Das Wort zum Schweizer Cup

Ein bisschen Wehmut ist dieses Jahr mit im Spiel

Der FC Winterthur gilt als der «kleine Super-Cup-Held»

Der FC Winterthur gilt als der «kleine Super-Cup-Held»

Leider ist es wahr: Der Schweizer Cup wird dieses Jahr ohne die geliebten «Underdogs» stattfinden. Wir werden keine «kleinen» Mannschaften aus sich herauskommen sehen. Es wird keine Heldengeschichten geben. Schade!

In einer Welt voller Sensationen und historischer Ereignisse, tut es manchmal gut, einen klaren Kopf zu behalten. Die grossen Buchstaben und Ausrufezeichen möglichst bei Seite zu lassen. Darum verzichten wir jetzt auf Schlagzeilen wie «Der Cup so langweilig wie noch nie!»

Auch den schriftlichen Zweihänder gegen die unterklassigen Teams halten wir für etwas überforciert, obwohl es durchaus Argumente gäbe für den Rundumschlag: «Das totale Versagen der Kleinen!», würden wir dann titeln, «so schlecht wie nie mehr seit 37 Jahren!»

Aber etwas speziell sind die Zahlen halt dennoch. Und ein bisschen Wehmut kommt schon auf, wenn wir den Blick auf die Cup-Viertelfinals dieser Woche richten. Nur noch Super-Ligisten sind vertreten. Kein echter Aussenseiter mehr.

Kein Sensationsteam, mit dem der Fussballfan von nebenan etwas mitfiebert. Das hat es letztmals in der Saison 1980/81 gegeben. Lange bevor jede Gefühlszuckung in den Spalten des Internets auf und ab diskutiert (bestensfalls) wurde. Und nur 14 Mal überhaupt in der 93-jährigen Geschichte des Schweizer Cups.

Letztes Jahr noch durfte man dem heroischen FC Winterthur zuschauen, wie er die Young Boys in ihrem Stadion blamierte. Überhaupt Winterthur: immer wieder für eine epische Cup-Reise gut.

Der einst stolze FC Aarau lieferte dem FC Luzern gleich zwei Jahre hintereinander einen grossen Kampf, 3:4, 3:5 – welch Drama! Der FC Biel war zwischen 2010 und 2012 dreimal hintereinander im Viertelfinal. 2011 gelang es gar, dem übermächtigen FCB mit einem 3:1 die Fasnacht zu vermiesen.

Tempi Passati. Nicht einmal das selbstbewusst dem Aufstieg entgegenstrebende Xamax bringt es fertig, die Liga der Mächtigen aufzumischen. Xamax gelingt in der ersten Hauptrunde zwar ein 21:0 (Rekord!!), fliegt dann aber in Echallens raus. Ach Fussball-Romantik, wir vermissen dich.

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