolgte prompt: In der 44. Minute war die Rapperswiler Defensive schwindlig gespielt, Grégory Hofmann schoss zum 2:2 ein. Auch auf das 2:3 durch Andrew Rowe (52.) fanden die Zuger dank des Treffers von Erik Thorell nochmals eine Antwort. Doch das letzte Wort an diesem Abend hatte Rapperswil-Jona.

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